Astronomie: Der Merkur zieht als winziger Punkt vor der Sonne vorbei

Astronomie : Der Merkur zieht als winziger Punkt vor der Sonne vorbei

Mitte November taucht ein Strom von Sternschnuppen am Nachthimmel auf. Beobachter müssen sich aber mit 15 Trümmerstücken pro Stunde begnügen.

(dpa) Herausragendes astronomisches Ereignis ist in diesem Monat der Merkurtransit am 11. November. Merkur, der innerste und kleinste Planet unseres Sonnensystems, zieht als winziger, dunkler Punkt vor dem grellen Sonnenball vorüber.

Alle vier Monate überholt Merkur die Erde auf der Innenbahn. Da die Merkurbahn um sieben Grad zur Erdbahnebene geneigt ist, wandert Merkur fast immer nördlich oder südlich an der Sonne vorbei. Nur in den seltenen Fällen, wenn er beim Überholen gleichzeitig die Erdbahnebene kreuzt, läuft er zwischen Sonne und Erde hindurch, wobei er als dunkler Punkt vor der Sonnenscheibe erscheint. Einen solchen Vorgang nennt man Merkurdurchgang oder -transit.

Am 11. November beginnt der Transit in Mitteleuropa um 13.35 Uhr. Merkur erscheint am Ostrand der Sonne. Um 16.20 Uhr erreicht Merkur den geringsten Abstand vom Mittelpunkt der Sonnenscheiben. Um 19.04 Uhr endet das Himmelsschauspiel mit dem Austritt von Merkur aus der Sonnenscheibe. Dann ist die Sonne bei uns aber schon untergegangen. Da das Merkurscheibchen fast 200-mal kleiner ist als die Sonnenscheibe, ist der Transit mit bloßen Augen nicht zu sehen. Man benötigt ein Teleskop oder mindestens ein Fernglas, um das dunkle Pünktchen zu erkennen – allerdings müssen diese mit speziellen Folien oder Filtern präpariert sein. Sonnenbrillen oder sogenannte Sofi-Brillen bieten keinen ausreichenden Schutz.

Am besten lässt sich der Merkurtransit auf einer Sternwarte verfolgen, die über Geräte zur gefahrlosen Sonnenbeobachtung verfügt. Der nächste Merkurtransit findet erst am 13. November 2032 statt.

In der letzten Novemberwoche ist Merkur in der Morgendämmerung tief am Südosthimmel zu sehen. Auch Mars taucht allmählich am Morgenhimmel auf. Dort sind auch schon die Wintersternbilder erschienen. Auffallend ist der Orion, Leitbild des Winterhimmels. Gegen 6 Uhr morgens steht er unübersehbar am Südhimmel.

Am Abendhimmel kann man noch Jupiter tief im Südwesten sehen. Gegen Monatsende verabschiedet sich der Riesenplanet jedoch. Venus beginnt zur Monatsmitte ihre Abendsternperiode. Kurz vor 18 Uhr geht sie jedoch schon unter. Ein schöner Himmelsanblick ergibt sich am 28. November, wenn die schmale Sichel des zunehmenden Mondes zwischen Venus und Jupiter steht. Das Dreigestirn ist gegen 17.30 Uhr knapp über dem Südwesthorizont zu sehen.

Dritter heller Planet am Abendhimmel ist Saturn. Mit Einbruch der Dunkelheit findet man den Ringplaneten am Südwesthimmel. Bereits am 2. November erhält Saturn Besuch von der Sichel des zunehmenden Mondes. Vollmond wird am 12. November um 14.34 Uhr erreicht. Die Neumondposition tritt am 26. November um 16.06 Uhr ein. Am 7.November erreicht der Mond vormittags mit 405 060 Kilometern seine größte Entfernung von der Erde, während ihn am 23. des Monats nur 366 720 Kilometer von uns trennen. Dann steht er der Erde am nächsten.

Die Sternschnuppen der Leoniden sind von Monatsmitte bis Ende November zu erwarten. In der Nacht vom 17. auf 18. November wird der Höhepunkt des Leonidenstroms eintreten. Es handelt sich um schnelle Objekte um die 70 Kilometer pro Sekunde, denn die Meteoroide dieses Stromes kommen der Erde entgegen. Die Meteore scheinen dem Sternbild Löwe zu entspringen. In diesem Jahr ist jedoch mit einer eher bescheidenen Rate von rund 15 Meteoren pro Stunde zu rechnen. Die Leoniden sind Trümmerstücke des Kometen 55P/Tempel-Tuttle, der sich gerade in Sonnenferne befindet.

Am Abendhimmel ist das Himmels-W, die Königin Kassiopeia, hoch über unseren Köpfen zu sehen. Es macht in dieser Stellung eher den Eindruck eines großen M. Weit im Westen kann man immer noch das Sommerdreieck beobachten.

Hoch im Süden erspäht man die Sternbildergruppe Pegasus: Andromeda, Widder, Perseus. Der Pegasus gilt als Leitsternbild des Herbsthimmels. Sein großes, einprägsames Sternenquadrat wird daher auch als Herbstviereck bezeichnet.

Bei dem unscheinbaren Stern Helvetios (51 Pegasi) im Pegasus, der gerade noch mit freien Augen zu sehen ist, wurde 1995 erstmals ein Planet außerhalb unseres Sonnensystems nachgewiesen. 51 Pegasi ist ein sonnenähnlicher Stern in 50 Lichtjahren Entfernung. Der Planet wurde inzwischen Dimidium getauft. Er ist ein Riesenplanet, der in nur gut vier Tagen seine Muttersonne umkreist. Da er nur knapp acht Millionen Kilometer davon entfernt ist, wird er regelrecht gebraten.

Unsere Sonne wandert weiterhin am absteigenden Ast ihrer Jahresbahn. Am 22. November passiert sie den Schützepunkt, der den Beginn des gleichnamigen Tierkreiszeichens markiert. Die Mittagshöhe der Sonne nimmt im Laufe des Monats um sieben Grad ab, die Tageslänge schrumpft um rund eine Stunde und 20 Minuten.

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