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Saarbrücker Zeitung präsentiert eine kleine (Vor)Lesegeschichte

Geschichte : Was Jenny im Nachtzoo über sich selbst lernt

Ein Mädchen will abends nie ins Bett, weil es noch putzmunter ist. Den Grund dafür findet es bei einem Besuch bei seiner Oma.

Zu Hause geht Jenny abends nicht gerne ins Bett. Viel lieber würde sie noch aufbleiben und spielen. Manchmal müssen Mama und Papa richtig streng sein, damit das Mädchen schlafen geht. „Du brauchst deinen Schlaf, damit du groß und stark wirst“, sagt Mama. „Wenn du nicht ausgeschlafen bist, bist du morgen in der Schule den ganzen Tag müde“, sagt Papa. „Darf ich noch ein bisschen lesen?“, fragt Jenny dann. Und wenn es noch nicht zu spät ist, nimmt das Mädchen sein Lieblingsbuch mit ins Bett. Es heißt „Die Tiere der Welt“. Von A wie Aal bis Z wie Zebra sind hier viele Tiere zu sehen. Jenny liebt es, in diesem Buch zu blättern, auch wenn sie schon ein bisschen müde ist. Oft schläft sie schon, bevor die zehn Minuten um sind.

In den Ferien besucht Jenny ihre Oma. Und eigentlich darf sie dann später ins Bett gehen. Doch bei Oma macht Schlafengehen Spaß! Jeden Abend setzt sich die Großmutter zu Jenny ans Bett. Es ist Zeit für ihr Lieblingsspiel. „Oma, wo schlafen die Elefanten?“, fragt das Mädchen. „Bei ihren Herden auf der Steppe.“ Und wo schlafen die Vögel?“ „In den Bäumen in ihren Nestern. „Und wo schlafen die Dachse? „In ihren Höhlen.“ Jenny kennt viele Tiere und Oma weiß von jedem, wo es schläft. Irgendwann, nachdem die alte Dame geduldig alle Fragen der jungen Tierfreundin beantwortet hat, fallen der Kleinen die Augen zu. Ob sie wohl von schlafenden Elefanten träumt?

Auch ein Zoobesuch mit Oma steht auf dem Ferienprogramm. Jenny sieht Pinguine, Giraffen und sogar Löwen. Besonders gut gefallen Jenny die Pinguine, die lustig in ihrem Becken hin- und herschwimmen.

Nebenan ist der Eingang zum Nachtzoo. „Schlafen die Zootiere da drin?“, fragt Jenny. „Nein, mein Liebes“, antwortet Oma, „Hier leben Tiere, die nachts wach sind und tagsüber schlafen. Man nennt das nachtaktiv.“ Damit die Zoobesucher auch diese Tiere beobachten können, ist es im Nachtzoo tagsüber dunkel und nachts hell.

Im Inneren des Gebäudes gibt es nur wenig Licht und es dauert eine Weile, bis sich Jennys Augen daran gewöhnt haben. Aber dann sieht sie verschiedene nachtaktive Tiere, unter anderem Erdferkel, Fledermäuse und Nachtaffen. Jenny nimmt sich vor, die Tiere in ihrem Lieblingsbuch zu suchen, sobald sie wieder zu Hause ist.

Leider sind die Ferien bald zu Ende. Jenny muss während der Woche daheim wieder frühzeitig ins Bett gehen, um am nächsten Tag fit für die Schule zu sein. Das gefällt ihr gar nicht, denn sie ist abends einfach nicht müde. Zumindest darf sie im Bett noch ein bisschen lesen.

Eines Abends blättert Jenny mal wieder in ihrem Tierbuch. Dabei entdeckt sie das Kapitel über die Fledermäuse. Wie hieß das Wort, das sie bei Oma gelernt hat? Plötzlich springt Jenny aus dem Bett und läuft freudestrahlend zu ihren Eltern. „Ich weiß jetzt, warum ich abends nie müde bin: Ich bin nachtaktiv!“ „Ja, sagt Papa lachend, „jetzt wissen wir endlich, warum du abends nicht ins Bett willst.“ Auch Mama muss schmunzeln: „Unsere Tochter ist nicht nur nachtaktiv, sondern auch sehr klug!“