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Der Sternenhimmel im Juli: Zwei Meteorströme wetteifern miteinander 

Der Sternenhimmel im Juli : Zwei Meteorströme wetteifern miteinander 

Die riesige Venus strahlt im Juli am Nachthimmel in hellem Glanz. Pluto ist nur im Teleskop zu sehen.

(dpa) Im Juli beherrscht in der ersten Nachthälfte Jupiter mit seinem Glanz den Sternenhimmel. Allerdings geht der Riesenplanet, der sich im Sternbild Jungfrau aufhält, im Laufe des Monats immer früher unter. Ende Juli sinkt der Riesenplanet schon gut eine halbe Stunde vor Mitternacht unter den Westhorizont.

Die Venus wandert durch das Sternbild Stier und wechselt am Monatsende in die Zwillinge. Am 20. Juli begegnet die schmale Sichel des abnehmenden Mondes unserem inneren Nachbarplaneten. Das gibt gegen vier Uhr morgens einen hübschen Anblick über dem Nordosthorizont. Venus geht jeweils kurz vor drei Uhr auf. Nach Sonne und Mond ist sie das bei Weitem hellste Gestirn am irdischen Firmament.

Der Saturn im Sternbild Schlangenträger ist fast die ganze Nacht sichtbar. Am Abendhimmel sieht man den fahlen, gelblichen Ringplaneten über dem Südosthorizont. In der Nacht vom 6. auf 7. Juli erhält Saturn Besuch vom fast voll beleuchteten Mond.

Der sonnenferne Pluto steht am 10. Juli im Sternbild Schütze im Gegenschein zur Sonne. Von der Erde trennen ihn 4839 Millionen Kilometer, das entspricht der 32-fachen Entfernung von Sonne und Erde. Wegen seiner großen Entfernung ist er nur mit lichtstarken Teleskopen zu erkennen. Pluto wurde im Frühjahr 1930 als neunter Planet von Clyde Tombaugh auf der Lowell-Sternwarte in Flagstaff (Arizona, USA) entdeckt.  Fast 250 Jahre ist Pluto unterwegs, um einmal die Sonne zu umrunden. Er hat einen Durchmesser von knapp 2400 Kilometern.

Nachdem man ähnlich große Körper jenseits der Plutobahn entdeckt hatte, stufte die Internationale Astronomische Union Pluto 2006 in die neugeschaffene Kategorie der Zwergplaneten ein. Grund dafür war unter anderem auch seine spezielle Bahn.

Am 14. Juli 2015 passierte die Nasa-Raumsonde New Horizons den Zwergplaneten und schickte beeindruckende Aufnahmen zur Erde. Plutos Mond Charon ist halb so groß wie Pluto selbst, weshalb man von einem doppelten Zwergplaneten spricht. In den vergangenen Jahren wurden noch vier weitere, winzige Plutotrabanten aufgespürt.

In der Zeit von Mitte Juli bis Mitte August flammt der Sternschnuppen-Schwarm der Delta-Aquariden  auf. Sie scheinen aus dem Sternbild Wassermann (Aquarius) zu kommen. Der Höhepunkt fällt am 28. Juli in die Stunden nach Mitternacht. Dann sind zwischen 20 und 30 Sternschnuppen pro Stunde zu sehen. Ab Mitte Juli tauchen die ersten Perseiden auf, ebenfalls ein Meteorstrom, der dem Sternbild Perseus zu entweichen scheint. Er erreicht sein Maximum   im ersten Augustdrittel. Die Perseiden gelten als stärkster Meteorstrom des Jahres.

Vollmond tritt am 9. Juli um 6.07 Uhr ein, wobei der hell glänzende Erdtrabant vor den Sternen des Schützen steht. Neumond wird am 23. Juli  um 11.46 Uhr erreicht. Mit 405 930 Kilometern Distanz befindet sich der Mond am frühen Morgen des 6. Juli in Erdferne, während er am 21. Juli abends mit 361 240 Kilometern seinen erdnächsten Bahnpunkt passiert.

 Nach Einbruch der Dunkelheit ist am abendlichen Sternenhimmel hoch im Osten ein großes und leicht erkennbares Sternendreieck zu sehen, das sich aus den hellsten Sternen dreier Sternbilder zusammensetzt. Die drei Sterne heißen Wega in der Leier, Deneb im Schwan und Atair im Adler. Man nennt diese Konstellation auch Sommerdreieck.

 Hoch im Süden schreitet gerade Herkules durch die Mittagslinie, auch Meridian genannt. Der Herkules ist ein ausgedehntes Sternbild, das sich nur aus lichtschwachen Sternen zusammensetzt und daher nicht leicht zu erkennen ist. Viel auffälliger ist hingegen ein Halbkreis von Sternen neben dem Herkules. Er deutet die Nördliche Krone an. Ein Stern im Halbkreis fällt durch seine etwas größere Helligkeit auf. Er heißt Gemma, was Edelstein bedeutet. Tief im Süden krabbelt der leicht erkennbare Skorpion am Horizont entlang. Auffällig funkelt sein Hauptstern Antares.

 Der Große Wagen sinkt hoch im Westen langsam herab. Die Kassiopeia, das Himmels-W, steigt dagegen im Nordosten empor. Beide Sternbilder gehen in unseren Breiten nie unter und sind somit in jeder klaren Nacht des Jahres  zu sehen.