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UV-Licht bremst Multiple Sklerose

Ultraviolett-Strahlung kann Patienten helfen, die an Multipler Sklerose leiden. Foto: Fotolia
Ultraviolett-Strahlung kann Patienten helfen, die an Multipler Sklerose leiden. Foto: Fotolia FOTO: Fotolia
Ultraviolettstrahlung kurbelt in der Haut die Produktion von Vitamin D an. Das ist gut für Patienten, die an Multipler Sklerose leiden. Mit zunehmendem Sonnenschein werden MS-Schübe seltener, so die Gesellschaft für Neurologie. Nico Pointner

Berlin. Über 200 Stunden scheint in den Monaten Mai und Juni in unseren Breiten die Sonne. In den dunkelsten Monaten des Jahres, im Dezember und im Januar, ist die Sonne dagegen nur 40 bis 50 Stunden am Himmel zu sehen. Das drückt nicht nur die Stimmung. Der Lichtmangel im Winter belastet auch das Immunsystem, so die Deutsche Gesellschaft für Neurologie.

Besonders schlecht sei Lichtmangel für Patienten , die an Multipler Sklerose (MS) leiden. "Je höher die natürliche UV-Strahlung, desto geringer die Wahrscheinlichkeit der MS-Schübe", so Professor Heinz Wiendl von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN). Seine Arbeitsgruppe an der Uniklinik Münster und australische Neurologen des Royal Melbourne Hospitals haben diese Zusammenhänge nun untersucht. Multiple Sklerose ist die häufigste chronisch-entzündliche Krankheit des Nervensystems. Sie kann in Schüben auftreten, bei denen sich die Symptome plötzlich verschlimmern. Die Untersuchung zeige, so die Gesellschaft für Neurologie, dass sich MS-Schübe im Frühjahr nach Monaten des Lichtmangels häufen. Im Herbst, nach Monaten des Sonnenscheins, sind sie seltener. Sonnenlicht kurbelt in der Haut die Produktion von Vitamin D an, dem eine Schutzwirkungen gegen Autoimmunerkrankungen wie MS zugeschrieben wird.

Blutuntersuchungen der Mediziner aus Münster zeigten, so die DGN, dass UV-B-Licht binnen 24 Stunden auch die Produktion von Zellen steigert, die Autoimmunreaktionen bremsen. So schnell wie deren Konzentration steigt sinkt sie allerdings auch wieder. Dieser Schutz nehme außerdem mit wachsender Entfernung zum Äquator ab, so die DGN.

Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass Menschen in den dunkleren Regionen des Globus ihre knappen Vitamin-Vorräte schneller verbrauchen und aus diesem Grund im Winter früher Mangel leiden. Als dessen Folge wachse wiederum die Wahrscheinlichkeit von MS-Schüben bei den Patienten .