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Spannender Start ins neue Kinderuni-Semester

Kinderuni : Gelungener Start ins neue Kinderuni-Semester

Die Kinderuni ist jetzt ins Internet umgezogen. Welche Fragen die Schüler der Grundschule Auf der Lehn an die Biophysikerin Franziska Lautenschläger stellten, zeigt das neueste Video.

Da in diesem Semester die Kinderstudenten wegen der Corona-Beschränkungen nicht zu den Vorlesungen der Kinderuni ins Audimax, im größten Hörsaal der Saar-Uni, kommen können, kommen die Professoren in die Schulen – zwar nicht persönlich, aber virtuell, per Live-Übertragung im Internet. Schüler haben dabei die Gelegenheit, persönlich mit den Wissenschaftlern zu sprechen und alles über deren Forschungsgebiete zu erfahren.

Die erste „Besuch“ dieser Art fand an der Grundschule Auf der Lehn in Illingen statt. Die Biophysikerin Professor Franziska Lautenschläger erklärte den Kindern nicht nur wie Mikroskope funktionieren, sondern was sie sichtbar machen können.

Professor Franziska Lautenschläger ist Biophysikerin an der Saar-Uni. Mit Hilfe von Mikroskopen kann sie kleinste Zellen sichtbar machen. Foto: Iris Maria Maurer

Schulleiterin Claudia Jordy und die 19 Schüler ihrer vierten Klasse hatten großen Spaß dabei. Am Vortag hatten sie sich zusammen eine Aufzeichnung der Kinderuni-Vorlesung von Franziska Lautenschläger aus einem vergangenen Semester angesehen. Anschließend überlegten die Illinger Kinderuni-Studenten, welche Fragen sie der Professorin stellen könnten.

Gemeinsam mit ihrer Klasse haben sich auch Ilse und Lea auf das Gespräch mit Frau Lautenschläger vorbereitet. Foto: Kinderuni Saar

Franziska Lautenschläger freute sich sehr auf ihre Videokonferenz mit den Kindern. Dass sie am Morgen der Konferenz einen Fahrradunfall hatte, war für sie nicht schlimm. Auch nicht das blutige Knie, das sie sich dabei geholt hat. So konnte sie den Kindern anhand der Verletzung zeigen, dass die Zellen in ihrem Blut gut arbeiten. Denn diese sind bei einer Verletzung dafür verantwortlich sich, dass keine Bakterien oder Viren in den Körper eindringen. Außerdem sorgen die Blutplättchen dafür, dass sich die Wunde schließt. Wie Blut unter dem Mikroskop aussieht, weiß Franziska Lautenschläger sehr gut. Deutlich zu erkennen sind nicht nur die Blutplättchen, sondern auch die roten und weißen Blutkörperchen, die jeweils eigenen Funktionen im Körper erfüllen.

Die Illinger Kinder haben sich bereits selbst viele Dinge in starker Vergrößerung angesehen. Unter anderem waren sie mit ihren Becherlupen in der Natur unterwegs, zum Beispiel um sich Pflanzen genau anzusehen. In der Schule stehen ihnen auch Mikroskope zur Verfügung, mit denen sie sich gerne beschäftigen. In 1000-facher Vergrößerung sieht zum Beispiel Toilettenpapier aus wie Stroh, Salzkristalle wie eine felsige Landschaft voller Steine, Augenbrauen wie Grashalme und Zahnbürsten-Borsten wie Spaghetti.

Wie Zellen unter dem Mikroskop aussehen, interessiert die Wissenschaftlerin ganz besonders. Damit sie sich deren einzelnen Teile genau ansehen kann, werden sie mit Chemikalien eingefärbt, die diese zum Leuchten bringen. So sind zum Beispiel „Greifarme“ zu erkennen, mit denen sich die Zellen an einem Gewebe festhalten können. Franziska Lautenschläger erforscht unter anderem, wie sich Zellen in unserem Körper fortbewegen. Mithilfe dieser Forschung können Kenntnisse gewonnen werden, die für die Entwicklung neuer Krebsmedikamente genutzt werden können.

Die Illinger Schüler hatten sich sehr gut auf das Videointerview vorbereitet. Unter anderem wollten sie von der Professorin wissen, wie stark ein Mikroskop vergrößern kann. Kleine Strukturen bis zu 300 Nanometer lassen sich untersuchen, sagt Franziska Lautenschläger. Das Wort „nano“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet „Zwerg“. In einem Meter sind eine Milliarde Nanometer. Wenn eine Zelle nur 300 Nanometer groß ist, dann kann man sie mit bloßem Auge nicht erkennen. Mit einem Mikroskop mit besonders hoher Auflösung hingegen schon. Noch genauer arbeiten Elektronenmikroskope, mit denen sogar einzelne Atome sichtbar gemacht werden können. Solche Spezialmikroskope können mehrere Hunderttausend Euro kosten.

Schmunzeln musste die Wissenschaftlerin, als sie gefragt wurde, ob sie Forscherin ist. „Ja klar, eine Zellforscherin“, lautete die Antwort. Zu Beginn ihres Studiums wollte sie Astrophysik studieren, um den Weltraum und die Sterne zu erforschen. Doch dann entschied sie sich für ein Fachgebiet, bei dem sie Menschen helfen kann. Als Biophysikerin könne sie dazu beitragen, Krankheiten zu heilen. Ihre Tätigkeit mache ihr großen Spaß.

Nicht nur für die Schüler war die das Gespräch spannend, sondern auch für ihre Lehrerin. „Ich habe dabei ebenso neue Dinge erfahren. Es war toll, wie Frau Lautenschläger das alles erklärt hat“, berichtet Claudia Jordy. Sehr zufrieden ist sie mit den Schülern, die so toll bei der Sache waren. Besonders freut sich darüber, dass die Kinderuni dazu beiträgt, dass sich Kinder für Naturwissenschaft und Forschung interessieren: „Gerne sind wir von der Grundschule Auf der Lehn auch im nächsten Semester wieder dabei.“

Einen halbstündigen Video-Zusammenschnitt der ersten Kinderuni-Veranstaltung in diesem Semester gibt es unter kinderuni.saarland in der Rubrik „Programm“.

Die Reihe wird im kommenden Jahr fortgesetzt. In den drei weiteren Veranstaltungen geht es um die Bedeutung der EU für das Saarland, Nanotechnologie sowie Insekten und den Klimawandel. Auch dazu wird es Videos mit Schulklassen geben, die Professoren zu ihren Fachgebieten befragen können. Organisiert wird die Kinderuni von der Saarbrücker Zeitung in Zusammenarbeit mit der Saar-Uni.

www.kinderuni.saarland