Einfache Tricks So sparen Sie bei der Urlaubsbuchung im Internet Geld

Saarbrücken · Hotel, Mietwagen, Flug – im Internet ist der Urlaub schnell gebucht. Doch mit einfachen Tricks können Sie bis zu mehreren Hundert Euro sparen.

Einfache Tricks​: So sparen Sie bei der Urlaubsbuchung Geld​
Foto: dpa/Hauke-Christian Dittrich

„Personalisierte Preisgestaltung" - seit Jahren schon tobt in der Internetwelt Streit um dieses Thema. Dabei geht es um die Frage, ob Online-Händler von Kunden höhere Preise fordern, wenn sie diese für besonders zahlungskräftig halten; das gilt zum Beispiel für Benutzer eines iPhones oder eines Apple-Computers.

Nun hat der IT-Dienstleister NordVPN diese Debatte um eine weitere Facette erweitert. Er berichtet, dass Reiseunternehmen von deutschen Urlaubern höhere Preise verlangen, als von Kunden, die aus dem Ausland bestellen.

  • Flüge,
  • Mietwagen,
  • Unterkünfte und sogar
  • Freizeitparks

könnten günstiger sein, wenn sie nicht aus Deutschland gebucht würden. Die Unterschiede schwankten allerdings stark und reichten von wenigen Prozent bis zu einem Drittel.

Geld sparen bei der Urlaubsbuchung mit VPN

IT-Unternehmen können anhand der IP-Adresse des Rechners, mit dem sich ein Kunde auf ihren Seiten anmeldet, erkennen, wo er wohnt. Die NordVPN-Testkäufer hätten bei ihren Einkäufen ihre tatsächliche IP-Adresse über ein sogenanntes virtuelles privates Netzwerk (VPN) verschleiert und damit den Eindruck erweckt, ihre Anfragen kämen aus anderen Ländern, erklärt das Unternehmen.

Dabei hätten sich Einsparungen von bis zu 37 Prozent bei einem Zweibettzimmer in Heidelberg, sieben Prozent für ein Doppelzimmer in London und drei Prozent für einen Flug nach Stockholm via Booking.com und Skyscanner.com ergeben, berichtet das Unternehmen. Die Testkäufer von NordVPN hätten unter anderem Server in Schweden und Österreich verwendet.

„Unternehmen nutzen alle möglichen komplexen Algorithmen, um die Kaufkraft der verschiedenen Länder in der Preisbildung zu berücksichtigen“, erklärt Marijus Briedis von NordVPN. Firmen der Reisebranche gingen davon aus, dass Kunden in finanzstärkeren Ländern mehr für den Urlaub ausgeben und kalkulierten das bei ihrer Preisgestaltung ein.

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Foto: Heiko Lehmann

Durch einen VPN-Client können Sie ihren Standort verändern und so beispielsweise vorgeben, dass Sie als Kunde in einem anderen Land der Welt sitzen, das nicht als so „wohlhabend“ gilt wie Deutschland. Dadurch kann es sein, dass Ihnen auf dem Buchungsportal ein niedrigerer Preis angezeigt wird.

Vergleichen Sie bei der Urlaubsbuchung die Preise

Buchungs- und Vergleichsportale wie Booking, AirBnB oder Expedia bieten Ihnen nicht zwangsläufig das tatsächlich beste Angebot für Sie. Welches Hotel auf welchem Platz in der Liste landet, ist eher undurchsichtig. Teilweise haben Hotelanbieter auch für eine Top-Position in der Liste bezahlt und nicht immer lässt sich die bezahlte Werbung auf den ersten Blick erkennen.

Deshalb der Tipp der Stiftung Warentest: Ergebnisliste umsortieren. Sortieren Sie die Liste beispielsweise nach Preis, Bewertung oder Entfernung zu einem bestimmten Ort. Und noch etwas ist wichtig: Lassen Sie sich nicht von Anzeigen wie „nur noch ein Zimmer zu diesem Preis“ unter Druck setzen. Meist stimmt diese Angabe nicht und Hotels haben noch genügend Zimmer zur Verfügung.

Tipp zur Urlaubsbuchung: Rufen Sie das Hotel direkt an

Hotels müssen an die großen Buchungsportale Gebühren bezahlen. Deshalb lohnt sich oftmals der Griff zum klassischen Telefonhörer. Rufen Sie in dem Hotel, das Sie buchen möchten direkt an und fragen nach einem Angebot.

Buchen Sie Hotels und Flüge möglichst früh

Ein Trick, der nicht nur für die Urlaubsbuchung im Internet gilt: Je früher Sie buchen, desto günstiger sind oft die Angebote. Also denken Sie dieses Jahr vielleicht schon an ihren Urlaub im kommenden Jahr. Und wenn Sie können, dann reisen Sie außerhalb der Schulferien und in der Nebensaison. „Last-Minute ist fast tot“, sagt Karolina Wojtal, Expertin vom Europäischen Verbraucherzentrum.

Das sagen die Reiseveranstalter zu Frühbucherpreisen:

  • Tui Deutschland: In der Regel seien die meisten Schnäppchen für den Oster-, Sommer- oder Herbsturlaub von November bis Ende Januar oder Februar zu entdecken, teilt der größte deutsche Veranstalter mit. «Hier sind Preisnachlässe von 40 Prozent möglich.»
  • FTI: Mit Frühbucherrabatten sind in der Spitze bis zu 55 Prozent Rabatt auf den Hotelpreis möglich, teilt der Münchner Anbieter mit. Der spätmöglichste Buchungszeitpunkt wäre Ende März. Wer sich bis dahin für eines der Frühbucherangebote entscheidet, könne im Zeitraum zwischen Mai und Oktober vergünstigt reisen.
  • DER Touristik: Bei Dertour und den Schwestermarken ITS und Meiers Weltreisen sind die Rabatte ebenfalls nach Stichtagen gestaffelt. Die höchsten Erlasse auf den Hotelpreis gab es bis Ende Dezember. Das ist nun vorbei. Weitere Stichtermine sind Ende Januar und Ende März. Es gebe auch «rollende Varianten» von Ermäßigungen - je nachdem, wie früh man vor Reisebeginn bucht. Wer sich 90 Tage vorher festlegt, kann mehr sparen als bei 30 Tagen Vorlauf.
  • Schauinsland-Reisen: Für die Sommersaison von Mai bis Oktober gebe es höhere Rabatte häufig bei Buchungen bis 31. Januar. Aber auch wer sich bis Ende März entscheidet, könne teilweise noch eine Menge Geld sparen, teilt das Unternehmen aus Duisburg mit. Die Höhe der Rabatte variiere je nach Region und Hotel. Für die Balearen etwa seien Ersparnisse bis zu 30 Prozent auf den Hotelpreis drin.
  • Alltours: Der Veranstalter aus Düsseldorf bietet Frühbucherrabatte von bis zu 35 Prozent. Vorteil hier: Bei Alltours ist die Stornierung oder Umbuchung eines Urlaubs bis 14 Tage vor Abreise ohne Aufpreis möglich. Bei den meisten Anbietern kosten die Flex-Tarife extra.
  • Anex Tour: Die Reisemarken des Unternehmens - Bucher Reisen, Öger Tours, Neckermann Reisen und Anex Tour - gewähren bei Buchungen bis 31. Januar bis zu 50 Prozent Rabatt auf den Hotelpreis. Bei Buchungen bis Ende März seien bis zu 35 Prozent drin. Die Angaben gelten für die gesamte Sommersaison von Anfang April bis Ende Oktober.
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