Wir möchten auf unserer Webseite Cookies und pseudonyme Analysetechniken auch unserer Dienstleister verwenden, um diesen Internetauftritt möglichst benutzerfreundlich zu gestalten.

Außerdem möchten wir und unsere Dienstleister damit die Besuche auf unserer Webseite auswerten (Webtracking), um unsere Webseite optimal auf Ihre Bedürfnisse anzupassen und um Ihnen auf unserer Webseite sowie auch auf Webseiten in verbundenen Werbenetzwerken möglichst interessante Angebote anzeigen zu können (Retargeting).

Wenn Sie dieses Banner anklicken bzw. bestätigen, erklären Sie sich damit jederzeit widerruflich einverstanden (Art. 6 Abs.1 a DSGVO).

Weitere Informationen, auch zu Ihrem jederzeitigen Widerrufsrecht, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.

| 20:26 Uhr

Geldanlage
Die mühsame Suche nach ein paar Zinsen

Für Geld auf dem Sparbuch bekommen Bankkunden derzeit kaum bis gar keine Zinsen. Wer mehr rausholen will, muss mehr Risiko eingehen. Von einigen besser verzinsten Geldanlagen im Ausland raten Experten aber ab.
Für Geld auf dem Sparbuch bekommen Bankkunden derzeit kaum bis gar keine Zinsen. Wer mehr rausholen will, muss mehr Risiko eingehen. Von einigen besser verzinsten Geldanlagen im Ausland raten Experten aber ab. FOTO: Oliver Berg / dpa-tmn
Frankfurt. Die Zeiten, in denen eine Geldanlage hohe Zinsen abwarf, sind lange vorbei. Schon seit Jahren zahlen die Banken für Tagesgeld und Sparbücher kaum oder gar keine Zinsen. Clevere Sparer können trotzdem die Inflationsrate schlagen.

(dpa) Viele Bundesbürger legen regelmäßig Geld beiseite. Auf lukrative Anlageformen achten sie aber nicht unbedingt. Die Mehrheit nutzt dafür das Girokonto (59 Prozent) oder das Sparbuch (52 Prozent), wie eine Umfrage des Marktforschungsinstituts Toluna im Auftrag der Comdirect-Bank zeigt. Rund ein Drittel hat ein Tagesgeldkonto (34 Prozent) oder bewahrt einfach nur Bargeld zu Hause auf (33 Prozent).

Viel Rendite springt dabei aber im Moment nicht heraus. „Viele Banken zahlen derzeit für Tagesgeld null Prozent Zinsen“, sagt Max Herbst von der FMH-Finanzberatung in Frankfurt. Vom Sparen abraten würde er trotzdem nicht: „Wer regelmäßig jeden Monat 100 Euro beiseite legt, hat nach zwei Jahren immerhin 2400 Euro angespart.“ Dieses Geld kann dann zum Beispiel für eine Fernreise, neue Möbel, Schmuck oder ein Designerkleid ausgegeben werden.

Wer schon einen größeren Betrag gespart hat, sollte sich nach guten Angeboten umsehen. „Es gibt durchaus Banken, die Neukunden bis zu einem Prozent Zinsen für Tagesgeld zahlen“, sagt Herbst. Allerdings verstecken sich im Kleingedruckten oft Fallen, zum Beispiel, dass der Zinssatz nur für sechs Monate garantiert wird. Legt der Sparer 10 000 Euro an, bekommt er jedoch immerhin 50 Euro Zinsen.

Mehr rausholen können sicherheitsorientierte Sparer, wenn sie einmalige Beträge in lukrative Festgeldanlagen investieren. Zwar liegt der durchschnittliche Zinssatz bei einer Laufzeit von zwölf Monaten laut FMH derzeit bei gerade einmal bei 0,19 Prozent. Gute Anbieter zahlen allerdings bis zu 1,26 Prozent Zinsen. Bei einer Laufzeit von drei Jahren sind sogar bis zu 1,7 Prozent Zinsen jährlich möglich. Bei einem Anlagebetrag von 10 000 Euro bekommen Sparer hier am Ende also immerhin rund 519 Euro.

