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Wer gesund lebt, schützt sich am besten

Wer gesund lebt, schützt sich am besten

Wer sich richtig ernährt und Sport treibt, fühlt sich wohl und verringert sein Risiko, an Krebs zu erkranken. Das belegen wissenschaftliche Studien. Aber auch für Krebspatienten sind Ernährung und Bewegung von großer Bedeutung, wenn es darum geht die Krankheit zu besiegen.

Saarbrücken/Trier. Körperliche Aktivität stimuliert das Immunsystem. Deshalb beugt Sport nicht nur Erkältungen vor, sondern reduziert auch das Risiko, an Krebs zu erkranken. In einer gemeinsamen Studie haben die Deutsche Sporthochschule Köln und die Universität der Domstadt nachgewiesen, dass sich intensives Ausdauertraining positiv auf die körpereigene Tumorabwehr von Krebspatienten auswirkt. "Unsere Studienergebnisse zeigen, dass Patienten mit einer guten Fitness mehr natürliche Killerzellen haben, um die Krebsabwehr zu verstärken", berichtet Professor Wilhelm Bloch von der Sporthochschule im Gespräch mit der Stiftung Deutsche Krebshilfe . Deren Vorsitzender Gerd Nettekoven betonte anlässlich der Veröffentlichung eines kostenlosen Ratgebers zu diesem Thema, Bewegung und Sport bei Krebs seien wie ein Medikament ohne Nebenwirkungen.

Eine solche Aussage kann auch Holger Jungandreas unterschreiben. Der gelernte Diplomsportlehrer und Geschäftsführer des Vereins für Herzsport und Bewegungstherapie in Trier ist unermüdlich, wenn es darum geht, Menschen von den positiven Effekten regelmäßiger Bewegung zu überzeugen. "Bewegung ist ein Krebskiller", sagt Jungandreas. Vor allem bei Brustkrebs-, Darm- und Prostatakrebs ist eine Reduzierung des Erkrankungsrisikos um 20 bis 30 Prozent nachgewiesen. 30 Minuten Aktivität an mindestens fünf Tagen in der Woche nennt der Wissenschaftsjournalist Jörg Blech in seinem Buch "Heilen mit Bewegung" als das Mindestmaß. Holger Jungandreas, der sich auch für die Deutsche Krebsgesellschaft engagiert, sieht schon bei 90 Minuten Bewegung pro Woche einen gesundheitlichen Effekt. "Wichtig ist es, dass wir zu Beginn nicht von Sport sprechen." Denn wenn Leistungsdruck entstehe, hebe das den positiven Effekt der Bewegung wieder auf. "Intensiver Sport ist tatsächlich effektiv, aber wer schafft das, wenn er krank ist?" So empfiehlt er Gesunden einen langsamen Einstieg in ein bewegteres Leben. Seine Tipps: 10 000 Schritte täglich, eine Station früher aus dem Bus zu steigen oder die Treppe statt den Fahrstuhl zu benutzen. Nach vier Wochen könne dann ein Training aufgenommen werden. "Im Grunde bräuchte jeder Patient einen individuellen Gesundheitscoach, das wäre ideal", sagt der Diplomsportlehrer.

Krebspatienten empfiehlt Jungandreas besonders die Teilnahme an speziellen Bewegungsgruppen, die von vielen Krankenhäusern organisiert werden. "Sport in der Krebsnachsorge" ist dann häufig der nüchterne Titel für ein Angebot, das überwiegend von Frauen wahrgenommen wird.

"Ich bin seit zwei Jahren beim Rehasport und es macht mir viel Spaß", sagt zum Beispiel die Brustkrebspatientin Lisa, die sich dank der regelmäßigen Bewegung einfach besser fühlt. "Es wird nie langweilig, vor allem aber fühle ich mich hier durch den Erfahrungsaustausch mit anderen Betroffenen verstanden." Neben der körperlichen Fitness ist es vor allem der positive Effekt auf die Psyche, der regelmäßige Bewegung so wertvoll macht.

Das Laufen oder Joggen in freier Natur hält Holger Jungandreas dabei als Ganzkörpersport für unschlagbar. "Wer läuft, bekommt zudem ein besseres Bewusstsein für eine gute Ernährung." Das ist ein weiterer Aspekt, der in der Vorsorge ebenso wie in der Therapie und Nachsorge eine sehr wichtige Rolle spielt. "75 bis 80 Prozent aller Krebsarten werden durch die Umwelt verursacht", sagt der Arzt, Ernährungswissenschaftler und Buchautor Dr. Ali Reza Waladkhani. "Ernährungsfehler werden für etwa 35 Prozent aller Krebsfälle verantwortlich gemacht." Von 500 000 Neuerkrankungen in jedem Jahr in Deutschland ließen sich demnach 175 000 durch richtige Ernährung vermeiden.

Wie eine solche Ernährung zur Prävention, aber auch während und nach einer Behandlung aussehen könnte, beschreibt Waladkhani gemeinsam mit seinem Kollegen Professor Michael Clemens ausführlich in zwei Büchern ("Ernährung zur Vorbeugung bei Tumorerkrankungen" und "Ernährung - Wirkfaktor für Krebs"). Demnach spielen bei der Krebsentstehung ein zu großer Anteil tierischer Lebensmittel und zu wenig pflanzliche Kost die entscheidenden Rollen. Zusätzliche Faktoren sind hoher Alkoholkonsum, Übergewicht, Rauchen und körperliche Inaktivität. "Vor allem in den pflanzlichen Nahrungsmitteln kommen Mikronährstoffe vor, die einen entscheidenden Schutz gegen bösartige Tumorerkrankungen bieten", sagt Waladkhani. "Obst und Gemüse, sowie zahlreiche Kräuter und Pflanzen besitzen pharmakologische Eigenschaften und versorgen den Organismus mit Mikronährstoffen. Diese haben das Potenzial, einer Krebsentstehung entgegenzuwirken." Berlin. Zu den Themen Krebsprävention und -früherkennung informiert die Deutsche Krebshilfe ausführlich im Internet. Gemeinsam mit der Deutschen Krebsgesellschaft hat sie die Blauen Ratgeber herausgegeben, eine Broschürenserie, die sich an Betroffene und Angehörige richtet.

Die Broschüren dieser Reihe sind kostenlos. Sie informieren über verschiedene Krebsarten und übergreifende Themen. Die Blauen Ratgeber geben dabei Antworten auf medizinische Fragen. Sie sollen darüber hinaus konkrete Hilfen für die Bewältigung einer Krebserkrankung geben und Perspektiven für das Leben nach der Krankheit aufzeigen. Die Broschüren können von der Internetseite der Krebshilfe geladen werden. Die Deutsche Krebsgesellschaft gibt auf ihrem Onko-Internetportal medizinisch detaillierte Informationen zu über 40 Tumorerkrankungen. Dabei werden Risikofaktoren und Behandlungsverfahren der Krankheiten erläutert.

krebshilfe.de

krebsgesellschaft.de