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Tipps fürs Geldsparen
Ein kleines Vermögen in 52 Wochen

Regeln helfen beim Sparen. Wer beispielsweise jeden Fünf-Euro-Schein, den er beim Einkaufen erhält, beiseite legt, hat relativ schnell einen größeren Betrag beisammen.
Regeln helfen beim Sparen. Wer beispielsweise jeden Fünf-Euro-Schein, den er beim Einkaufen erhält, beiseite legt, hat relativ schnell einen größeren Betrag beisammen. FOTO: dpa-tmn / Christin Klose
Mainz/Berlin. Vielen fällt das Sparen schwer. Dabei ist das im Alltag oft einfacher als gedacht. Manchmal hilft es, sich selbst herauszufordern und daraus einen Vorsatz für das neue Jahr zu machen – auch Finanzexperten halten das für sinnvoll. Von Sabine Meuter (dpa)

() Der Haushalt, das Auto, die Hobbys – für solche und andere Posten geht Monat für Monat einiges an Geld drauf. Im Alltag zu sparen, halten viele daher für unmöglich. Doch mit der richtigen Strategie kann es kann gelingen. Warum nicht den Beginn eines neuen Jahres zum Startpunkt nehmen, mit kleinen Tricks Geld anzusparen ohne sich dabei groß zu einzuschränken? Mit einigen Kniffen und ein wenig Disziplin kann das jedem gelingen.


Die 52-Wochen-Challenge



Mit dem englischen Wort Challenge ist eine Herausforderung gemeint, die Sparwillige sich selbst stellen können. Diese hier geht genau ein Jahr lang. In dieser Zeit wird jede Woche ein bestimmter Geldbetrag zurückgelegt. Das muss keine große Summe sein, sondern der Euro-Wert, der der jeweiligen Woche im Jahresplan entspricht. „In der ersten Woche ist es also ein Euro, in der zweiten zwei und so weiter“, erläutert Sylvia Beckerle, Finanzexpertin bei der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Mehr sei natürlich auch möglich. Bei einen Euro als Startbetrag, ergebe sich so innerhalb eines Jahres ein Betrag von 1378 Euro.

Dieser Sparansatz sei allerdings nicht jedermanns Sache. „Er eignet sich eher für Leute, die sehr strukturiert in Geldangelegenheiten sind“, erklärt Beckerle. Wer das Projekt durchziehen wolle, könne sich selbst dabei unterstützen, indem er sich Hinweise im Kalender hinterlege oder einen Plan an einer Pinnwand aufhänge.

Der Fünf-Euro-Trick

Der Trick ist denkbar einfach: Sobald sich ein Fünf-Euro-Schein im Portemonnaie befindet, wird er aussortiert und kommt in ein Kästchen oder ein Sparschwein. Auch wenn das erst mal nach einer unsicheren Sache klingt: „Über die Monate hinweg sammelt sich so einiges an Geld an“, sagt Anne van Dülmen, Pressesprecherin beim Bundesverband deutscher Banken. Das gleiche Vorgehen funktioniere natürlich auch mit Zwei-Euro-Stücken oder Zehn-Euro-Scheinen.

„Ein solcher Ansatz kann in der Praxis durchaus funktionieren“, bewertet Beckerle die Sparidee. Wichtig ist aus ihrer Sicht, dass das auf diese Weise gesammelte Geld nicht in einem Sparschwein bleibt. Ist eine bestimmte Summe – zum Beispiel 50 oder 100 Euro – zusammengekommen, dann sollte das Geld zur Bank gebracht und beispielsweise auf ein Tagesgeldkonto eingezahlt werden. „Dann sehen Verbraucher ihren Sparerfolg schwarz auf weiß auf dem Kontoauszug. Das motiviert. Und es bringt Zinsen, auch wenn sie eher mager ausfallen“, so Beckerle.

Die Idee „Bezahl Dich selbst“

Hier geht es darum, die Idee des Sparens aufzuwerten und sich dadurch zu motivieren. Statt jeden Monat etwas abzuzwacken und die dem Haushalt zur Verfügung stehende Geldsumme zu beschneiden, geht es vielmehr darum, sich selbst wertzuschätzen und sich bewusst Geld zur Verfügung zu stellen, damit man sich etwas gönnen kann.

Jeden Monat überweist sich der Verbraucher daher von seinem Einkommen zum Beispiel zehn Prozent auf ein Tagesgeldkonto – quasi einen Lohn an sich selbst. „Am Anfang besser mit kleinen Beträgen anfangen“, rät Beckerle. Bleibt am Monatsende noch regelmäßig Geld vom Einkommen übrig, kann ließen sich die Überweisungen an sich selbst immer noch steigern.

Aus Sicht der Finanzexpertin ist dieser Ansatz in der Praxis sehr praktikabel. Selbst mit 20 oder 30 Euro pro Monat komme über die Jahre hinweg ein größerer Betrag zusammen. Das geht einfach per Dauerauftrag. „Lohnen kann sich womöglich auch ein Fondssparplan“, ergänzt van Dülmen.

Das bewusstere Einkaufen

Hier ein paar neue Schuhe, dort ein Parfüm: Aber ist das immer gut überlegt? „Um das herauszufinden, kann man sich auferlegen, 30 Tage zu warten“, erklärt Beckerle. Locke der Blazer oder die neue Lampe fürs Bad nach dieser Zeit nochimmer, dürfe zugegriffen werden. Andernfalls sei es wichtig, das Geld zur Seite zu legen, statt es anderweitig auszugeben.

Aus Sicht von Beckerle ist dieser Sparansatz aber ein Spagat: „Er kann sich diejenigen eignen, die dazu neigen, überhastet etwas zu kaufen, was sie gar nicht unbedingt brauchen“, so die Verbraucherschützerin. Andererseits sei das zu strenge Sparen auch nicht immer der richtige Weg. „Man soll ja auch gut leben“.

Preisbewusster leben

Bei allen gut klingenden Sparbemühungen ist dennoch Fakt: Nicht jeder ist in der Lage, Geld beiseite zu legen, weil es das Konto von vornherein nicht hergibt. Anderen fehlt schlicht die Disziplin, eine Sparstrategie durchzuhalten. Ihnen hilft es vielleicht, die Lebensführung hin und wieder durchzurechnen und regelmäßige Kostenfaktoren im Haushalt neu zu justieren.

Dazu gehört zum Beispiel der jährliche Check der Strom- und Gasanbieter. Diese Rohstoffe sind teuer, aber die Preise können von Anbieter zu Anbieter schwanken. Viele Unternehmen locken zudem mit Geld- oder Sachprämien. „Mit einem Wechsel des Gastarifs zum Beispiel lassen sich leicht 100 Euro und mehr im Jahr einsparen“, erläutert Hermann-Josef Tenhagen, Chefredakteur des gemeinnützigen Verbraucher-Ratgebers Finanztip.

„Das Führen eines Haushaltsbuchs ist eine gute Möglichkeit, sich einen Überblick über die eigenen Ausgaben zu verschaffen“, sagt Sylvia Groh von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. So wüssten Verbraucher am Ende des Monats welche Ausgabenposten am größten sind. Wer die jeweiligen Summen kenne, könne überlegen, wo sich sparen ließe – entweder für ein konkretes Ziel wie ein neues Auto oder eine Urlaubsreise oder für die Altersvorsorge. So ein Haushaltsbuch lasse sich zudem einfach via Handy-App führen.