Die besonders gut verzinsten Angebote, die auch über Zinsportale zugänglich sind, kommen allerdings oft von ausländischen Banken, zum Beispiel aus Bulgarien oder Rumänien. Nach Ansicht der Stiftung Warentest sind solche Angebote nicht unbedingt empfehlenswert. „Wir halten die Sicherungseinrichtungen dieser Länder mit geringer Wirtschaftskraft für nicht stabil genug, um bei einer Bankpleite alle Kunden zeitnah zu entschädigen“, heißt es in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Finanztest“ (Heft 2/2018).

Sicher ist Spargeld aus Sicht der Experten bei Banken aus Deutschland, Belgien, Österreich, Frankreich, Großbritannien oder Schweden. Die besten Anbieter zahlen hier laut „Finanztest“ für Festgeld mit einer Laufzeit von einem Jahr immerhin ein Prozent Zinsen und bei einer Laufzeit von drei Jahren 1,35 Prozent. Wer sein Geld für fünf Jahre fest anlegt, kann den Warentestern zufolge sogar bis zu 1,8 Prozent bekommen. Sinnvoll sei ein so langer Zeitraum aber nicht unbedingt, findet Herbst. „Bis dahin sollten die Zinsen insgesamt wieder gestiegen sein“, erklärt er.

Sparer, die mehr wollen, müssen mehr riskieren. Eine Möglichkeit sind Aktien, die Dividenden bringen. Für Anleger kann sich das lohnen: Rund 46 Milliarden Euro haben allein die in Deutschland an den Börsen notierten Unternehmen im vergangenen Jahr an ihre Aktionäre ausgeschüttet. Der Löwenanteil von fast 32 Milliarden Euro entfiel nach Angaben der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz auf die 30 im Dax notierten Unternehmen.

In den vier Indizes Dax, MDax, SDax und TecDax lag die durchschnittliche Dividendenrendite im vergangenen Jahr bei 2,5 Prozent und damit weit über den besten derzeit erhältlichen Zins-Angeboten der Banken. Viel geringer wird die Beteiligung 2018 voraussichtlich nicht ausfallen. „Vorsichtige Schätzungen gehen davon aus, dass in diesem Jahr insgesamt um die 50 Milliarden Euro ausgeschüttet werden“, sagt Jürgen Kurz, Sprecher der Schutzvereinigung.

Um die Rendite und das Risiko in ein ausgewogenes Verhältnis zu bringen, ist eine Mischung aus Aktien und Zinsanlagen ratsam. Börsengehandelte Indexfonds (ETFs) bieten auch wenig erfahrenen Anlegern eine einfache Möglichkeit, in Aktien zu investieren. Diese Fonds bilden einen kompletten Börsenindex nach. Wer zum Beispiel einen Teil seines Geldes in einen ETF steckt, der sich am Dax orientiert, profitiert von den künftigen Dividendenzahlungen.

Mit der richtigen Verteilung können Anleger sogar erreichen, dass das eingesetzte Kapital am Ende erhalten bleibt, wenn die Kurse an den Börsen nachgeben. Wer zum Beispiel ein Festgeld für 1,75 Prozent mit einer Anlagedauer von zehn Jahren abschließe, könne einen Aktienanteil von 15,9 Prozent beimischen, sagen die Experten der Stiftung Warentest. Der Zinsertrag des Festgeldes könne hier über die Laufzeit einen möglichen Totalverlust der Aktien ausgleichen. Ein Totalverlust ist bei weltweit anlegenden Indexfonds, etwa auf den MSCI World-Index, allerdings eher unwahrscheinlich. Denn dazu müssten die Aktien aller rund 1600 in dem Index erfassten Unternehmen wertlos werden.