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Sternenhimmel im Februar: Venus stiehlt anderen Planeten die Schau

Astronomie : Venus stiehlt anderen Planeten die Schau

Im Februar sind die Wintersternbilder am Nachthimmel schon auf Abschiedstour.

(dpa) Im Februar macht sich kurz nach Sonnenuntergang am Südwesthimmel ein Lichtpunkt bemerkbar. Mit zunehmender Dunkelheit tritt er immer deutlicher hervor, bis er als hellstrahlendes Gestirn unübersehbar ist. Es handelt sich um den inneren Nachbarplaneten der Erde, die Venus. Sie übertrifft mit ihrem Glanz alle anderen Gestirne – abgesehen von Sonne und Mond natürlich.

Venus spielt zurzeit ihre Rolle als Abendstern. Der Planet ist 108 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt. Das sind 72 Prozent der Distanz Sonne – Erde. Für einen vollen Umlauf um die Sonne benötigt sie siebeneinhalb Monate.

Unter allen Planeten kommt Venus der Erde am nächsten; sie ist auch fast so groß wie diese. Eine dichte, geschlossene Wolkendecke hüllt die Venus ein. Sie reflektiert einen Großteil des Sonnenlichtes, weshalb der Abendstern so hell ist. Da Venus der Sonne näher ist als die Erde, kann es dort sehr heiß werden. Die Temperaturen liegen bei 470 Grad Celsius. An manchen Orten wurde über 590 Grad gemessen.

Der Atmosphärendruck ist etwa so hoch wie in 900 Metern Meerestiefe auf der Erde. Wasser gibt es keines, die Venus ist staubtrocken. Nicht nur die größere Sonnennähe bedingt die hohen Temperaturen. Eine wesentliche Rolle spielt der Treibhauseffekt. Zu über 96 Prozent setzt sich die Venusatmosphäre aus Kohlendioxid zusammen.

Zu Beginn des Monats geht Venus kurz vor neun Uhr abends unter, am 29. Februar aber erst eine Viertelstunde nach zehn Uhr abends. Ein netter Himmelsanblick ergibt sich am 27. Februar gegen 21 Uhr, wenn die zunehmende Mondsichel im Westen nahe der Venus zu sehen ist.

Der flinke Merkur zeigt sich vom 6. bis 12. Februar in der fortgeschrittenen Abenddämmerung knapp über dem Westhorizont. Als sonnennächster Planet ist er nur selten zu sehen, da er sich meist nahe der Sonne am Taghimmel aufhält. Kurz nach halb sechs Uhr abends ist es bereits so dunkel, dass man den Benjamin der Planeten erkennen kann. Gegen 19 Uhr verschwindet er jedoch im Dunst des Horizonts.

Mars kann am Morgenhimmel beobachtet werden. Ab etwa 5 Uhr morgens kann man den rot-gelben Planeten knapp über dem Südosthorizont ausmachen. Noch ist er allerdings nicht besonders hell. Jupiter erscheint ebenfalls auf der morgendlichen Himmelsbühne. Er wandert gemächlich durch das Sternbild Schütze. Der Riesenplanet geht nach Mars gegen halb sieben Uhr morgens auf. Bis Ende Februar verfrühen sich die Jupiteraufgänge um eineinhalb Stunden auf 5 Uhr. Der gelblich-weiße Planet ist deutlich heller als Mars.

Vollmond tritt am 9. Februar um 8.33 Uhr im Sternbild Löwe ein. Einen Tag später kommt der Mond mit 360 460 Kilometern Abstand in Erdnähe. Neumond wird am 23. Februar um 16.32 Uhr erreicht. Am 26. Februar passiert der Mond mittags seinen erdfernsten Bahnpunkt in 406 280 Kilometern Distanz.

Die Wintersternbilder sind deutlich nach Westen gerückt. Hoch über unseren Köpfen erblickt man die beiden Zwillingssterne Kastor und Pollux. Fast im Zenit leuchtet die gelbliche Kapella im Fuhrmann. Am Westhimmel nimmt der Stier mit Aldebaran seinen Platz ein, während Orion, das dominierende Wintersternbild, im Südwesten allmählich untergeht. Die beiden Hauptsterne des Orion, die rötliche Beteigeuze und der bläulich-weiße Rigel, deuten die östliche Schulter und den westlichen Fuß des Himmelsjägers an.

Beteigeuze ist ein roter Überriesenstern, 20-mal schwerer als unsere Sonne. Beteigeuze ist neun Millionen Jahre alt, während unsere Sonne schon seit fast fünf Milliarden Jahren leuchtet. Beteigeuze zählt zu den veränderlichen Sternen. Seine Helligkeit variiert, da er pulsiert. Massereiche Sterne leben viel kürzer als unsere Sonne und beenden ihr Dasein in einer gewaltigen Explosion, einer Supernova. Wenn Beteigeuze als Supernova endet, leuchtet sie einige Tage heller als der Vollmond.

Die Sonne wandert am aufsteigenden Ast ihrer Jahresbahn. Am 17. Februar wechselt sie um ein Uhr morgens aus dem Sternbild Steinbock in den Wassermann. Zwei Tage später tritt sie ins Tierkreiszeichen Fische. Ihre Mittagshöhe gewinnt fast zehn Grad. Die Tageslänge nimmt im Februar um rund eineinhalb Stunden zu.