Sternschnuppen-Überraschung?

Für Sternengucker : Der Drache speit Sternschnuppen

Am Abendhimmel tummeln sich jetzt Jupiter und Saturn. Winterzeit beginnt am 27. Oktober.

(dpa) Bereits in der Abenddämmerung, die nun immer früher einsetzt, sieht man tief am Südwesthimmel den Riesenplaneten Jupiter. Er ist als heller Lichtpunkt zu erkennen, der durch die horizontnahen Dunstschichten leicht gelblich erscheint. Jupiter geht am Monatsbeginn kurz vor 22 Uhr unter.

Als zweiter heller Planet am Abendhimmel ist Saturn zu sehen. Seine Aufenthaltsdauer verkürzt sich jedoch im Laufe des Monats. Ende Oktober sind es noch drei Stunden. Im Teleskop sind bei etwa 200-facher Vergrößerung die Ringe des Saturn gut zu sehen. In der kosmisch gesehen kurzen Zeit von 100 Millionen Jahren wird Saturn sein Ringsystem allerdings verlieren. Die eisgepanzerten Ringpartikel regnen permanent auf den Saturnglobus hinab. Ein Nachschub für die Partikel ist nicht in Sicht.

Ende Oktober tritt die helle Venus tief am Südwesthimmel in Erscheinung. Doch erst um die Weihnachtszeit wird Venus als auffällig heller Abendstern die Blicke auf sich ziehen. Merkur ist im Oktober nicht am Nachthimmel zu sehen.

Uranus steht der Sonne am 28. Oktober im Sternbild Widder genau gegenüber. Er ist somit die ganze Nacht am Sternenhimmel vertreten. Allerdings ist er wegen seiner großen Entfernung zur Sonne so lichtschwach, dass er mit bloßen Augen kaum zu sehen ist. Im Teleskop erkennt man eine grünliche Murmel.

Vom 6. bis 10. Oktober tauchen die Sternschnuppen der Draconiden auf. Sie scheinen dem Sternbild Drache zu entströmen. Ihr Ursprung ist der Komet 21P/Giacobini-Zinner, weshalb dieser Meteorstrom auch Giacobiniden heißt. Das Maximum wird am 9. Oktober erwartet.

Am abendlichen Sternenhimmel macht sich nun der Herbst bemerkbar. Das Sommerdreieck aus den drei hellen Sternen Wega, Deneb und Atair ist deutlich nach Westen gerückt. Deneb im Schwan steht dabei fast senkrecht über unseren Köpfen. Mit rund 2000 Lichtjahren Entfernung ist diese bläuliche Riesensonne der fernste Stern erster Größenklasse. Deneb leuchtet 130 000 Mal heller als unsere Sonne.

Fast im Zenit sieht man das Himmels-W. Der Große Wagen hingegen rollt tief den Nordhorizont entlang, wobei er leicht übersehen werden kann. Hoch im Süden nimmt das große Sternenviereck des Pegasus seinen Platz ein. Der Pegasus ist das Leitsternbild des Herbstes.

An dieses Herbstviereck schließt sich die Sternenkette der Andromeda an. Im Sternbild der Andromeda erkennt man bei guten Sichtbedingungen ein schwach leuchtendes, längliches Fleckchen. Es handelt sich um unsere Nachbarmilchstraße, die Andromedagalaxie. Etwa 500 Milliarden Sterne formen ein riesiges, spiralförmiges Sternengebilde in fast drei Millionen Lichtjahren Entfernung.

Halbhoch am Osthimmel ist der Widder zu sehen, ein kleines Sternbild, dessen drei hellste Sterne ein stumpfwinkliges Dreieck bilden. Der Widder ist leicht zu erkennen, obwohl seine Sterne nicht besonders hell sind. Tief am Südhimmel leuchtet Fomalhaut, hellster Stern im Sternbild Südlicher Fisch. Der Name kommt aus dem Arabischen und bedeutet „Maul des Fisches“.

Am 13. Oktober tritt um 23.08 Uhr im Sternbild Fische die Vollmondphase ein. Es ist der kleinste Vollmond im Jahr 2019, denn nur drei Tage vorher ist der Mond 405 900 Kilometer von der Erde entfernt. Neumond wird am 28. Oktober um 4.38 Uhr erreicht.

Die Tageslänge schrumpft im Oktober um fast zwei Stunden. Am Sonntag, 27. Oktober, endet die Mitteleuropäische Sommerzeit. Um drei Uhr morgens sind die Uhren um eine Stunde zurückzustellen.

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