Wer gute Smartphone-Videos machen will, sollte Profi-Tipps beachten

Tipps von Profis : Der richtige Dreh für ein gutes Videos

Filme drehen mit einem Smartphone kann jeder. Wer ein paar Tricks beherrscht, erhält ein Ergebnis wie vom Profi.

() In Zeiten von Youtube und Instagram zeigen Influencer häufig Videos, die scheinbar vom Profi gedreht wurden. Aber Aufnahmen im Stil eines professionellen Filmemachers können auch Besitzer eines Smartphones, einer Digitalkamera oder eines Camcorders anfertigen. „Ist das Gerät einigermaßen aktuell, lassen sich auch mit günstigen Modellen sehr ansprechende Ergebnisse erzielen“, sagt Rainer Schuldt von der Zeitschrift „Computer Bild“. Aber wie holt man als Hobbyfilmer das Beste aus seinen Aufnahmen raus?

Über den Ratschlag, die Linse sauber zu halten, werden sich viele wundern. Doch gerade das Smartphone verschwinde im Alltag oft in der Hosentasche. Auf der Kameralinse sammeln sich dadurch Flusen und Staubkörner, was zu verpfuschten Aufnahmen führen kann. Der Besitzer sollte sie aber nur sauber pusten, nicht wischen, rät Schuldt: „Kleine Sandkörner oder andere Partikel können nämlich die empfindliche Linse zerkratzen.“

Der Hobbyfilmer sollte sich möglichst wenig bewegen und das auch nur langsam. „Sonst verursacht man beim Zuschauer Kopfschmerzen“, meint Johannes Schuba von der Fachzeitschrift „t3n“. „Am besten hält man das Smartphone oder die Kamera mit beiden Händen“, rät Schuldt. Ein Stativ hilft, Bilder ohne Wackler zu drehen. Manche lassen sich zusammenklappen und leicht verstauen. Hilfreich sind auch sogenannte Gimbals. Die ähneln einem, Stativ, das der Hobbyfilmer in der Hand hält. Gimbals stabilisieren die Kamera bei Wacklern. Das Smartphone wird einfach darin eingespannt.

Bei der Ausrichtung ist zu beachten, dass Bilder, auf denen das Motiv mittig abgebildet ist, künstlich, statisch und langweilig wirkten, meint Schuldt. Viel besser gelängen Aufnahmen, wenn das Motiv etwas seitlich verschoben wird. Bei Personen sollte die Kamera immer auf Augenhöhe sein.

Der Trick besteht laut Videoproduzent und Sachbuchautor Markus Valley darin, wie bei einem Foto zu denken. Das heißt: Auch mal näher herangehen und andere Blickwinkel suchen. „Am besten filmt man fünf Einstellungen aus fünf Perspektiven, die man gut aneinander montieren kann“, rät Valley. Je wichtiger etwas für das Bild ist, desto größer sollte es gezeigt werden. Generell sollten Filmer bereits während ihrer Dreharbeiten den fertigen Film grob im Kopf haben. Wer schon weiß, ob die neue Sequenz zum bereits Gefilmten passt, der spart unnützes Bildmaterial. In eine Bewegung der Kamera hineinzuschneiden, mache beispielsweise keinen Sinn. Lieber das Bild fünf Sekunden halten, anschließend die Perspektive wechseln und dann wieder fünf Sekunden halten. Vom Zoomen raten die Profis ab. „Lieber geht man näher ans Objekt ran und schneidet es später zusammen“, empfiehlt Valley. Die Qualität des Videos nehme beim Zoomen ab, ergänzt Schuba.

Für die ersten Filmversuche reichten die vorinstallieren Kamera-Anwendungen der meisten Smartphones völlig aus, meint Schuba. Wer etwas tiefer einsteigen will, dem empfiehlt Markus Valley Apps wie Filmic Pro oder MoviePro (nur für iOS), die allerdings kostenpflichtig seien.

Stets eine Herausforderung ist das Licht. Das sei eines der größten Probleme beim Videodreh, meint Schuba, „weil man hinterher nicht mehr viel korrigieren kann“. Deshalb sei es wichtig, in Räumen mit dem Rücken zum Fenster zu drehen und den Protagonisten ins Licht zu setzen. Eine weiße Wand könne dazu genutzt werden, das Licht einer Lampe zu reflektieren. Draußen sei auf Schatten zu achten. Er rät, am besten erst das Licht zu arrangieren und anschließend ein kurzes Testvideo zu drehen, um die Einstellungen zu kontrollieren. Wer ein Motiv scharf einfangen will, sollte die Kamera fokussieren. Bei den meisten Smartphones tippt man dafür auf die Stelle, an der das Motiv zu sehen ist und stellt damit auch die Belichtung ein.

Für wackelfreie Videos: Beide Hände ans Smartphone. Foto: dpa-tmn/Christin Klose

Was man mit dem Smartphone dreht, lässt sich prinzipiell auch auf dem Smartphone schneiden. Valley empfiehlt einen Stift, um die Knöpfe und Regler besser zu treffen. Hier können Anwendungen wie die kostenlose App Inshot helfen, wie Schuba ergänzt. „Wenn es etwas aufwendiger wird, ist der Schnitt am Rechner aber vorzuziehen.“

(dpa)
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