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Ein Blick hinter die Kulissen der Kinderuni

Kinderuni : Ein Blick hinter die Kulissen der Kinderuni

Die Corona-Krise hat auch die Kinderuni ganz schön gebeutelt. Deshalb ist sie vorübergehend ins Internet umgezogen. Dort könnt ihr die Vorlesungen finden.

Seit 15 Jahren gibt es die Kinderuni Saar. Viele Tausende Kinder haben in dieser Zeit erfahren, wie spannend Wissenschaft und Forschung sein können. Die Veranstaltungsreihe mit drei bis vier Terminen in jedem Semester wird von der Saarbrücker Zeitung sowie der Universität des Saarlandes gemeinsam organisiert. Zusammen sorgen die Beteiligten nicht nur dafür, dass die Vorlesungen ablaufen, sondern kümmern sich unter anderem um die vielen Dinge, die davor und danach zu tun sind.

Noch vor einem Jahr durften die Kinderstudenten zu den Vorlesungen in den Audimax, den größten Hörsaal der Saar-Uni, kommen. Bei jedem Termin stellte dort ein Professor sein Fachgebiet vor. Dabei wurden nicht nur Vorträge gehalten, sondern auch Bilder und Videos gezeigt. Oft gab es auch Live-Experimente, die junge Zuhörer erstaunten. Die Nachwuchsforscher konnten zudem „Campus-Luft“ schnuppern, um das Leben an der Universität kennenzulernen.

Doch 2020 war alles anders. Aufgrund der Corona-Krise durften die Kinderuni-Vorlesungen nicht mehr im Hörsaal stattfinden. Trotzdem war allen Beteiligten klar: „Wir wollen weitermachen.“ Wie auch für die „großen“ Studenten mussten auch für die „kleinen“ neue Möglichkeiten entwickelt werden. Im vergangenen Juni fand deshalb die erste Kinderuni-Online-Vorlesung unter dem Motto „Corona-Spezial“ statt. Das Video dazu wurde auf dem Youtube-Kanal der Kinderuni Saar hochgeladen. Es wurde bisher über 2200 Mal aufgerufen.

Für das Wintersemester 2020/21 hat sich das Kinderuni-Team etwas Neues überlegt: Wenn die Kinder nicht an die Universität kommen dürfen, dann kommen die Professoren zu den Kindern. Das Interesse war groß. Schulklassen aus dem ganzen Saarland hatten sich dafür beworben.

Die Premiere fand vor Kurzem in der Grundschule Auf der Lehn in Illingen statt. Die Biophysikerin Professor Franziska Lautenschläger erklärte den Kindern, wie sie und ihre Mitarbeiter Zellen mithilfe von Mikroskopen erforschen.

Im Vorfeld musste vieles organisiert werden, berichtet Stephanie Arth. Sie ist studentische Hilfskraft am Lehrstuhl für Didaktik an der Saar-Uni. Dort arbeitet sie im Kinderuni-Team mit. Unter anderem war sie in Kontakt mit den Professoren, die sich bereit erklärt hatten, in diesem Semester Vorlesungen für Kinder zu halten. „Die Kommunikation mit den Wissenschaftlern hat super geklappt“, erzählt die 30-Jährige. Die Saarländerin wird in diesem Jahr das Staatsexamen für das Lehramt an Grundschulen ablegen.

Ob sie danach Lehrerin wird, ist ungewiss. Denn sie interessiert sich auch für die Forschung und kann sich gut vorstellen, an der Saar-Uni als Wissenschaftlerin zu arbeiten. Sie interessiert sich unter anderem dafür, wie man Kindern etwas beibringt und wie Unterricht besonders spannend gestaltet werden kann. Das ist auch bei der Kinderuni wichtig. Deshalb hat sich Stephanie Arth gemeinsam mit ihren Kollegen und den Professoren überlegt, welche Themen für Schüler besonders gut geeignet sind.

Auch Simon Schwindling hilft bei der Kinderuni. Er beschäftigt sich vor allem mit technischen Dingen. „Nachdem klar war, dass die Professoren nicht persönlich in die Klassen kommen dürfen, haben wir entschieden, dass sie die Kinder virtuell, also per Online-Stream, besuchen“, erklärt der 21-Jährige. Auch er kommt aus dem Saarland und lässt sich an der Universität des Saarlandes zum Grundschullehrer ausbilden. Außerdem studiert er Philosophie. In diesem Fachgebiet geht es um Fragen über das Leben und die Welt. Dass Simon Schwindlich sehr sportlich ist, zeigt das Video der ersten Online-Vorlesung.

Dass er einmal selbst unterrichten möchte, steht für Simon Schwindling fest. Er weiß, dass die Digitalisierung und moderne Technologien künftig dabei eine immer wichtigere Rolle spielen wird: „Früher haben sich die Schüler ein Bild in einem Buch angesehen. Heute betrachten sie es auf ihrem Tablet und können draufklicken, um dann weitere Informationen oder Aufgaben dazu zu erhalten.“ Bei der Kinderuni mache er wichtige Erfahren dazu.

Bei der vergangenen Vorlesungen musste Simon Schwindling nicht nur dafür sorgen, dass die Kommunikation zwischen der Professorin und den Schülern klappt, sondern auch das Video von der Veranstaltung erstellen. Bis spät in die Nacht wählte er die besten Szenen aus, schrieb Untertitel und schnitt alles zu einem kleinen Film. Das Ergebnis ist ebenso auf dem Youtube-Kanal der Kinderuni Saar zu finden.

Für Stephanie Arth und Simon Schwindling ist es wichtig, dass die Kinderstudenten die Möglichkeit haben, Fragen an die Wissenschaftler zu stellen. Deshalb beschäftigen sich die Klassen im Vorhinein mit dem Thema und überlegen, was sie von den Forschern wissen möchten. Diese können dann darauf antworten, um Dinge, die Mädchen und Jungen besonders interessieren, genau zu erklären.

Das wird auch beim nächsten Thema interessant. „Der Materialwissenschaftler Guido Falk wird die Schüler in die spannende Welt der Nanotechnologie entführen. Mit Experimenten zeigt er dann, was diese winzig kleinen Teilchen, die mit bloßem Auge nicht zu erkennen sind, bewirken können“, erzählt Stephanie Arth. Wenn alles läuft wie geplant, wird der Termin noch im Januar stattfinden. Dann ist auch Simon Schwindling wieder dabei, um ein Video zu produzieren.

Die beiden macht die Arbeit bei der Kinderuni viel Spaß und sie finden es toll, wie die Dozenten ihre Fachgebiete präsentieren, um so zu zeigen, wie spannend Forschung sein kann. Trotzdem wünschen sie sich, dass die Kinderstudenten eines Tages wieder auf den Campus der Saaruni kommen dürfen, um im Audimax die tollen Vorlesungen der Professoren vor Ort zu erleben.

Stephanie Arth und Simon Schwindling gehören zum Team der Kinderuni Saar. Foto: Kinderuni/Stephanie Arth
Kinderuni Simon Schwindling Foto: Kinderuni/Simon Schwindling

www.kinderuni.saarland