Astronomie : Nächtliches Spektakel mit Feuerkugeln

Bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde können in der Nacht vom 12. auf 13. August beobachtet werden.

(dpa) Den Abendhimmel beherrschen im August die beiden größten Planeten unseres Sonnensystems, Jupiter und Saturn. Mit seinem Glanz übertrifft der Riesenplanet Jupiter alle anderen Sterne und Planeten. Nach Einbruch der Dunkelheit sieht man ihn als hellen, weißen Lichtpunkt im Südwesten. Aus der zweiten Nachthälfte zieht sich der Riesenplanet zurück. Ende August geht er bereits eine Viertelstunde vor Mitternacht unter.

Der bleiche, gelbliche, aber deutlich erkennbare Saturn steht am Abend am Südhimmel. Zurzeit hält er sich im Sternbild Schütze auf. Sein berühmtes Ringsystem ist allerdings nur in einem Teleskop ab etwa 30-facher Vergrößerung zu erkennen. Allmählich verabschiedet sich der Ringplanet vom Morgenhimmel. Am 31. August geht der Saturn bereits kurz vor zwei Uhr morgens unter.

Vom 10. bis 20. August gibt es eine Chance, den flinken und schwierig zu beobachtenden Merkur am Morgenhimmel zu erspähen. Man kann den Benjamin der Planeten in der beginnenden Morgendämmerung etwa eine halbe Stunde lang tief am Osthimmel ausmachen. Ein gutes Fernglas hilft dabei.

Venus überholt zur Monatsmitte die Sonne. Von der Erde aus betrachtet befindet sie sich dabei hinter der Sonne. Der Astronom nennt diese Konstellation „obere Konjunktion“. Da sich unser innerer Nachbarplanet bei der Sonne am Taghimmel aufhält, bleibt er nachts unbeobachtbar. Erst ab Ende Oktober zeigt sich Venus als Abendstern.

Auch Mars befindet sich am Taghimmel und ist somit nachts nicht zu sehen. Ende Oktober taucht der Rote Planet am Morgenhimmel wieder auf.

Der August beschert uns den reichsten Sternschnuppenstrom des Jahres. Von Monatsbeginn an erscheinen die Meteore der Perseiden. Wie der Name sagt, scheinen die Sternschnuppen aus dem Sternbild Perseus zu kommen. Der Höhepunkt der Perseidenaktivität ist in der Nacht vom 12. auf 13. August zu erwarten. Pro Stunde flammen bis zu 100 Meteore auf, darunter auch sehr helle Objekte, Boliden oder Feuerkugeln genannt.

Allerdings stört das helle Licht des zunehmenden Mondes die Beobachtung der Sternschnuppen. Ihren Ursprung haben die Perseiden im Kometen 109 P/Swift-Tuttle. Mit 60 Kilometern pro Sekunde Eindringgeschwindigkeit sind die Perseiden recht schnelle Meteore.

Zweimal kommt der Mond im August in Neumondposition: am 1. August um 5:12 und am 30. August um 12:37 Uhr. Am Abend des 15. August zeigt sich der Mond im Sternbild Steinbock voll beleuchtet. Die exakte Vollmondstellung tritt bereits um 14:29 Uhr ein.

Der sommerliche Charakter des abendlichen Fixsternhimmels hat sich gegenüber Juli kaum geändert. Allerdings ist im Vergleich zum Vormonat Arktur im Sternbild Bootes schon tiefer im Westen zu finden. Das Sommerdreieck aus Wega in der Leier, Deneb im Schwan und Atair im Adler steht hoch am Südhimmel. Die Wega ist fast senkrecht über unseren Köpfen zu sehen.

Der orange Arktur und die bläuliche Wega sind die hellsten Sterne des Nordhimmels. Sie erscheinen als erste in der Abenddämmerung am klaren Himmel. Im Osten ist das Pegasusquadrat aufgegangen. Es wird Herbstviereck genannt, weil es die kommende Jahreszeit ankündigt. Der Pegasus gilt als das Leitsternbild des Herbsthimmels. Herkules, Nördliche Krone und der Schlangenträger sind in der westlichen Himmelshälfte zu sehen.

Der Skorpion mit seinem tiefroten Überriesenstern Antares geht im Südwesten allmählich unter. Knapp über dem Südhorizont passiert der Schütze die Mittagslinie. Im Schützen sieht man den hellen Saturn. Der Große Wagen sinkt zum Nordwesten herab. Er befindet sich am absteigenden Teil seiner Bahn um den Polarstern. Diametral gegenüber steigt die Kassiopeia, das Himmels-W, empor. Nahe dem Nordhorizont strahlt die gelbliche Kapella im Sternbild Fuhrmann.

Besonders gut ist jetzt ein exotisches Himmelsobjekt zu beobachten, der Ringnebel im Sternbild der Leier, denn er steht zurzeit hoch am Firmament. In einem lichtstarken Fernglas sieht man zwischen Sheliak und Sulafat, den beiden südlichen Sternen im Leierrhombus, ein kreisrundes Nebelfleckchen. Erst in größeren Teleskopen erkennt man die ringförmige Struktur dieses Gebildes. Der Ringnebel ist die abgeschleuderte äußere Hülle eines alternden Sterns, dessen heißer Sternenkern eine intensive Ultraviolettstrahlung aussendet, die die Nebelhülle zum Leuchten anregt.

Die Sonne wandert am absteigenden Ast ihrer Jahresbahn. Ihre Mittagshöhen nehmen um gut 9 Grad ab, die Tageslänge verkürzt sich um eindreiviertel Stunden.

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