Wer Preise selbst vergleicht, kann an Rabatttagen Schnäppchen finden

Kunden sollten Preise selbst vergleichen : Vergleichen hilft bei der Schnäppchenjagd

Wer sich an Rabatttagen nicht nur auf ein Angebot beschränkt und Preise vergleicht, kann einiges sparen.

Am Freitag startet der Handel mit dem Black Friday und dem Cyber Monday in die Weihnachtssaison. Die beiden Rabatttage werden seit Wochen „von großen Plattformen und Händlern akribisch vorbereitet“, erklärt Andreas Müller, Vizepräsident des Bundesverbands Onlinehandel (BVOH). Der Aufwand scheint sich auszuzahlen. Im vergangenen Jahr hat Müller mit seinem Onlineshop deltatecc am schwarzen Freitag das Drei- bis Vierfache des durchschnittlichen Tagesumsatzes eingenommen. Doch das richtige Schnäppchen zu finden, ist für den Verbraucher nicht immer so einfach.

Preisvergleichsportale wie idealo oder billiger.de seien zwar eine gute Anlaufstelle, haben aber einen Nachteil, wie Müller erklärt. Sie verglichen lediglich die ausgeschriebenen Preise im Onlineshop. Wenn es zusätzlich einen Gutschein zum gekauften Produkt gibt, erkenne die Suchmaschine das nicht. Auch sogenannte Cashback-Aktionen, bei denen der Kunde im Nachhinein Geld zurückerhält, würden die Seiten nicht berechnen. Daher rät der Onlinehandelsfachmann zu Schnäppchenseiten wie mydealz oder dealbunny. Diese Plattformen suchen die Preise nicht automatisch. Dort werden Schnäppchen von Betreibern oder Mitgliedern des Netzwerkes von Hand eingegeben. So würden auch beispielsweise Gutschein- oder Cashback-Aktionen berücksichtigt. In der Regel böten die Seiten auch Apps, in denen der Verbraucher einen Preisalarm einschalten könne, der ihn über die Kosten eines gewünschten Produkts informiert, erklärt Müller.

Um möglichst hohen Rabatt zu erhalten, komme der Kunde nicht umhin, selbst zu vergleichen. Daher empfiehlt Müller, dass sich Verbraucher die Tagesangebote der Shops anschauen sollten: „Bei eBay gibt es zum Beispiel die WOW-Angebote.“ Zudem rät er, sich auf den größten Online-Marktplätzen, wie Amazon Marketplace, check24 oder Rakuten, umzusehen und Preise plattformübergreifend zu vergleichen. Viele Händler verkauften ihre Ware auf verschiedenen Seiten teilweise mit unterschiedlichen Angeboten. Das liege häufig an Gebühren, die beispielsweise Amazon von Verkäufern in gewissen Produktkategorien des Marketplace verlangt. Manche Händler legten diese Abgaben auf ihre Kunden um, berichtet Müller. Mit dem Preisvergleich sollten Schnäppchenjäger nicht zu spät beginnen. Beispielsweise hat Amazon bereits vor dem Rabatttag mit der Black Friday Woche begonnen.

Wer sich für ein spezielles Produkt interessiert, muss zusätzlich auf ein paar Kniffe achten. „Kunden sollten bei bekannten Shops den Preis vergleichen.“, erklärt Müller. Wenn der Interessent wisse, dass er beispielsweise einen Fernseher kaufen will, solle er sich eine grobe Vorstellung machen: Wie groß soll das neue Gerät sein? Welche Marke oder Funktionen werden bevorzugt? Außerdem rät Müller, flexibel zu sein: „Manche Modellreihen können günstiger sein als andere.“ Unterschiede finde der Kunde beispielsweise in den Funktionen oder den Anschlüssen des Fernsehers.

Wenn der Interessent ein Schnäppchen gefunden hat, solle er sich jedoch nicht davon blenden lassen. Falls der Preis unglaubwürdig erscheine, solle er hellhörig werden, mahnt Müller: „Kunden sollten mit Bedacht an unbekannte Shops herangehen.“ Gerade ausländische Händler böten Produkte an, die nicht für den deutschen Markt hergestellt werden. Daher könne ein Laptop zum Beispiel eine Tastatur ohne Umlaute statt einer deutschen haben. Häufig hätten Verbraucher auch keine Garantie auf Waren, die im Ausland bestellt wurden. Auch gefälschte Shops oder Angebote lauern an Schnäppchentagen auf arglose Käufer. Ein Blick ins Impressum reiche nicht immer aus, erklärt Müller. Wichtig sei es, die Angaben zu googeln. So ließe sich ein gefälschtes Impressum leicht entlarven, wenn beispielsweise ein weiterer Händler mit identischen Daten erscheint. Zudem sollten Verbraucher auf die Zahlungsmethoden achten. Bietet ein Shop nur Vorkasse an, könne das ein Zeichen für eine Falle sein. Wenn die Ware nicht versandt wird, ist das Geld weg. Anders sei das bei Händlern, bei denen mit Paypal, Klarna oder Kreditkarte bezahlt werden kann. Dort sei der Kauf abgesichert und im Ernstfall bekomme der Käufer sein Geld erstattet. Zudem gibt es für Online-Geschäfte zahlreiche Siegel. „Sie sind immer so eine Sache“, sagt Müller. Er rät, sich immer genau anzusehen, was geprüft wird, bevor der Shop es erhält. Wenn ein Siegel verliehen wird, weil die Seite technisch gut aufgebaut ist, sagt das nichts über die Sicherheit beim Einkauf aus.