Kinder-Uni: Auf den Spuren Albert Einsteins

Kinder-Uni : Auf den Spuren Albert Einsteins

Vor zwölf Jahren hat Ariane Teymouri zum ersten Mal die Kinder-Uni besucht. Damals hat sie viel über die Geheimnisse der Physik gelernt. Heute ist sie diesen selbst auf der Spur.

Wenn sich Ariane Teymouri die Universität als Kind vorgestellt hat, dachte sie sofort an viele fleißige Menschen, die sich den ganzen Tag in einer alten, verstauben Bibliothek den Kopf über furchtbar komplizierte Dinge zerbrechen. Doch als sie das erste Mal als Kinder-Uni-Studentin die heiligen Hallen der Wissenschaft betreten hat, waren diese Gedanken schnell verflogen. Denn erstens waren die Professoren gar nicht so streng, wie Ariane annahm. Ganz im Gegenteil, sie machten sogar viele tolle Scherze. Zweitens waren die Vorlesungen so spannend, dass sie am liebsten direkt mit einem richtigen Studium an der Uni losgelegt hätte.

Diesen Traum hat sich Ariane erfüllt. Die 20-Jährige studiert mittlerweile Physik an der Universität des Saarlandes. Und obwohl ihr erster Besuch bei der Kinder-Uni schon zwölf Jahre her ist, erinnert sie sich noch ganz genau an die Vorlesung „Einstein für Kinder“ von Professor Thomas Wichert. „Das war wirklich eindrucksvoll. Der Professor hatte nämlich einfach behauptet, 1+1= 1. Ich habe überhaupt nicht verstanden, wie er so etwas Falsches sagen konnte.“

Später hat Ariane dann gelernt, dass Wichert gar keinen Quatsch erzählt, sondern eine wichtige Entdeckung des berühmten Physikers Albert Einstein erklärt hat: die sogenannte Konstanz der Lichtgeschwindigkeit. Denn nichts auf der Welt kann sich schneller bewegen als das Licht. Und Lichtstrahlen können auch nicht langsamer werden, ihre Geschwindigkeit ist immer gleich. Wissenschaftler können deshalb alle anderen Sachen, die sich bewegen, mit der Geschwindigkeit des Lichtes vergleichen. Deswegen bleibt die Lichtgeschwindigkeit auch gleich, wenn man sie addiert. So kam Einstein auf die Idee zu sagen, dass 1+1 = 1 ist.

Doch auch an die vielen Experimente, die es an diesem Tag im Audimax gab, denkt Ariane immer wieder gerne zurück. Eines habe sie am nächsten Tag sogar zu Hause nachgemacht. „Der Professor hatte einen Schokokuss unter eine Glasglocke, die Vakuum erzeugt, gestellt. Plötzlich ist der Schokokuss total groß geworden. Sobald aber Luft in die Glocke gelassen wurde, ist er wieder auf seine normale Größe geschrumpft. Das wollte ich gleich selbst ausprobieren.“ Zwar habe es deswegen eine Riesensauerei gegeben. Den Spaß, den sie dabei hatte, werde sie aber nicht vergessen.

Wenn ihr die Geheimnisse der Physik besser verstehen wollt und Experimente genauso toll findet wie Ariane, dann solltet ihr euch Professor Uwe Hartmanns Vorlesung „Wie funktioniert eigentlich mein Spielzeug?“ am 24. Januar nicht entgehen lassen. Denn gemeinsam mit dem automatischen Professor der Saar-Uni, Apus, wird er euch viele Dinge zeigen, die euch ganz schön überraschen werden. Und wer weiß? Vielleicht ist danach auch für euch klar, was ihr später einmal werden wollt.

Ariane ist sich sicher, dass ihre Erfahrungen bei der Kinder-Uni eine große Rolle bei ihrer Wahl des Studienfachs gespielt haben. Genau wie Professor Wichert oder Professor Hartmann möchte sie einmal in der Forschung arbeiten. „Als Kind hatte ich immer die Sorge, nicht genug Zeit zu haben, alle Bücher der Welt zu lesen. Heute interessiere ich mich vielmehr für das, was wir noch nicht wissen“, erklärt sie.

kinderuni.saarland

saarbruecker-zeitung.de/kinderuni

Foto: SZ/Baltes, Bernhard
Heute ist Ariane Teymouri 20 Jahre alt und studiert Physik an der Saar-Uni. Später möchte sie in der Forschung arbeiten. Foto: Moein Alinaghian

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