Arbeitgeber darf Antrag nicht willkürlich ablehnen

Arbeitgeber darf Antrag nicht willkürlich ablehnen

Arbeitnehmer haben grundsätzlich bei einer Sechs-Tage-Woche Anspruch auf mindestens 24 Urlaubstage pro Jahr, bei einer Fünf-Tage-Woche sind es 20 Tage, erklärt Nathalie Oberthür, Fachanwältin für Arbeitsrecht in Köln . Der Arbeitnehmer dürfe die Urlaubstage nach seinen Wünschen festlegen.

Allerdings hat das letzte Entscheidungsrecht der Arbeitgeber, erläutert Oberthür. Er kann einen Urlaubsantrag aber nicht willkürlich ablehnen. Entscheidend ist, ob es betriebliche Gründe oder Wünsche anderer Mitarbeiter gibt, die dem Antrag entgegenstehen. Einmal pro Jahr muss der Arbeitgeber es Mitarbeitern ermöglichen, dass sie zwei Wochen am Stück Urlaub nehmen (Paragraf 7 Absatz 2 Satz 2 Bundesurlaubsgesetz). Grundsätzlich dürfen Arbeitnehmer Resturlaub nicht mit ins nächste Jahr nehmen. Es sei denn, der Arbeitnehmer konnte aus betrieblichen oder persönlichen Gründen nicht alle Urlaubstage verbrauchen. Dann muss er diese Tage in den ersten drei Monaten des Folgejahres nehmen. Ausnahmen gibt es jedoch, wenn zum Beispiel der Arbeitnehmer länger krank war. Hat der Chef den Urlaubsantrag unterzeichnet, ist die Vereinbarung verbindlich. Diese Genehmigung darf der Arbeitgeber nicht zurücknehmen, noch nicht einmal in Notfällen. Der Chef darf allerdings zwischen Weihnachten und Silvester Betriebsurlaub anordnen. Arbeitnehmer müssen ihren Urlaub dann für angeordnete Betriebsferien verwenden.

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