1. Leben
  2. Kinderseite

Christoph Marzis Uralte Metropole-Serie wird für alle Altersklassen empfohlen

Buchtipp : Fesselnde Fantasy-Reihe für alle

„Die Welt ist gierig und manchmal verschlingt sie kleine Kinder mit Haut und Haaren.“ Seltsame Sachen geschehen in London. Emily Lang ist ein zwölf Jahre altes Waisenkind, das aus heiterem Himmel in ein wahrhaft fantastisches Abenteuer geworfen wird, als eines Tages eine Ratte mit ihr spricht und ein anderes Kind von einem Werwolf entführt wird.

So plötzlich wie sich Emily in Lycidas, dem ersten Band der sogenannten Uralten Metropole-Reihe, in einem Netz aus Intrigen wiederfindet, so abrupt wird auch der Leser vom saarländischen Autor Christoph Marzi in die Geschichte geworfen.

Der Mentor von Emily, der Alchemist Mortimer Wittgenstein, erzählt die Abenteuer, die das Mädchen in den Städten unter den Metropolen der Welt erlebt. Hier finden sich längst vergangene Bauwerke, vergessene Sagengestalten und Gottheiten, an die niemand mehr glaubt. Manche Leser stören sich an der Sprache und dem Schreibstil der Bücher, doch da sie aus der Sicht Wittgensteins geschrieben sind, dient die Sprache auch der Charakterisierung des Alchemisten.

Christoph Marzi verwebt das heutige London, geschichtliche Ereignisse und Sagen mit fantastischen Motiven, und auch Klassiker der Weltliteratur finden ihre lobende Erwähnung. Nicht wenige Leser haben nach der Lektüre von Lycidas zu John Miltons „Das verlorene Paradies“ gegriffen. Der vierte Band fällt etwas aus der Reihe, da zwei neue Hauptfiguren in Gotham, der uralten Metropole unter New York, Abenteuer bestehen müssen. Allerdings gelingt es Marzi, im Laufe der Handlung bereits bekannte Personen einzubeziehen. Die Bücher eignen sich für Leser allen Alters.

Christoph Marzi: Lycidas, 864 Seiten, Heyne 2004/2019 14,99€.
Außerdem: Lillith 2005; Lumen 2007; Somnia, 2008/2017 und London, 2016.