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Team hinter der Kinder-Uni: Bernd Nicolay sorgt für den richtigen Ton

Kinder-Uni : Bernd Nicolay sorgt für den richtigen Ton

Am 8. Mai startet wieder die Kinder-Uni. Damit ihr Spaß bei den Vorlesungen habt, arbeitet ein ganzes Team im Hintergrund. Wir stellen euch einen der Helfer vor.

Mittwoch, 12. Januar, 16 Uhr: Über 700 Kinder strömen in den Audimax der Universität des Saarlandes um sich von Robert Ernst erklären zu lassen, wie Zellen ihren Platz im Körper finden. Doch etwas ist anders als bei den vorherigen Vorlesungen der Kinder-Uni. Im linken Sitzblock sind je zwei Sitze in drei Sitzreihen mit rotem Flatterband abgesperrt. In einer der Reihen steht eine merkwürdige Konstruktion auf deren Spitze ein weißer Beamer steht. Normalerweise kann man den Beamer nicht sehen, über den sowohl die Bildübertragung für die jungen Studenten im Audimax als auch für deren Eltern und Großeltern im Nebenraum läuft. Doch was ist dieses Mal anders?

„Einen Tag vor der Kinder-Uni gab es einen Defekt im Netzteil des eigentlichen Beamers“, erklärt Bernd Nicolay. Er ist mit seiner Firma für die Technik bei der Kinder-Uni zuständig und sorgt jedes Mal dafür, dass alle alles sehen und hören können. „Der Beamer im Audimax ist der größte der Uni, mit einer ganz speziellen Optik“, erklärt er das Problem an diesem Tag. Da so ein Beamer über 50 000 Euro kostet, hat die Uni hiervon keinen zur Reserve. Also musste Bernd Nicolay gemeinsam mit Thomas Bertram von der Universität des Saarlandes nach einer Lösung suchen. Sie retteten so die Vorlesung von Robert Ernst, denn ohne Beamer hätte diese nicht stattfinden können.

Dieser Vorfall stellt aber die absolute Ausnahme in den vergangenen 15 Jahren dar. „Selten, dass etwas ausgefallen ist. Und wenn, dann haben wir es geschafft, dass es niemand mitgekriegt hat“, sagt Bernd Nicolay.

Doch auch wenn es keine Panne gibt, hat Bernd Nicolay genug Arbeit bei der Kinder-Uni. Damit im Audimax alles mit der Technik klappt, beginnen der Informationstechniker und sein Team bereits ein bis zwei Wochen vor einer Vorlesung mit den Vorbereitungen.

Dann trifft sich Bernd Nicolay mit dem jeweiligen Dozenten und klärt, welche Technik er zur Verfügung stellen muss. Manche Dozenten brauchen zum Beispiel nur ihr Mikrofon, den Beamer und ein zusätzliches Mikrofon, damit alle die Fragen einzelner Kinder verstehen können. Andere brauchen noch zusätzliches Material, etwa wenn sie Filmausschnitte zeigen möchten. Oder wie Professor Weinberger im letzten Semester, der mit Hilfe einer Kamera Dinge, die seine Assistentin auf ein Papier schrieb oder auf dem Handy tippte, direkt an die Wand projizieren ließ.

Am Tag der Vorlesung ist der Techniker spätestens ab 15 Uhr im Audimax. Regelmäßig bringt er auch einen seiner Lehrlinge mit, um ihnen die Kinder-Uni zu zeigen. Ab 15 Uhr geht es dann los mit Bildproben, Lautstärke- und Mikrofonproben. Auch muss die komplette Anlage auf den zu erwartenden Geräuschpegel eingestellt werden. Wenn alle diese Proben beendet sind und der Rechner in Verbindung mit dem Beamer funktioniert, kann die Kinder-Uni starten. „Und dann hoffen wir, dass nichts ausfällt“, lacht Nicolay. Feierabend hat er dann noch lange nicht. Er ist die gesamte Vorlesung anwesend, falls etwas ausfallen sollte und am Ende muss ja auch alles wieder abgebaut werden.

Arbeit hat er also immer genug. Und die macht ihm sichtlich Spaß. Strahlend erzählt er, welche Vorlesungen er in den letzten 15 Jahren so alles erlebt hat und welche tollen Themen er schon gehört hat. Denn Bernd Nicolay ist von Anfang an dabei. Seit der ersten Vorlesung der Kinder-Uni vor 15 Jahren hat er keine einzige verpasst. „Wenn es pufft und zischt und bunt leuchtet, dann sind die Kinder immer begeistert“, meint er in Erinnerung an eine Physik-Vorlesung vor ein paar Jahren.

In einem der ersten Jahre, weiß er zu berichten, hatten sich so viele Kinder für die Kinder-Uni angemeldet, dass die gleiche Vorlesung jeweils an zwei Mittwochen hintereinander gehalten werden musste, da nicht alle jungen Studenten in den Audimax gepasst hätten. Und dieser hat immerhin Platz für über 800 Menschen.

Seine Kinder hat er mit seiner Begeisterung übrigens auch angesteckt. Beide hatte er bereits früh zu Vorlesungen mitgenommen. Als der Sohn am nächsten Tag in die Schule kam, musste er erst einmal erzählen, wie es denn bei der Kinder-Uni gewesen sei und um welches Thema es ging. Bei der nächsten Vorlesung war er nicht mehr das einzige Kind aus seiner Klasse. Seine Tochter entschied sich später sogar für ein Studium an der Universität des Saarlandes, während sein Sohn in Kaiserslautern studiert.

Sein Sohn und seine Tochter sind heute erwachsen und kommen nicht mehr zur Kinder-Uni, ihr Vater macht dies weiterhin mit Begeisterung. „Es macht immer noch Riesen Spaß“, meint er. „Es ist immer was Neues, es ist immer was los.“

Bernd Nicolay kümmert sich bei der Kinder-Uni um die Technik und sorgt dafür, dass alle alles sehen und hören können. Foto: Iris Maria Maurer

Wenn es nach ihm geht, wird er noch einige Zeit dafür sorgen, dass bei der Kinder-Uni alles ins rechte Licht gerückt wird und alles läuft.