Freibetrag nutzen: Im Oktober Lohnsteuer-Ermäßigung beantragen

Steuertipp : Ermäßigte Lohnsteuer muss man beantragen

Lassen Steuerzahler ihren Freibetrag eintragen, werden ihre Aufwendungen jeden Monat berücksichtigt.

(dpa) Mehr Gehalt auf dem Konto haben Arbeitnehmer und Angestellte am Ende des Monats, wenn sie eine Lohnsteuer-Ermäßigung erhalten. Damit die diesjährigen Ausgaben noch 2019 als Freibetrag berücksichtigt werden, muss der Antrag bald gestellt werden. Geht er bis Ende November ein, gilt die Ermäßigung für den Dezember, erklärt Erich Nöll, Geschäftsführer des Bundesverbands Lohnsteuerhilfevereine (BVL).

Dadurch kann der Nettobetrag des Monatsgehaltes und eines etwaigen Weihnachtsgeldes höher ausfallen. Um den Freibetrag komplett im Dezember zu nutzen, muss er bis zum 30. November eingetragen werden. Das kann sich auch bei einem Bonus rechnen. Denn versteuert werden muss nur die Summe, die über dem Freibetrag liegt. Der Arbeitgeber ziehe automatisch jeden Monat weniger Steuern und Sozialabgaben vom Gehalt ab, wenn das Finanzamt die Aufwendungen eingetragen habe, sagt Nöll. Ohne Lohnsteuer-Ermäßigung können Steuerpflichtige Aufwendungen erst mit der Steuererklärung geltend machen.

Voraussetzung für den Eintrag des Freibetrags ist, dass die zu berücksichtigenden Aufwendungen insgesamt über der Grenze von 600 Euro liegen – beispielsweise Aufwendungen für Arbeitsmittel, Gewerkschaftsbeiträge oder die Fahrten zur Arbeit, wenn diese Posten den Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1000 Euro übersteigen, der automatisch vom versteuernden Einkommen abgezogen wird.

Sonderausgaben wie Kinderbetreuung, Kirchensteuer, Unterhaltsleistungen oder Spenden können dagegen bereits dann eingetragen werden, wenn sie über der Pauschale von 36 Euro liegen. Gleiches gilt für Krankheits- und Pflegekosten oder andere außergewöhnliche Belastungen. Handwerkerleistungen in Privathaushalten zählen dagegen ab dem ersten Euro, erklärt der Verbandsgeschäftsführer Nöll.

Ist der Lohnsteuerabzug zu hoch oder zu niedrig, wird dies über die Steuerveranlagung ausgeglichen. Deshalb muss in der Regel jeder, der einen Freibetrag eingetragen hat, seine Steuererklärung abgeben. Den Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung stellen Steuerpflichtige beim Finanzamt.

Geht der Steuerpflichtige davon aus, dass seine Aufwendungen im nächsten Jahr ähnlich hoch sind, kann er den Antrag für zwei aufeinanderfolgende Kalenderjahre stellen. Ändert sich etwas, muss er das Finanzamt sofort informieren. Lässt er den Freibetrag bereits im Dezember für das Folgejahr eintragen, verteilt sich die Ermäßigung gleichmäßig auf alle zwölf Monate.

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