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Der Sternenhimmel im Oktober
Alle Herbststernbilder sind schon sichtbar

Stuttgart. Am 28. Oktober endet die Sommerzeit. Die Tageslänge schrumpft im Laufe des Monats um 105 Minuten.

(dpa) Unser Nachbarplanet, die strahlende Venus, hat ihre Periode als Abendstern beendet und ist zunächst nicht mehr zu sehen. Mitte November wird sie am Morgenhimmel auftauchen und das ganze Winterhalbjahr über Morgenstern bleiben. Auch Jupiter im Sternbild Waage zieht sich vom Abendhimmel zurück. Ende Oktober kann man den Riesenplaneten nicht mehr beobachten. Anfang des Monats ist er noch in der fortgeschrittenen Abenddämmerung knapp über dem Südwesthorizont zu erkennen. Am 11.Oktober zieht die dünne Sichel des zunehmenden Mondes nördlich an Jupiter vorbei.


Nach dem Abschied von Venus und Jupiter ist Mars der hellste Planet am Abendhimmel. Auch wenn seine Helligkeit weiter abnimmt, bleibt er ein auffälliges Gestirn. Die Erde entfernt sich weiter vom Roten Planeten. Ende Oktober trennen uns 118 Millionen Kilometer vom Mars. Damit ist er fast doppelt so weit weg wie Ende Juli, als er sich in extremer Erdnähe befand.

Saturn ist am Abendhimmel nach Einbruch der Dunkelheit tief am Südwesthimmel zu sehen. Der Ringplanet beschleunigt seine recht träge Wanderung durch das Sternbild Schütze ein wenig. Anfang Oktober geht Saturn kurz vor elf Uhr abends unter, am Monatsende schon zwei Stunden früher. Vom zunehmenden Mond erhält der Ringplanet am 14. Oktober Besuch – ein netter Himmelsanblick am frühen Abend in südwestlicher Richtung.



In der Nacht vom 23. auf 24. Oktober steht Uranus der Sonne genau gegenüber. Der grünliche Planet hält sich im Sternbild Widder auf und ist von der Sonne fast 20-mal so weit entfernt wie die Erde. Zur Opposition ist Uranus die ganze Nacht über am Sternenhimmel vertreten. Wegen seiner großen Distanz zur Sonne ist der Gasplanet jedoch so lichtschwach, dass man ihn nur mit einem guten Fernglas sehen kann. 84 Jahre lang ist Uranus unterwegs, um einmal die Sonne zu umrunden. Mit 51 000 Kilometern Äquatordurchmesser ist Uranus viermal so groß wie die Erde. Er ist fast fünfzehn Mal schwerer als unser Heimatplanet.

Am abendlichen Westhimmel sind noch die drei Sterne Wega, Deneb und Atair des Sommerdreiecks leicht zu erkennen. Doch die Herbststernbilder sind bereits vollständig vertreten. Der Pegasus hat hoch im Süden Stellung bezogen. Sein markantes Sternenquadrat, auch Herbstviereck genannt, fällt sofort auf.

Das markante W des Sternbilds Kassiopeia steht fast im Zenit. Die mittlere Spitze des Sternen-W deutet auf den Polarstern. Verlängert man diese Sichtlinie, so trifft man auf den Großen Wagen, der knapp über dem Nordhorizont steht und deshalb an Herbstabenden nicht leicht zu finden ist.

Zwischen Polarstern und Zenit stößt man auf Kepheus, Gemahl der Königin Kassiopeia. Allerdings ist das Sternbild Kepheus nicht so leicht zu erkennen wie Kassiopeia. Beide sind die Eltern der Prinzessin Andromeda, die ebenfalls am Herbsthimmel vertreten ist. Die Sternenkette der Andromeda zieht sich vom Herbstviereck in Richtung Nordosten und deutet auf den Perseus.

Weiter geht der Blick und trifft auf den hellen Stern Kapella im Fuhrmann. Die Gegend im Südosten nimmt das Bild des Walfisches ein. Er ist Mitglied der Andromedagruppe, allerdings kein Fisch und erst recht kein Wal, sondern ein Fabelwesen. Cetus, so seine lateinische Bezeichnung, ist das Meeresungeheuer, das die an einen Felsen geschmiedete Andromeda verschlingen wollte. Diese sollte zur Strafe für die eitle Kassiopeia dem Meeresungeheuer geopfert werden. So hatte es das Orakel von Delphi dem König Kepheus mitgeteilt.

Doch in höchster Not nahte der Held Perseus auf seinen Flügelschuhen durch die Lüfte heran und präsentierte dem Cetus das abgeschlagene Haupt der Gorgone Medusa. Der grässliche Anblick des Medusenkopfes ließ Cetus vor Schreck zu Stein erstarren. Perseus erhielt Andromeda zur Frau und von Kepheus das halbe Königreich Äthiopien.

Neumond ist am 9. Oktober um 5.47 Uhr, Vollmond am 24. Oktober um 18.45 Uhr im Sternbild Walfisch. Die Sonne wandert im Oktober den absteigenden Ast ihrer Jahresbahn entlang. Die Mittagshöhe nimmt im Laufe des Monats um elf Grad ab, die Tageslänge schrumpft um 105 Minuten. Am 28. Oktober endet die Sommerzeit. Die Uhr wird in der Nacht um 3 Uhr auf 2 Uhr zurückgestellt.