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Planetenrennen am Morgenhimmel

Astronomie : Wettlauf der Planeten am Morgenhimmel

Im März ist die größte Vollmondscheibe des Jahres zu sehen. Am 29. März beginnt die Sommerzeit.

(dpa) Venus beherrscht im März den Abendhimmel. Schon in der beginnenden Dämmerung strahlt sie im Westen. Am 28. März passiert der Mond die Venus ein wenig südlich. Gegen 20 Uhr ergibt sich ein netter Himmelsanblick, wenn die schmale Sichel des zunehmenden Mondes nahe bei Venus zu sehen ist. Wer Venus mit einem Fernrohr ins Visier nimmt, sieht sie am 27. März halb beleuchtet. Sie erscheint wie ein kleiner Halbmond. Während des Monats nimmt Venus leicht an Helligkeit zu. Gegen Mitternacht geht sie unter.

Da sich der flinke Merkur längst wieder vom Abendhimmel zurückgezogen hat, macht Venus in der ersten Nachthälfte kein weiterer, heller Planet Konkurrenz. Dafür gibt es am Morgenhimmel eine Parade heller Planeten: Mars, Jupiter und Saturn versammeln sich am Südosthimmel. Die drei Planeten liefern sich ein Wettrennen. Der schnellste von ihnen ist Mars, der am 20. März den Riesenplaneten Jupiter überholt und am 31. März am Ringplaneten Saturn vorbeizieht. Jupiter wiederum verfolgt Saturn, kann ihn aber erst zum Jahresende einholen.

Auch Mars nimmt an Helligkeit zu. Ein spektakulärer Himmelsanblick ergibt sich am 18. März gegen 5 Uhr morgens, wenn sich die Sichel des abnehmenden Mondes zum Dreigestirn Mars, Jupiter und Saturn gesellt.

Vollmond ist am 9. März um 18.48 Uhr. Nur zwölf Stunden später kommt der Mond mit 357 120 Kilometern Abstand in Erdnähe. Daher erscheint er ein wenig größer als im Durchschnitt. Der Beobachter sieht die größte Vollmondscheibe des Jahres 2020. Neumond ist am 24. März um 10.28 Uhr. Am gleichen Tag befindet sich der Mond mit 406 690 Kilometern Abstand in Erdferne.

In der ersten Nachthälfte des 29. März wandert der Mond durch das Regengestirn, wie der Sternhaufen der Hyaden auch genannt wird. Dabei bedeckt er einige Sterne der Hyaden. Der helle Aldebaran steht mitten in den Hyaden, ist aber kein Mitglied dieses Sternhaufens, sondern gehört zum Sternbild Stier.

Mit 67 Lichtjahren Entfernung ist Aldebaran nicht einmal halb so weit entfernt wie die Hyadensterne, deren Licht 150 Jahre zur Erde unterwegs ist. Aldebaran ist somit ein Vordergrundstern.

Das Winterende deutet sich auch am Sternenhimmel an. Das markante Wintersternbild Orion und der bläulich funkelnde Sirius im Großen Hund sind nach Südwesten gerückt. Sirius zieht als hellster Fixstern am irdischen Himmel die Blicke auf sich. Am Osthimmel hat der Aufmarsch der Frühlingsbilder begonnen. Der Löwe, Leitsternbild des Frühlings, setzt zum Sprung durch den Meridian an. Hellster Stern im Löwen ist Regulus. Die bläuliche Riesensonne strahlt 200-mal heller als unsere Sonne. Das Licht von Regulus braucht 77 Jahre bis zur Erde.

Der Löwe folgt im Tierkreis dem unscheinbaren Krebs, der im Süden seine höchste Position erreicht hat. Der Große Wagen hat sich emporgeschwungen. Seine Deichsel deutet auf den hellen, orange rot leuchtenden Arktur, den Hauptstern des Bootes, der im Osten aufgegangen ist. Im Südwesten ist das Sternbild Jungfrau erschienen mit dem bläulichen Hauptstern Spica.

Die drei hellen Sterne Regulus, Arktur und Spica bilden das Frühlingsdreieck, das zur Monatsmitte um 22 Uhr bereits vollständig aufgegangen ist.

Die Sonne wandert am aufsteigenden Ast ihrer Jahresbahn. Sie überschreitet am 20. März um 4.50 Uhr den Himmelsäquator, der astronomische Frühling beginnt. Die Tage sind wieder länger als die Nächte. Am Sonntag, 29. März, beginnt wieder die Mitteleuropäische Sommerzeit.