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Teurer Schulstart
Der Schulstart geht ordentlich ins Geld

Der erste Schultag wird für Eltern teuer. Fast 240 Euro geben sie im Durchschnitt für die Ausstattung des Schulranzens und der Schultüte ihrer Kinder aus.
Der erste Schultag wird für Eltern teuer. Fast 240 Euro geben sie im Durchschnitt für die Ausstattung des Schulranzens und der Schultüte ihrer Kinder aus. FOTO: dpa / Arne Dedert
Wiesbaden. Der erste Schultag ist für Kinder ein Abenteuer und für die Eltern eine Investition. Mit der Einschulung des Nachwuchses müssen sie mit einer ganzen Reihe an zusätzlichen Ausgaben kalkulieren.

() Eltern merken schnell: Mit dem Kind wachsen die Ansprüche und damit auch die Ausgaben. Die steigenden Kosten werden anhand der Zahlen des Statistischen Bundesamtes deutlich. So gaben Paarhaushalte in Deutschland im Jahr 2013 für ein Kind unter sechs Jahren im Schnitt 587 Euro im Monat aus. Für Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren waren es schon 686 Euro im Monat und für Zwölf- bis 18-Jährige sogar 784 Euro.


Ein Teil dieser Kosten entfällt auf die Schulausstattung, besonders zur Einschulung. Eine repräsentative Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) 2013 fand heraus: 238 Euro geben Eltern im Durchschnitt für den Schulanfang aus. „Seitdem haben wir das nicht mehr abgefragt, aber ich vermute, dass in diesem Jahr bestimmt nicht weniger Geld in die Hand genommen wird“, sagt GfK-Marktforscherin Simone Zinner. „Der Schulanfang ist für Eltern eine nicht unwesentliche Investition.“

Das sieht auch Professor Olaf Koeller, Leiter des Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN) an der Universität Kiel, so: „Schulkinder sind ein ökonomischer Faktor geworden.“ Das IPN hat vor drei Jahren in Schleswig-Holstein die Kosten für Schulkinder unter die Lupe genommen. Danach geben Eltern im Durchschnitt knapp 1000 Euro pro Kind und Schuljahr aus. Die höchsten Ausgaben entstehen für Versorgung und Betreuung mit durchschnittlich rund 300 Euro. Die geringsten Kosten sind die für Bücher mit knapp 50 Euro pro Schuljahr. „Das klingt noch moderat“, sagt Stephan Wassmuth, Vorsitzender des Bundeselternrats. „Wenn man aber mehrere Kinder hat, sieht das schon anders aus.“
Für die Einschulung eines Kindes kommen Ausgaben für folgende Einzelposten auf Eltern zu:



Schultüte: Sie kann nur zwölf Zentimeter klein sein, 50 oder 85 Zentimeter groß oder es im XXL-Format auf einen ganzen Meter bringen. Die Hersteller freuen sich darüber, dass bei Einschulungen meist mehr als nur eine Schultüte überreicht wird. Manche Kinder bringen es auf bis zu zehn Schultüten. Unzählige Motive von Figuren aus Kino und Fernsehen zieren das Sortiment.

Wer nicht kaufen will, kann sich natürlich auch hinsetzen und eine Schultüte in Eigenregie gestalten. Je nach Material, Größe und Aufwand kostet sie bis zu 50 Euro. Süßigkeiten, Geldscheine, Spielzeug, Kuscheltiere – auch die Füllung geht zusätzlich ins Geld.

Schulranzen/-rucksäcke: Das Kölner Institut für Handelsforschung hat errechnet, dass die Deutschen 2012 rund 136 Millionen Euro für Ranzen und Rucksäcke ausgegeben haben. Bei dem Angebot den Überblick zu behalten, verlangt von den Eltern Recherche und ziemlich konkrete Vorstellungen. Die Stiftung Warentest verweist auf die Norm DIN 58124, die empfiehlt, wie ein sicherer Schulranzen ausgestattet sein sollte: Danach sollen zehn Prozent der Rück- und Seitenflächen reflektierend sein. 240 Euro kann ein Komplett-Set aus Schultasche, Federmappe und Sportbeutel kosten. Wer das Glück hat, dass sein Kind sich für ein Modell aus den Vorjahren begeistert, kommt auch mit weniger aus. Für etwa 130 Euro ist ein ergonomisch geformter Rucksack zu haben.

Sportbeutel, Portemonnaie, Trinkflasche, Regenhüllen: Selbstverständlich eignet sich auch der Sportbeutel aus Kindergartentagen, um Turnschuhe, Sporthose und -shirt zu transportieren. Doch Kinder, Eltern und Großeltern können oftmals nicht widerstehen, die weitere Ausstattung auf die Schultasche abzustimmen. Eine Trinkflasche kostet fünf bis zehn Euro, eine Regenhülle acht bis zehn Euro.

Stifte, Füller, Tuschkasten: Je nach Schule werden unterschiedliche Utensilien verlangt. Zwei Bleistifte plus Anspitzer, später ein Füller, Farbstifte, ein Radiergummi, ein Lineal, Schreibblöcke, Schnellhefter, ein Hausaufgabenheft, ein Klebstift, ein Frühstücksset, ein Zeichenblock, eine Sammelmappe, ein Malkittel. Die Liste ließe sich beliebig fortführen. Oftmals wird auch ein Tuschkasten gefordert, dazu vier Borstenpinsel. Eine bestimmte Marke darf die Schule laut Bundeselternrat aber nicht vorgeben. Die vom IPN ermittelten Durchschnittswerte für die schulische Ausstattung liegen bei durchschnittlich 170 Euro.

Schreibtisch: Rechnen, schreiben, zeichnen, lesen – Schulkinder müssen auch zu Hause viele verschiedene Tätigkeiten erledigen und brauchen für Hausaufgaben. Es gibt kindgerechte Möbel, die verstellbar sind und mitwachsen.

Ausflüge und Klassenfahrten: Die Schulen entscheiden, ob es im ersten Schuljahr auf Klassenfahrt geht. In der Regel begrüßen es die Lehrer, wenn die Kinder etwas älter sind und sich untereinander kennengelernt haben, bevor sie auf Schulfahrt gehen. Für kurze Tagesausflüge sind in der Regel bis auf die Fahrtkosten im ersten Schuljahr keine weiteren Ausgaben einzuplanen.

(dpa)