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Kleinanleger sorgten mit Käufen der Gamestop-Aktie für Chaos an der Börse

Wie kam es zu dem Chaos? : Kleinanleger lehren die Großen das Fürchten

Die Börse ist ein großes Spielcasino – diesen Eindruck haben Beobachter, die in den vergangenen Wochen einige Entwicklungen an den großen Wertpapier-Handelsplätzen verfolgten. Die Firma Gamestop, ein wirtschaftlich angeschlagener Händler von Computerspielen aus dem US-Bundesstaat Texas, sieht sich im Auge des Börsensturms.

Anfang des Jahres war die Gamestop-Aktie etwas mehr als vier Euro wert, vier Wochen später notierte sie bei 267 Euro. Seitdem ist sie wieder nach unten gerauscht und wird derzeit noch mit rund 85 Euro gehandelt.

Zu dieser Kursrallye kam es, weil Kleinanleger sich über das Netzwerk Reddit massenhaft zusammengeschlossen hatten, um es milliardenschweren Fonds wie Citron Research oder Melvin Capital zu zeigen. Diese sogenannten Hedgefonds hatten massiv auf fallende Kurse von Gamestop gewettet. Sie liehen sich Aktien gegen eine Gebühr und verkauften sie in der Hoffnung, sie zu einem vereinbarten Rückgabetermin günstiger zurückkaufen zu können. Der Unterschied zwischen Verkauf- und Kaufkurs wäre ihr Gewinn gewesen. Die Reddit-Aktion sorgte dann dafür, dass die Wette nicht aufging. Allein der Fonds Melvin Capital hat einem Bericht des Wall Street Journal zufolge fast die Hälfte seines Vermögens verloren – knapp vier Milliarden Dollar.

Einige Börsenbeobachter befürchten, dass die angeschlagenen Fonds massenweise Aktien verkaufen, um ihre Schulden bezahlen zu können. Andere Experten sagen, dass die Verluste trotz der Milliardensummen zu klein sind, um einen Kursrutsch auf breiter Front auszulösen. Ob sich im Internet eine neue Basis-Bewegung gegen die Börsenoberschicht und ihrer Geschäftsmodelle formiert, ist nicht ausgemacht. Viele Fachleute warnen Kleinanleger, über günstige Broker-Plattformen in dieses Spekulationsspiel einzusteigen. Wenn sie den richtigen Verkaufszeitpunkt verpassen, werde es finanziell wehtun.