Gerhard Wenz erklärt bei der Kinder-Uni, warum die Erde immer heißer wird

Kinder-Uni : Von Taten, Tornados und Treibhäusern

In der letzten Vorlesung der Kinder-Uni in diesem Jahr erklärte der Chemiker Gerhard Wenz, warum die Erde immer heißer wird.

„Das wird heute bestimmt spannend“ – schon bevor das Audimax der Universität des Saarlandes in Saarbrücken seine Türen für die etwa 300 jungen Gäste der Kinder-Uni öffnete, freuten sich nicht nur die Kinder, sondern auch manche Eltern auf die Vorlesung des Chemikers Gerhard Wenz zum Klimawandel. Und dieser hatte sich etwas Großes vorgenommen: In gerade einmal einer dreiviertel Stunde wollte er erklären, warum die Erde immer heißer wird und was jeder Einzelne dagegen tun kann.

„Ich will euch etwas über das Klima erzählen“, beginnt er auch gleich seine Vorlesung. „Es hat ja auch Vorteile, wenn es heiß ist“, gibt der Chemiker zu. Allerdings könne man ja nicht die ganze Zeit im Schwimmbad sein. Die Nachteile der Erderwärmung könne man nicht ignorieren. Weil es wärmer wird, schmilzt das Eis an den Polen und die Gletscher. Aber auch im eisfreien Saarland seien die Folgen der Erwärmung zu spüren, meint Gerhard Wenz.

Je wärmer es wird, desto mehr Wasser verdunstet. Ein Effekt, den man beim Haareföhnen gut beobachten kann. „Wenn ihr mit kalter Luft die Haare föhnt, dauert es viel länger“, erklärt der Professor. Das kommt daher, dass heiße Luft mehr Wasser aufnehmen kann. Allerdings kommt das aufgenommene Wasser auch irgendwann in Form von Regen wieder runter. Und wenn viel Wasser aufgenommen wird, regnet es auch mehr und es kommt zu Überschwemmungen, wie etwa in Kleinblittersdorf 2018.

Starkregen und Überschwemmungen sind nur ein Teil der möglichen Folgen des Klimawandels, die wir jetzt schon spüren können. Ein weiteres Beispiel für Naturkatastrophen, deren Anzahl sich durch die Erderwärmung erhöhe, sind Tornados, wie der, der im August durch Luxemburg zog. Ein Tornado entsteht, weil die warme Luft in kreisenden Bewegungen nach oben steigt, wodurch Wind entsteht. Je wärmer es wird, desto mehr Wind entsteht und mehr Wasser wird aufgenommen Durch diese Luftströmungen kann eine Windhose entstehen, die übers Land zieht und schwere Schäden anrichtet. „Erderwärmung ist nicht nur Spaß im Freibad, sie kann auch sehr gefährlich werden“, warnt Gerhard Wenz daher.

Aber warum genau wird die Erde immer wärmer? Um dies besser zu verstehen, schaut man sich am Besten zunächst ein Gewächshaus an. Die Sonne scheint durch die Glasscheiben hindurch, wodurch sie die Luft erwärmt. Da die Wärme allerdings nicht durch das Glas entweichen kann, wird es im Inneren des Gewächshauses immer heißer. Das gleiche Prinzip wirkt auch bei Autos. Daher sollte man im Sommer keine Hunde im Auto warten lassen. Und genau so funktioniert auch die Erderwärmung.

Die Erdkugel ist von unserer Atmosphäre umgeben. Und in der Erdatmosphäre spielen bei der Erwärmung einige Substanzen eine Schlüsselrolle, die als Treibhausgase bezeichnet werden. Dazu gehören zum Beispiel Kohlendioxid und Methan. Sie haben einen Effekt, der ganz ähnlich zu dem des gläsernen Treibhauses ist. Die Sonnenstrahlung wird durch die Treibhausgase in der Atmosphäre in Wärmestrahlung umgewandelt und kann nicht mehr in den Weltraum entweichen. Dadurch erhitzt sich die Erde immer weiter.

Den Treibhauseffekt zeigte Gerhard Wenz auch zusammen mit vier Assistenten anhand eines Experimentes mit einer Modellerde. Bevor er zum Schluss noch Tipps gab, wie jeder Einzelne seinen CO2-Ausstoß reduzieren kann, erklärte der Chemiker zunächst, wie das Gas entsteht. Wenn zur Energie- und Wärmegewinnung etwas verbrannt wird, etwa Kohle oder Öl, entsteht Kohlenstoffdioxid. In Deutschland liegt der CO2-Ausstoß pro Kopf bei zehn Tonnen im Jahr, im Saarland sogar bei 18 Tonnen. Weltweit beträgt er „nur“ 5,2 Tonnen pro Kopf.

Alle Menschen können sich bemühen, die Erwärmung der Erde zu bremsen. Dazu gehört zum Beispiel, weniger Auto zu fahren und statt dessen häufiger Busse und Bahnen zu benutzen. Und wer ein wenig nachdenkt, kommt sicher auf viele weitere Ideen, die es möglich machen, die Erderwärmung zu begrenzen. Mit diesem Appell verabschiedete sich die Kinder-Uni in die Weihnachtsferien.