Der Sternenhimmel im Januar 2020 : Rätsel um Supernova im Sternbild Orion

Wer genau hinsieht, kann am 10. Januar eine Halbschattenfinsternis des Mondes erkennen.

(dpa) In der Abenddämmerung strahlt im Januar im Südwesten ein helles Gestirn auf, lange bevor die Sterne sichtbar werden. Es ist die Venus. Nach Sonne und Mond ist Venus das hellste Gestirn am irdischen Firmament. Anfang Januar zieht sich Venus kurz nach 19 Uhr vom Abendhimmel zurück. Ende des Monats versinkt der Abendstern erst kurz vor 21 Uhr unter dem südwestlichen Horizont.

Ist die Sicht sehr günstig, kann man zum Monatsende den Merkur tief im Südwesten ausmachen. Am 28. Januar versinkt der kleinste der Planeten kurz nach 18 Uhr hinter dem Südwesthorizont.

Mars tritt am Morgenhimmel auf. Am 17. Januar wandert der kalte Wüstenplanet etwa zehn Vollmondbreiten nördlich am tiefroten Antares vorbei, dem Hauptstern des Skorpions. Da Antares in der Nähe der Sonnenbahn steht, wird er manchmal mit Mars verwechselt. Zurzeit ist Antares eindeutig heller.

Jupiter kann man ab 25. Januar am Morgenhimmel knapp über dem Südwesthorizont ausmachen. Der Riesenplanet ist eindeutig heller als Mars und Antares. Saturn ist nicht zu sehen.

Vollmond ist am 10. Januar um 20.21 Uhr im Sternbild Zwillinge. Da der Mond kurz vorher die Ebene der Erdbahn von Süd nach Nord durchstoßen hat, wandert er durch den Halbschatten der Erde. Es ereignet sich somit eine Halbschattenfinsternis des Mondes, die von Deutschland aus beobachtet werden kann. Sie beginnt gegen 18.06 Uhr mit Eintritt des Mondes in den Halbschatten. Die Finsternis endet gegen 22.14 Uhr mit Austritt des Mondes aus dem Halbschatten.

Halbschattenfinsternisse sind unauffällige Ereignisse, die nur von aufmerksamen Beobachtern erkannt werden. Sowohl der Eintritt in den Halbschatten als auch der Austritt können grundsätzlich nicht beobachtet werden. Zur Mitte der Finsternis ist jedoch ein deutlicher Grauschleier über der Südregion des Mondes zu erkennen.

Neumond tritt am 24. Januar um 22.42 Uhr ein. Zweimal ist der Mond im Januar weit von der Erde entfernt. Am 2. Januar trennen ihn 404 580 Kilometer von der Erde und am 29. Januar sind es 405 390 Kilometer. Der Erde am nächsten steht der Mond am 13. Januar mit 365 960 Kilometern Entfernung.

Zu Jahresbeginn flammen die Sternschnuppen der Quadrantiden auf. Sie scheinen dem Nordteil des Sternbildes Rinderhirt oder Bootes zu entströmen. Vom 1. bis 10. Januar tauchen die Sternschnuppen dieses Stromes in der zweiten Nachthälfte auf. Der Höhepunkt der Quadrantidenaktivität wird in den Morgenstunden des 4. Januar erwartet.

Der zunehmende Mond ist schon untergegangen und stört nicht mit seinem Licht die Beobachtung der Sternschnuppen. Pro Stunde ist mit rund 100 bis 200 Meteoren zu rechnen. Helle Sternschnuppen kommen dabei nur selten vor.

Der Wintersternenhimmel entfaltet nun seine volle Pracht. Leitsternbild des Winterhimmels ist der Orion. Ein heller, rötlicher Stern deutet die östliche Schulter an. Er wird Beteigeuze genannt. Man vermutet, dass dieser Stern im fortgeschrittenen Lebensalter demnächst in einer gewaltigen Explosion, einer Supernova, zerrissen wird. Demnächst kann jedoch eine Million, vielleicht aber auch hundert Millionen Jahre bedeuten. Für einen Milliarden Jahre alten Stern ist das eine kurze Zeitspanne. Vielleicht aber ist Beteigeuze schon lange explodiert und wir wissen es nur noch nicht, denn das Licht von Beteigeuze ist 640 Jahre zu uns unterwegs.

Der zweite helle Stern im Orion soll den westlichen Fuß des Jägers andeuten. Er heißt Rigel und funkelt in einem bläulich-weißen Licht. Er ist rund 600 Lichtjahre von uns entfernt und leuchtet so hell wie 60 000 unserer Sonnen. Zwischen Beteigeuze und Rigel stehen drei etwas schwächere Sterne in einer geraden Reihe. Sie markieren den Gürtel des Jägers.

Im Südosten flackert unübersehbar der bläulich-weiße Sirius, Hauptstern im Sternbild Großer Hund und hellster Fixstern am irdischen Firmament. Ein wenig höher als Sirius steht Prokyon im Kleinen Hund. Blickt man senkrecht nach oben, so sieht man einen hellen, gelblichen Stern, die Kapella im Sternbild des Fuhrmann.

Knapp südwestlich vom Fuhrmann ist der Stier beheimatet mit seinem orange-gelben Hauptstern Aldebaran und den beiden Sternhaufen Hyaden und Plejaden. Dem Stier folgen im Tierkreis die Zwillinge, die von zwei Sternketten dargestellt werden.

Die Tage werden im Januar bereits wieder merkbar länger. Die Tageslänge wächst um eine gute Stunde.