Keine Chance für Keime: Lebensmittel bei Hitze richtig lagern

Keine Chance für Keime : Lebensmittel bei Hitze richtig lagern

Gerade im Sommer ist es wichtig, Nahrungsmittel gut zu kühlen. Beim Einräumen des Kühlschranks gibt es jedoch einiges zu beachten: Eier kommen nach oben, Getränke nach unten. Wird er falsch befüllt, bilden sich leicht Keime.

(dpa) Leicht verderbliche Lebensmittel wie Milch, Fisch, Fleisch oder Wurstwaren gehören nach dem Einkauf möglichst schnell in den Kühlschrank. Doch der wird schnell zum Nährboden von Keimen. Dann kann es passieren, dass Lebensmittel trotz Kühlung schlecht werden. Isst man sie dennoch, drohen Lebensmittelinfektionen mit Durchfall und Erbrechen. Damit die Speisen lange frisch bleiben, muss der Kühlschrank richtig temperiert und sinnvoll bestückt werden.

Die optimale Kühlschranktemperatur liegt bei vier bis acht Grad Celsius. „Weil warme Luft aufsteigt und kalte Luft sinkt, ist es oben immer etwas wärmer als im unteren Bereich“, erklärt Ute Gomm vom Bundeszentrum für Ernährung. „Wer Lebensmittel im Kühlschrank richtig einräumt, der packt auf die oberste Ablage deshalb Produkte wie Marmelade und Soßen“, sagt Margret Morlo vom Verband für Ernährung und Diätetik.

Auf das zweite Kühlregal von oben gehören Milchprodukte wie Joghurt und Quark, aufs dritte von oben fertige Speisen. Im unteren Bereich des Kühlschranks sollten Nahrungsmittel wie Wurst, Fleisch und Fisch aufbewahrt werden. Ganz unten ist das Fach für Obst und Gemüse. Dort gehören fast alle Obst- und Gemüsesorten hinein, erklärt Gomm. Es gibt allerdings einige Ausnahmen (siehe Infokasten).

In die Ablagen an der Kühlschranktür gehören ganz oben Eier und Butter und zum Beispiel Suppenwürfel, in die mittleren Fächer Hefe, angebrochene Tuben Senf oder Gläser mit Meerrettich oder Tomatenmark. Unten in der Kühlschranktür stehen Getränke.

„Eine gute Orientierung, was überhaupt im Kühlschrank aufbewahrt werden sollte, bietet der Supermarkt“, sagt Morlo. Nahezu alles, was dort gekühlt verkauft wird, sollte zu Hause auch im Kühlschrank gelagert werden. Oft gibt es auch einen Hinweis auf der Verpackung: „Nach dem Öffnen gekühlt lagern“. Längst nicht für alles ist der Kühlschrank aber der richtige Aufbewahrungsort. Kaffee etwa sollte dort nicht gelagert werden. „Es reicht, Kaffee an einem kühlen, dunklen und trockenen Ort aufzubewahren“, sagt Morlo.

Lebensmittel, die im Kühlschrank gelagert werden, sollten gut verpackt werden. Das schützt vor Austrocknung und Geschmacksveränderungen. „Die Verpackung verhindert auch, dass sich im Kühlschrank Keime ausbreiten“, sagt Gomm.

Beim Abdecken von offenen Speisen muss nicht unbedingt Klarsicht- oder Alufolie zum Einsatz kommen. In einer mit einem Teller abgedeckten Schüssel sind sie genauso gut aufgehoben. Verwendet werden können auch Dosen mit Deckeln, „am besten aus Glas oder Porzellan, denn dann besteht keine Gefahr, dass die Dose Geschmack annimmt“, erklärt Morlo. „Denn in einer Dose, die nach Zwiebeln riecht, kann man keinen Vanillepudding mehr aufbewahren.“

Prinzipiell sollte der Kühlschrank nicht zu voll gepackt werden. „Die Luft im Kühlschrank muss zirkulieren können“, sagt Morlo. Um Lebensmittelinfektionen zu vermeiden, sollte vor allem im Sommer leicht verderbliche Nahrung nur in kleinen Mengen eingekauft, in Kühlboxen nach Hause gebracht und dort rasch in den Kühlschrank gestellt werden. Das empfiehlt Antje Gahl von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung.

Besonders häufig mit Keimen belastet sind Gahl zufolge rohe tierische Lebensmittel wie Fleisch und Geflügel, Fisch und Meerestiere, Milch oder Milchprodukte und mit rohem Ei zubereitete Speisen. Durch unzureichende Kühlung oder mangelnde Hygiene ziehen sich Menschen Gahl zufolge immer wieder Lebensmittelinfektionen zu.

Sie rät auch, tiefgekühltes Geflügel und Fleisch im Kühlschrank aufzutauen. Das Tauwasser fängt man in einem Gefäß auf, schüttet es anschließend in den Ausguss und spült mit heißem Wasser nach. Wichtig ist auch, den Kühlschrank regelmäßig zu reinigen. „Etwa alle vier Wochen sollten die Ablagen und Fächer mit warmem Wasser, etwas mildem Allzweckreiniger und einem Tuch gesäubert werden“, erklärt Gomm.

„Regelmäßig sollte auch das Gemüsefach geleert und ausgewaschen werden“, betont Morlo. Ist es dort einmal zur Schimmelbildung gekommen, sollte nach ihren Angaben das Fach nach der gründlichen Reinigung mit etwas Essig zusätzlich ausgeputzt werden. Würden im Kühlschrank Speisen verschüttet, müssten die Flecken sofort entfernt werden, betont Morlo: „Verschüttetes und Verkrustungen sind ein guter Nährboden für Keime und Schimmelpilze.“ Den Tiefkühlschrank taut man am besten einmal jährlich ab, bei starker Reifbildung auch häufiger.

Da moderne Kühlschränke wenig Strom verbrauchen, lohnt sich der Austausch eines zehn bis 15 Jahre alten Gerätes durch einen Kühlschrank der Klasse A+++. Deren Energieverbrauch ist so niedrig, dass sich sogar die für die Herstellung benötige Energie nach acht bis 30 Monaten amortisiert.

Einige viel gepriesene Funktionen neuer Geräte sind nach Expertenmeinung unnötige Stromfresser. So verbrauchen Geräte mit einer No-Frost-Funktion oder einer Null-Grad-Zone mehr Energie als Geräte ohne diese Funktionen.

Mehr von Saarbrücker Zeitung