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Eine teilweise Sonnenfinsternis als Höhepunkt

Berlin. Das herausragende Himmelsschauspiel im März ist eine Sonnenfinsternis. Spielt das Wetter mit, ist sie von Deutschland aus am 20. März als partielle Sonnenfinsternis zu sehen. Am 12. März sind Tag und Nacht gleich lang. dpa-Mitarbeiter Hans-Ulrich Keller

Für die meisten Orte in Mitteleuropa beginnt das Schauspiel der teilweisen Sonnenfinsternis am 20. März gegen 9.20 Uhr und endet um 12 Uhr. Der dunkle Neumond schiebt sich vor die Sonne. Sein Schatten fällt auf Teile der Erdoberfläche und verfinstert sie mehr oder minder stark. In Deutschland werden zum Höhepunkt etwa 70 Prozent der Sonne abgedeckt sein.

Während in Europa und Nordwestafrika nur eine partielle Sonnenfinsternis beobachtet werden kann, herrscht zuerst im Nordatlantik, dann zwischen den Britischen Inseln und Island, über den Färöer-Inseln und Spitzbergen und schließlich in der Arktis nahe dem Nordpol totale Finsternis. In Deutschland ist die nächste totale Sonnenfinsternis am 3. September 2081 zu beobachten.

Am 12. März dieses Jahres wechselt die Sonne aus dem Sternbild Wassermann in das Sternbild der Fische. Am Tag der Sonnenfinsternis kreuzt die Sonne um 23.45 Uhr den Himmelsäquator in nördlicher Richtung. Dieser Zeitpunkt markiert den Beginn des astronomischen Frühlings. Tag und Nacht sind gleich lang. Sonntag, 29. März, werden die Uhren um 2 Uhr auf 3 Uhr Sommerzeit vorgestellt.

Am 5. März um 19.05 Uhr erscheint der Mond im Sternbild Löwe nahe Regulus als Vollmond. Er steht an diesem Tag 406 380 Kilometer von der Erde entfernt. Daher erlebt man die kleinste Vollmondscheibe des Jahres 2015. Deutlich näher an die Erde heran (357 580 Kilometer) kommt der Mond am 19. März, wenige Stunden vor Neumond. Das führt wieder zu Springfluten an den Küsten.

Zwei helle Planeten schmücken den Abendhimmel: Venus im Westen und Jupiter im Osten. Venus fällt auf. Schon in der Abenddämmerung wird sie sichtbar. Man spricht daher vom Abendstern, obwohl Venus ein Planet und kein Stern ist. Venus geht von Nacht zu Nacht immer später unter; Ende März erst um 23.15 Uhr. Ist Venus untergegangen, wird Jupiter zum hellsten Planeten am Nachthimmel. Der Riesenplanet wandert rückläufig durch das Sternbild Krebs und steuert auf den offenen Sternhaufen Krippe (auch Praesepe genannt) zu. Im Fernglas erscheint Krippe als Hunderte feiner Lichtpünktchen in Blau, Gelb und Rot.

Mars verabschiedet sich im Laufe des Monats vom Abendhimmel. In der ersten Märzhälfte können versierte Himmelsbeobachter den inzwischen recht lichtschwachen Roten Planeten noch in der fortschreitenden Abenddämmerung tief am Westhimmel erspähen. Anfang März stehen Venus und Mars nahe beieinander. Auch der ferne Uranus ist mit von der Partie, aber nur im Fernglas oder Teleskop zu erkennen. Saturn, der sonnenfernste Planet, der noch mit bloßen Augen leicht zu sehen ist, steht im Sternbild Skorpion. Er kann in der zweiten Nachthälfte beobachtet werden. Merkur zeigt sich in diesem Monat nicht. Er bleibt in den Strahlen der Sonne verborgen.

Die hellen und auffälligen Wintersternbilder sind schon weit in die westliche Himmelshälfte gerückt, aber noch sichtbar. Orion ist am Westhorizont kaum zu übersehen, Sirius funkelt noch bläulich-weiß im Südwesten. Ein wenig höher leuchtet Prokyon, der hellste Stern im Bild des Kleinen Hundes. Im Westen strebt der Stier dem Untergang entgegen. Höher noch sieht man die Zwillinge mit Kastor und Pollux sowie den Fuhrmann mit der hellen, gelblichen Kapella.

Löwe, das beherrschende Sternbild des Frühlings, nimmt bereits hoch im Süden seinen Platz ein, gefolgt vom Bild der Jungfrau im Südosten. Tief im Osten leuchtet der orange Arktur, der hellste Stern im Bärenhüter (lateinisch: Bootes). Die drei Sterne Regulus im Löwen, Spica in der Jungfrau und Arktur im Bootes bilden das sogenannte Frühlingsdreieck. Pünktlich zum Frühlingsbeginn beherrscht es den Osten, wenn man gegen 22 Uhr den Blick in den Sternenhimmel richtet.