| 20:21 Uhr

Aus dem Sozialgericht
Vom Kollegen verprügelt: Arbeitsunfall

Stuttgart. (dpa) Wird ein Arbeitnehmer auf dem Heimweg von einem Kollegen geschlagen, kann das als Arbeitsunfall gelten. Voraussetzung ist, dass der Streit mit dem Heimweg in Zusammenhang stand. Das ergibt sich aus einem Urteil des Landessozialgerichts Baden-Württemberg (Az.: L 1 U 1277/17).

(dpa) Wird ein Arbeitnehmer auf dem Heimweg von einem Kollegen geschlagen, kann das als Arbeitsunfall gelten. Voraussetzung ist, dass der Streit mit dem Heimweg in Zusammenhang stand. Das ergibt sich aus einem Urteil des Landessozialgerichts Baden-Württemberg (Az.: L 1 U 1277/17).


Ein Arbeiter fuhr nach dem Einsatz auf einer Baustelle mit dem Firmentransporter zurück. Er nahm auch mehrere Kollegen mit. Im Wagen wurde darüber gestritten, ob man wegen der verschwitzten Kleidung die Fenster öffnen oder besser Zugluft vermeiden solle. Als der Fahrer einen Kollegen schließlich absetzte, ließ dieser die Beifahrertür offenstehen, sodass der Fahrer aussteigen musste, um sie zu schließen. Dabei griff ihn der Kollege an.

Der Fahrer wurde dabei schwer verletzt und der Täter später wegen vorsätzlicher Körperverletzung zu einer Geldstrafe verurteilt. Die Berufsgenossenschaft wollte die Verletzung des Fahrers allerdings nicht als Arbeitsunfall anerkennen. Sie argumentierte, der Streit sei wegen persönlicher Differenzen eskaliert.



Das sah das Landessozialgericht anders. Der direkte Nachhauseweg von der Arbeitsstätte zur Wohnung stehe unter dem Schutz der gesetzlichen Wegeunfallversicherung. Dieser Schutz sei nicht unterbrochen worden. Die Ursachen des Streits seien nicht im privaten Bereich begründet gewesen, sondern in der versicherten Tätigkeit des Fahrers. Daher liege ein Arbeitsunfall vor.