| 20:12 Uhr

Urteil des Oberlandesgerichts Braunschweig
Mängel verschweigen verboten

Braunschweig. () Wer ein Haus verkauft, darf Mängel nicht verschweigen. Auf besonders schwerwiegende Mängel muss der Verkäufer den Käufer sogar ohne Nachfrage hinweisen, wie das Oberlandesgericht Braunschweig entschieden hat.

Andernfalls könne der Käufer trotz vereinbartem Gewährleistungsausschluss später vom Kaufvertrag zurücktreten, teilte das Gericht kürzlich mit.


In dem verhandelten Fall hatte der Kläger ein Fachwerkhaus gekauft. Da das Haus aber einen massiven Insekten- und Pilzbefall aufwies, wollte er das Geschäft wieder rückgängig machen. Weil die Parteien aber eine Gewährleistung vertraglich ausgeschlossen hatten, weigerte sich der Verkäufer, die Immobilie zurückzunehmen und den Kaufpreis zu erstatten.

Das Gericht gab allerdings dem Käufer Recht. Ein massiver Schädlingsbefall sei ein Umstand, der bedeutend sei für den Entschluss eines Käufers, das Haus zu erwerben. Daher hätte der Verkäufer den Käufer darüber aufklären müssen, was er aber in diesem Fall nicht getan habe. Der Verkäufer habe gewusst, dass die Fachwerkbalken mit Holzwürmern befallen waren. Da er diesen Mangel arglistig verschwiegen hatte, könne er sich nicht auf den vereinbarten Gewährleistungsausschluss berufen. Die Auflösung des Vertrags sei rechtens.



(dpa)