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Wie Privatpatienten sparen können

Wie Privatpatienten sparen können

Viele Anbieter einer privaten Krankenversicherung werden zum Jahreswechsel ihre Beiträge erhöhen. Betroffene Kunden haben einige Möglichkeiten, die Kosten zu senken. Verbraucherschützer geben dazu Tipps.

Von den rund 8,8 Millionen privat krankenversicherten Bürgern in Deutschland müssen rund zwei Drittel mit teils erheblichen Beitragserhöhungen rechnen. Diese liegen laut FAZ im Schnitt zwischen elf und zwölf Prozent, in der Spitze bei rund 25 Prozent.

Wer in den kommenden Wochen eine Beitragserhöhung von seiner privaten Krankenkasse erhält, kann den Vertrag kündigen. "Die Kündigung ist innerhalb von zwei Monaten nach Erhalt der Beitragserhöhung möglich", erklärt Erk Schaarschmidt von der Verbraucherzentrale Brandenburg. Wer also am 4. November ein entsprechendes Schreiben erhält, kann bis zum 3. Januar 2017 den Vertrag auflösen. Die Kündigung gilt zu dem Zeitpunkt, zu dem die Beitragserhöhung wirken soll, also beispielsweise zum 1. Januar 2017.

Der Versicherte muss innerhalb von zwei Monaten nach seiner Kündigungserklärung jedoch einen Nachweis erbringen, dass er eine neue Krankenversicherung abgeschlossen hat. "Denn in Deutschland besteht eine allgemeine Krankenversicherungspflicht", erklärt Schaarschmidt. Andernfalls ist die Kündigung nicht wirksam.

Wer den Vertrag kündigt und sich einen anderen Anbieter sucht, muss meist mit einer erneuten Gesundheitsprüfung sowie wegfallenden Altersrückstellungen rechnen. Deshalb ist es oft sinnvoller, einen anderen Tarif beim selben Versicherer zu wählen, Leistungen einzuschränken oder etwa die Selbstbeteiligung zu erhöhen. Neben einer kompletten Selbstbeteiligung (Höchstgrenze 5000 Euro) für alle ambulanten und stationären Leistungen sind Zuzahlungen aus eigener Tasche auch nur für Teilbereiche möglich - zum Beispiel nur für Krankenhausaufenthalte.

"Wer innerhalb der Krankenkasse wechselt, muss sich in der Regel nicht erneut den Gesundheitsfragen stellen", erklärt der Verbraucherschützer . "Beansprucht ein Versicherter allerdings bessere Leistungen, muss er unter Umständen mit Nachfragen rechnen."

Hilfebedürftige Personen, die etwa Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe oder Grundsicherung beantragt haben, können ihrem Versicherer mitteilen, dass sie in den Basistarif wechseln wollen. "Der Beitrag reduziert sich dadurch um die Hälfte", erklärt Erk Schaarschmidt. Die andere Hälfte oder gegebenenfalls auch mehr übernimmt die Sozialbehörde. Nicht immer akzeptieren die Versicherer die Umstufung rückwirkend. Versicherte sollten schnell handeln. Die Prämien müssen sie weiter zahlen, bis der Antrag beim Versicherer eingegangen ist. Der Basistarif ist aber häufig teurer als der Standardtarif bei vergleichbaren Leistungen. "Ohne Not sollte man deshalb nicht in den Basistarif wechseln", rät Schaarschmidt.

Ein Wechsel von der privaten in die gesetzliche Krankenkasse geht nur in Ausnahmefällen, beispielsweise bei versicherungspflichtigen Beschäftigungen. Neben dem Berufsstatus spielen Einkommen und Alter eine Rolle. "Das ist aber grundsätzlich auch nur bis zum 55. Lebensjahr möglich", erklärt Schaarschmidt. Wer älter ist, hat kaum noch Chancen aus der privaten Krankenversicherung herauszukommen.

Wer Probleme beim Wechsel hat, kann sich an den Ombudsmann der privaten Kranken- und Pflegeversicherer wenden.

pkv-ombudsmann.de/