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Der Sternenhimmel im September: Saturn schmückt den Abendhimmel

Der Sternenhimmel im September : Saturn schmückt den Abendhimmel

Tagundnachtgleiche: Ab 22. September werden die Nächte schon wieder länger als die Tage.

(dpa) Jupiter, der in den letzten Monaten mit seinem Glanz den Abendhimmel beherrschte, ist im September nur noch in der ersten Monatshälfte in der fortgeschrittenen Abenddämmerung zu sehen. Im Fernglas erkennt man die vier großen Monde des Riesenplaneten am Westhimmel knapp über dem Horizont.

 Den Jupiter umrunden derzeit jedoch 69 bekannte Monde. Zwei davon wurden erst im Juni entdeckt. Sie haben nur knapp zwei Kilometer Durchmesser. Sie laufen auf langgestreckten und zur Jupiterbahn stark geneigten Bahnen. Da sie den Riesenplaneten entgegengesetzt dem allgemeinen Umlaufsinn im Sonnensystem umkreisen (retrograd), ist davon auszugehen, dass sie einst von Jupiter eingefangen wurden. 

 Schönstes Himmelsobjekt am Abendhimmel ist der ringgeschmückte Planet Saturn. Er hält sich im Sternbild Schlangenträger auf, dessen Sterne so lichtschwach sind, dass sie am aufgehellten Nachthimmel kaum zu sehen sind. Leicht zu erkennen ist hingegen Antares, der rote Überriesenstern im Skorpion. Saturn steht ein wenig nordöstlich von Antares. Bei 200-facher Vergrößerung sieht das derzeit weit geöffnete Ringsystem prächtig aus. Man blickt auf die Nordseite der Ringe und auf die Nordhalbkugel des Saturns.

 Am 15. September soll die Raumsonde Cassini in einer geplanten Kamikaze-Mission in die dichte Saturn-Atmosphäre eindringen und verglühen. Cassini wurde im Oktober 1997 gestartet. Nach einer siebenjährigen Reise schwenkte sie Anfang Juli 2004 in eine Umlaufbahn ein. Seitdem umkreist sie den Saturn.

 Venus spielt nach wie vor ihre Rolle als Morgenstern. Geht sie Anfang September kurz nach halb vier Uhr morgens auf, erscheint sie am Monatsende erst kurz nach fünf Uhr am Osthorizont. Am 20. September passiert Venus den Königsstern Regulus im Löwen eine Vollmondbreite nördlich.

 Merkur ist vom 12. bis 20. September in der Morgendämmerung knapp über dem Osthorizont als gelblicher Lichtpunkt zu erspähen. Merkur ist mit 4878 Kilometer Durchmesser nur ein Drittel so groß wie die Erde. Er ist nicht nur der kleinste der acht Planeten unseres Sonnensystems, er wird auch immer kleiner. Pro eine Milliarde Jahre schrumpft sein Durchmesser um zwei Kilometer.

 Um die Monatsmitte taucht endlich Mars wieder am Morgenhimmel auf. Damit ergibt sich eine nette Planetenparade frühmorgens am Osthimmel. Zu den drei Planeten Venus, Mars und Merkur gesellt sich am 18. September die schmale Sichel des abnehmenden Mondes. Am 16. September wandert Merkur ganz knapp nördlich an Mars vorbei.

 Der bläuliche Neptun kommt am 5. September im Sternbild Wassermann in Opposition zur Sonne. Er ist die gesamte Nacht über am Sternenhimmel vertreten. Neptun ist der sonnenfernste der großen Planeten. Er wandert in 30-facher Distanz der Entfernung von Erde und Sonne um das Zentralgestirn, wobei eine Umrundung 165 Jahre dauert. Wegen seiner großen Entfernung ist Neptun so lichtschwach, dass man ihn nur mit lichtstarken Ferngläsern oder Teleskopen sehen kann.

 Vollmond wird am 6. September um 9.03 Uhr im Sternbild Wassermann erreicht. Neumond ist am 20. September um 7.30 Uhr. Am 13. September kommt der  Mond spät nachmittags der Erde am nächsten. Die Distanz beträgt dann  369 860 Kilometer. Am weitesten weg ist der Mond am 27. September vormittags: 404 350 Kilometer.

  Hoch im Osten erkennt man das Pegasusquadrat. Es wird auch Herbstviereck genannt, da der Pegasus das Leitsternbild des Herbstes ist. An das Herbstviereck schließt sich die Sternenkette der Andromeda an. In ihr sieht man in dunkler, klarer Nacht fernab irdischer Beleuchtung ein blasses Lichtfleckchen, unsere Nachbarmilchstraße, die Andromedagalaxie. Mehr als 400 Milliarden Sonnen leuchten in einer Entfernung von fast drei Millionen Lichtjahren.

Am 22. September überschreitet die Sonne den Himmelsäquator um 22.02 Uhr in südlicher Richtung: Der Herbst beginnt. An diesem Tag sind Tag und Nacht gleich lang.