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Wenn Hunde vor Gericht stehen

Wenn Hunde vor Gericht stehen

Für manche Menschen sind Hunde beste Freunde, für andere eine Störquelle auf vier Beinen: scharfe Zähne, lautes Bellen, gelegentlich ein Häufchen. Vor Gericht werden deshalb immer wieder skurrile Hundefälle verhandelt.

Hunde stehen oft im Mittelpunkt von Gerichtsverhandlungen, wie die aufgeführten fünf Fälle zeigen.

Deckung: Rüden dürfen Hündinnen nicht ohne Einverständnis von deren Besitzer decken. Tun sie es doch, gilt das als Sachbeschädigung. 2014 verlangte der Anwalt einer Hundebesitzerin vor dem Landgericht Coburg in Bayern 16 000 Euro Schmerzensgeld. Die beiden Parteien einigten sich schließlich auf eine Ausgleichszahlung von 500 Euro.

Hunde in Mengen: Mieter einer Zweieinhalb-Zimmer-Wohnung hielten dort fünf Hunde. Zu viel, urteilte 2014 das Amtsgericht München und gab der Klage des Vermieters Recht. Hundehaltung sei zwar grundsätzlich im Haus erlaubt. Die Haltung von mehr als einem Hund entspreche aber nicht mehr dem vertragsgemäßen Gebrauch, sagte der Richter.

Verleugneter Hund: Eine Vermieterin warf einem Mieter im Jahr 2009 vor, trotz Verbots einen Hund zu halten. Der Mann beteuerte, Bulldogge Clyde lebe bei seiner Mutter im Haus. Clyde wurde in den Zeugenstand des Amtsgerichts Köln geladen. Dort wurde klar, dass die Seniorin mit dem großen Tier gar nicht fertig wird. Das Gericht gab der Vermieterin Recht.

Lautes Dutzend: Das Celler Amtsgericht untersagte 2002 einer Hundehalterin in Wietze, Niedersachsen, die Haltung von 15 Cockerspaniels. Damit wehrte sich ein Nachbar erfolgreich gegen das häufig kläffende Rudel im Wohngebiet. Die Frau darf jetzt nur noch drei Hunde halten und muss nachts sowie in der Mittagszeit für Ruhe sorgen.

Hund gegen Postbote: Briefträger, die von Hunden angegriffen werden, dürfen sich auch mit Fußtritten und Knüppeln wehren. Das Oberlandesgericht Hamm befand 1997, die Tierarzt-Kosten für Dackel Biene müsse sein Besitzer tragen und nicht der Zusteller.