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Verbrauchertipp
Wenn Pakete bei Nachbarn landen

Viele Pakete werden bei einem Nachbarn abgegeben. Der ist rechtlich aber keinesfalls verpflichtet, sie anzunehmen.
Viele Pakete werden bei einem Nachbarn abgegeben. Der ist rechtlich aber keinesfalls verpflichtet, sie anzunehmen. FOTO: dpa-tmn / Andrea Warnecke
Düsseldorf. Niemand ist verpflichtet, eine fremde Sendung anzunehmen und aufzubewahren.

(dpa) Viele Kunden erledigen ihre Einkäufe heute online: Bücher, Kleidung oder Lebensmittel. Doch nicht immer ist man zu Hause, wenn der Paketbote klingelt. In der Regel wird die Lieferung dann nebenan abgegeben. Allerdings kann das auch nerven, zum Beispiel, wenn man selber Pakete angenommen hat, die dann aber nicht abgeholt werden. Was dann zu tun ist, erklärt Julian Graf von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.


Muss man ein Paket für seinen Nachbarn annehmen?



Nein, rechtlich ist dazu niemand verpflichtet. Wenn man das Paket annimmt, entsteht auch kein Vertragsverhältnis zu dem Nachbarn. Erklärt man sich jedoch bereit, das Paket anzunehmen, sollte man es sorgfältig behandeln und auf keinen Fall dem Nachbarn einfach vor die Tür stellen.

Haftet man, wenn das Paket beschädigt ist?

Wenn man ein Paket angenommen hat, haftet man grundsätzlich nur dann, wenn man selbst dazu beigetragen hat, dass es beschädigt wurde oder der Inhalt verloren gegangen ist. Wenn das Paket schon beim Transport beschädigt wurde, muss man das beim Paketzusteller reklamieren. Offenkundige Schäden müssen sofort angezeigt werden und versteckte Transportschäden innerhalb von sieben Tagen. Wenn man also merkt, dass es im Paket scheppert, sollte man den Zusteller bitten, das zu protokollieren.

Wie lange muss man ein Paket aufbewahren?

Dafür gibt es keine klaren Vorgaben. Man sollte seinen Nachbarn informieren, wenn man lange nichts von ihm hört. Zwar muss auch der Zusteller ihn über die Ersatzzustellung informieren, aber es gibt immer wieder Fälle, wo das unterbleibt. Wenn der Nachbar gar nicht reagiert, kann man das Paket beim Fundbüro abgeben. Theoretisch kann man es auch zurückschicken. Dann kommen aber eventuell Versandkosten auf einen zu.