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„Wo hast du diese Klamotten her?“

„Wo hast du diese Klamotten her?“

Die Frage, wo jemand seine Kleider her hat, soll sich künftig erübrigen. Denn mit neuen Apps wollen Zalando und Amazon ihren Kunden ermöglichen, anhand eines Schnappschusses ein Produkt zu finden – sofern dieses in ihrem Sortiment ist.

Wie oft hat man schon das Kleidungsstück, die Sonnenbrille oder den MP3-Player eines Fremden bewundert, sich aber nie getraut zu fragen, wo er diese gekauft hat. Zwei neue Apps wollen Fragen wie "Wo hast du diese Klamotten her?" nun überflüssig machen. So können Nutzer der Zalando-App mithilfe der neuen Funktion Streetstyles Personen auf der Straße, deren Kleidungsstil ihnen gefällt, mit dem Smartphone abfotografieren. Die App schlägt dann mithilfe der Bilderkennungstechnik der englischen Firma Cortexica passende Produkte aus dem Sortiment des Onlinehändlers vor. Bislang gibt es die Streetstyles-Funktion nur in Deutschland, erklärt Zalando-Sprecherin Carolin Kühnel.

Technisch funktioniert das Ganze so: Zunächst macht der Nutzer ein Foto von dem ansprechenden Kleidungsstück. Anschließend muss er mittels der App verschiedene Kategorien für das Kleidungsstück angeben, etwa ob es sich um eine Bluse, eine Hose oder einen Mantel handelt. Anschließend stellt er über die App eine Suchanfrage und sendet damit das Foto an die Server von Cortexica, wo ein Bilderkennungsprogramm anhand des Schnappschusses Produkte mit ähnlichen Farben und Mustern sucht. Die App gleicht das Foto mit über 150 000 Katalogbildern von Produkten ab, um dem Nutzer anschließend ähnliche, im besten Falle identische Kleidungsstücke aus dem Sortiment von Zalando anzuzeigen. Aktuell gibt es die App nur für iPhone und iPod touch ab dem Betriebssystem iOS 7.

Doch der Berliner Onlinehändler ist nicht das einzige Unternehmen, das auf Produkterkennung per Smartphone setzt. Mit dem Fire Phone bringt der US-amerikanische Internetversandhändler Amazon am 30. September sein erstes Handy auf den deutschen Markt, das eine vergleichbare App enthält. Entsprechend des Sortiments des Onlinehändlers präsentiert diese nicht nur Kleidung, sondern soll unter anderem auch Bücher, DVDs, CDs, Videospiele und Haushaltsartikel anhand eines Fotos erkennen.

Zusätzlich soll die App auch Texte, Telefonnummern, Barcodes sowie Musiktitel, Filme und Werke bekannter Künstler erkennen. Möglich machen sollen dies laut Amazon verschiedene Text-, Bild- und Audioerkennungsprogramme. Wie treffsicher die Funktion tatsächlich ist, wird sich ab dem 30. September zeigen.