Reigen der Sommersternbilder

Astronomie : Im Juni über 16 Stunden Helligkeit am Tag

Zur Sommersonnenwende am 21. Juni ist der Tag mehr als acht Stunden länger als zur Wintersonnenwende.

(dpa) Der Riesenplanet Jupiter beherrscht den Nachthimmel im Juni. Vom Mond abgesehen ist er das hellste Objekt am Nachthimmel. Am Pfingstmontag, 10. Juni, steht der Riesenplanet im Sternbild Schlangenträger der Sonne genau gegenüber. Er erreicht dann mit 641 Millionen Kilometern seine geringste Entfernung von der Erde. Bei Sonnenuntergang geht Jupiter im Südosten auf, erreicht um Mitternacht seine höchste Stellung im Süden und geht morgens bei Sonnenaufgang im Südwesten unter. Am 16. Juni erhält Jupiter Besuch vom Vollmond, der nördlich an ihm vorbeizieht.

Jupiter ist der größte und massereichste Planet unseres Sonnensystems. In den Jupiterglobus passen 1400 Erdkugeln. Um Jupiter aufzuwiegen, müsste man 318 Mal die Erde auf eine kosmische Waagschale legen. Mit insgesamt 79 erfassten Trabanten ist Jupiter zudem der mondreichste Planet. Die meisten von ihnen besitzen aber nur wenige Kilometer Durchmesser. Zwölf Jahre ist der Riesenplanet unterwegs, um einmal um die Sonne zu laufen. Um sich selbst dreht er sich schnell. Ein Tag auf ihm dauert knapp zehn Stunden. Kein anderer Planet rotiert so rasant. Im Fernrohr ist Jupiter als ovales Planetenscheibchen zu sehen, weil er infolge der raschen Rotation stark abgeplattet ist.

Mars zieht sich Mitte Juni vom Abendhimmel zurück und wird unsichtbar. Merkur gibt zur Monatsmitte ein kurzes Gastspiel in der Abenddämmerung. Vom 6. bis 18. Juni kann man den sonnennahen Planeten etwa eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang tief am Westhimmel erspähen. Saturn im Sternbild Schütze geht zu Monatsbeginn kurz vor Mitternacht im Südosten auf, Ende Juni bereits zwei Stunden früher, wenn gerade die Abenddämmerung zu Ende geht. Venus zieht sich vom Morgenhimmel zurück.

Neumond ist am 3. Juni um 12.02 Uhr. Am 17. Juni wird um 10.31 Uhr die Vollmondphase erreicht. Abends sieht man den Vollmond im Sternbild Schütze. Die Nacht vom 16. auf 17. Juni ist die kürzeste Vollmondnacht des Jahres. In der Nacht zum 19. Juni begegnet der noch fast volle Mond dem Ringplaneten Saturn.

Der Sternenhimmel trägt nun sommerlichen Charakter. Das Sternbild Bootes mit dem kräftig leuchtenden Arktur steht unübersehbar hoch im Süden. Der Ochsentreiber oder Rinderhirt, so die deutsche Bezeichnung von Bootes, gilt als Leitsternbild des Frühsommers. Weit im Westen bereitet sich der Löwe auf seinen Untergang vor. Sein großes Sternentrapez steht schräg zum Horizont, als ob sich die Raubkatze auf eine Beute stürzen wollte.

Das Feld im Südwesten wird vom Sternbild Jungfrau besetzt. Spica, der Jungfrauhauptstern, leuchtet in einem bläulichen Licht. Tief im Süden nimmt die Waage ihren Platz ein, gefolgt vom Skorpion mit seinem hellen, tiefroten Stern Antares.

In der östlichen Himmelshälfte ist das Sommerdreieck vollständig aufgegangen. Es setzt sich aus den Sternen Wega in der Leier, Deneb im Schwan und Atair im Adler zusammen. Die bläuliche Wega zählt mit Arktur zu den fünf hellsten Sternen des irdischen Firmaments. Zwischen Adler und Wega finden sich die Sternbilder Nördliche Krone und Herkules. Man hat Mühe, das ausgedehnte Bild des Herkules zu erkennen, da es sich nur aus lichtschwachen Sternen zusammensetzt.

Herkules zählt zu den ältesten Sternbildern. Viele Völker sahen in diesem Sternenareal einen in die Knie gesunkenen Helden. Der griechischen Mythologie zufolge war Herkules der Sohn von Zeus und Alkmene, der Tochter des Königs von Mykene.

Sternenhimmel im Juni 2019. Foto: SZ/Müller, Astrid

Die Sonne erreicht am 21. Juni um 17.54 Uhr im Sternbild Stier den Gipfel ihrer Jahresbahn. Dieser Tag dauert in unseren Breiten 16 Stunden und 14 Minuten. Das sind 8 Stunden und 3 Minuten mehr als zur Wintersonnenwende am 21. Dezember. Die Sommersonnenwende beschert uns den längsten Tag des Jahres. Der Sommerpunkt markiert den Beginn des Tierkreiszeichens Krebs, weshalb man vom Wendekreis des Krebses spricht.

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