Ratgeber bei Überschwemmung Was tun, wenn der Keller unter Wasser steht? So gehen Sie am besten vor

Service · Starkregen und Überschwemmungen machen den Saarländern gerade schwer zu schaffen – einige Städte und Dörfer wurden bereits geflutet. Was aber tun, wenn die Wassermassen das eigene Haus erreichen und der Keller vollläuft?

 Im Moment laufen die Keller vieler Häuser im Saarland voll. Auch dieses Haus in Werbeln hat es getroffen.

Im Moment laufen die Keller vieler Häuser im Saarland voll. Auch dieses Haus in Werbeln hat es getroffen.

Foto: Ruppenthal

Bei der Starkregen-Katastrophe, die das Saarland heimsuchte, kann man leicht die Fassung verlieren. Hausbesitzer müssen größtenteils hilflos dabei zusehen, wie Flusspegel steigen und sich die Wassermassen einen Weg in die eigenen vier Wände Bahnen. Spätestens, wenn der Keller beginnt, feucht zu werden, schrillen dann alle Alarmglocken. Dabei gilt gerade in diesem Moment: besonnen bleiben. Übereifriges handeln und hochkochende Emotionen können den Schaden noch verschlimmern.

Vorsicht vor Stromschlag

Unser erster Ratschlag kann über Leben und Tod entscheiden. Wenn klar ist, dass der Keller demnächst unter Wasser stehen wird, gilt es den Strom abzustellen. Ansonsten droht ein Stromschlag. Dabei gilt: Vorsicht ist besser als Nachsicht. Im Zweifelsfall sollte lieber früher als später reagiert werden. Ansonsten kann es passieren, dass sich rings um den Stromkasten bereits Wasser befindet. Dann sind dem Laien die Hände gebunden. In so einer Situation sollte man es den Einsatzkräften der Feuerwehr überlassen, den Keller gegen Stromschläge abzusichern.

Da sich in vielen Kellern auch die Tanks der Ölheizung befinden, kann es passieren, dass sich das eindringende Regenwasser mit Öl vermischt. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe rät dazu, die Beseitigung Profis zu überlassen. Auch Farben, Lack, Pflanzenschutzmittel oder Benzin werden zum Problem, wenn sie ins Wasser gelangen. Dann ist ein Anruf bei der Feuerwehr notwendig.

Das eigene Leben schützen

Gerade wenn das Wasser sehr schnell steigt, sollte der Hausbesitzer im Zweifelsfall die Füße stillhalten. Egal, ob es um die Absicherung des Kellers, die Rettung von Habseligkeiten oder das Abpumpen der Wassermassen geht. Steht das Wasser sprichwörtlich bis zum Hals, ist jede Form von Orientierung Glückssache. So paradox es auch klingt: Manchmal ist es in akuten Notlagen goldrichtig, den Dingen ihren Lauf zu lassen. So schmerzhaft das auch sein mag. Die eigene Gesundheit geht vor.

Spricht nichts gegen das Betreten des Kellers, macht es Sinn, möglichst zügig mit dem Abpumpen zu beginnen. Obacht: Dafür darf das Wasser nicht zu hoch stehen, ansonsten drohen Schäden am Haus - hier kann man sich bei der Gemeinde rückversichern. Die Pumpen selbst lassen sich über den Einzelhandel erwerben. Sollte es hier aufgrund der Überschwemmungslage zu Lieferengpässen kommen, lohnt sich ein Blick auf den Online-Handel.

Gründliche Säuberung notwendig

Mit dem Abpumpen des Kellers ist es nicht getan, auch wenn ein schnelles Entfernen des Wassers die Schäden am Haus mindert. Meistens bleibt Schlamm zurück. Trocknet der erst einmal, muss man Himmel und Hölle in Bewegung setzen, um ihn loszuwerden. Das muss nicht sein. Eine schnelle Entfernung mit Schaufel, Eimer und Wischmopp erspart spätere Kopfschmerzen.

Ebenfalls zum Problem kann Schimmel werden, der die neue Feuchtigkeit im Keller zu schätzen weiß. Am besten gibt man dem ungebetenen Gast gar nicht erst die Chance, es sich heimisch zu machen. Heizgeräte fürs Trocknen machen mit der Restfeuchtigkeit Schluss.

Fachgerecht entsorgen

Möbel und Lebensmittel, die nicht vor den Fluten gerettet werden konnten, sind anschließend oft hinüber. Der Hausmüll ist dafür allerdings die falsche Adresse. Stattdessen müssen die Sachen fachgerecht entsorgt werden. Im Zweifelsfall einfach mit dem eigenen Entsorger abklären, was mit dem Unrat geschehen soll.

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