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Zeckenschutz erspart Haustieren viel Leid

Tierschutz : Zeckenschutz erspart Haustieren viel Leid

Hunde- und Katzenbesitzer sollten spätestens jetzt mit der Zeckenabwehr für ihre Vierbeiner starten. Es gibt verschiedene Produkte zum Aufsprühen oder Aufträufeln. Dabei muss man auf mögliche Unverträglichkeiten achten.

(np) Zecken sind nicht nur Plagegeister, sie können auch ernsthafte Krankheiten auf Tiere und Menschen übertragen. Die kleinen Krabbeltiere beherbergen oft eine gefährliche Fracht an Viren, Bakterien und Parasiten. Vor allem deshalb sollten Hunde und Katzen vor den unangenehmen Zecken geschützt werden. Entscheidend sei die Wahl eines für das Tier passenden Präparates, sagt der Bundesverband für Tiergesundheit (BfT). Er vertritt derzeit 22 führende Hersteller von Tierarzneimitteln und Futterzusatzstoffen in Deutschland.

Bei den Zeckenschutzmitteln sollten die Anwendungshinweise genau beachtet werden. Für Katzen dürfen zum Beispiel keinesfalls Produkte verwendet werden, die Permethrin enthalten. Dieser Wirkstoff gegen Parasiten schädigt den Stoffwechsel der Tiere.

Hunde und Katzen werden in unseren Breitengraden am häufigsten von Schildzecken befallen. Dazu zählt beispielsweise der Holzbock. Dieser kann die Erreger der Borreliose oder der Anaplasmose übertragen. Die Auwaldzecke ist Überträger der Babesiose, die für den Hund gefährlich werden kann.

Die dritte Zeckenart im Bunde ist die Braune Hundezecke, die trotz ihres Namens auch Katzen und Menschen für eine kleine Blutmahlzeit nicht verschmäht. Sie überträgt ebenfalls die Erreger der Babesiose und der Ehrlichiose, Katzen können durch ihren Stich auch mit Erregern der Tularämie infiziert werden.

In der jüngsten Vergangenheit machte auch die Riesenzecke Hyalomma von sich reden, die gefährliche Tropenkrankheiten im Gepäck haben kann. Nach aktuellem Stand befällt die Hyalomma-Zecke vornehmlich große Säugetiere wie Pferde und Rinder. Der Befall von Menschen lässt sich jedoch nicht ausschließen.

Für Hunde und Katzen spielen diese Zecken noch eine untergeordnete Rolle. Die Universität Hohenheim beobachtet das Aufkommen der neuen Zeckenarten genau. Nach neuesten Ergebnissen haben die Wissenschaftler für die gefährlichsten Tropenkrankheiten bislang allerdings Entwarnung gegeben.

Zecken werden in der Regel ab März aktiv, in warmen Wintern aber auch früher. Je nach Temperatur sind bestimmte Arten sogar ganzjährig zu beobachten. Ein durchgehender Schutz für Hunde und Katzen ist deshalb empfehlenswert.

Neben Hunden gehören Freigängerkatzen zu den besonders gefährdeten Tieren. Man sollte sie auf jeden Fall mit Zeckenschutz-Präparaten schützen. Es ist wichtig, bei Katzen ausschließlich Mittel anzuwenden, die speziell für sie zugelassen sind. Manche Präparate, die für andere Tiere, meist Hunde, freigegeben sind, können bei Katzen zu schweren Unverträglichkeiten führen oder sogar tödlich sein.

Dies gilt speziell für Präparate mit dem Wirkstoff Permethrin, der für Hunde sehr gut verträglich ist, von der Katze aber nicht verstoffwechselt werden kann. Vorsicht ist auch bei Hausmitteln geboten, die aufgrund ihrer natürlichen Herkunft vermeintlich gut verträglich sind. Gern genutzte Öle wie Teebaumöl können ebenfalls zu schweren Vergiftungen führen. Um hier keine Risiken einzugehen, sollten Tierhalter besser auf zugelassene Tierarzneimittel zurückgreifen. Es empfiehlt sich, die Packungsbeilage in jedem Fall vor der Anwendung genau zu lesen. Im Zweifel hilft ein Beratungsgespräch mit dem Tierarzt.

Arzneimittelhersteller Pfizer hat die Symptome der von Zecken ausgelösten Infektionen aufgelistet.

Die Borreliose wird durch das Bakterium Borrelia burgdorfer ausgelöst, Übertragen wird es durch den Gemeinen Holzbock, die häufigste Zeckenart in Deutschland. Im Schnitt trägt jede dritte Zecke Borreliose-Bakterien in sich. Die tatsächliche Zahl schwankt gebietsweise zwischen fünf und 60 Prozent.

Beim Hund können Schweregrad und Dauer einer Borreliose sehr unterschiedlich sein. Erste Symptome wie Fieber und Appetitlosigkeit lassen nicht gleich auf eine Borreliose schließen. Es kann Monate dauern, bis die Tiere Symptome wie eine Entzündung der Gelenke aufweisen. Oft sind verschiedene Gelenke wechselnd betroffen. Hinweise sind besonders stark geschwollene Gelenke an den Vorder- und Hinterläufen.

Betroffene Hunde haben Schmerzen und lahmen vor allem nach dem Aufstehen. In selteneren Fällen können Organe wie Herz und Niere geschädigt werden. Hunde können in Deutschland gegen Borreliose geimpft werden.

Die Babesiose wird durch Babesien ausgelöst, kleine einzellige Parasiten. In Deutschland überträgt die Auwaldzecke die Babesiose. Sie kann Menschen und Tiere wie Hunde, Schafe oder Rinder befallen. Die Babesiose führt unter anderem zum Zerfall roter Blutkörperchen und kann tödlich verlaufen.

Die Ehrlichiose wird von Bakterien der Gattung Ehrlichia ausgelöst. Überträger sind mehrere Zeckenarten, darunter die Braune Hundezecke. Zu den Symptomen zählen unter anderem Fieber, Blutungen, Erbrechen, Abmagern oder Abgeschlagenheit. Generell können sich alle Hunderassen infizieren, vor allem gefährdet sind jedoch Welpen.

Auch die Anaplasmose wird durch Bakterien, sogenannte Anaplasmen, ausgelöst. Diese befallen die Blutzellen. Häufig sind Hunde betroffen, aber auch andere Säuger erkranken an Anaplasmose, in seltenen Fällen sogar der Mensch.

Die Tularämie wird von Bakterien (Francisella tularensis) ausgelöst. Sie kommt vor allem bei Hasen, Kaninchen und Nagetieren vor. Betroffene Tiere magern ab, zeigen struppiges Fell, schwanken beim Gehen oder werden apathisch. Hauskatzen können durch Zeckenbisse infiziert werden, aber auch durch den Verzehr infizierter Beute.