Wer auf die eigenen Daten besser aufpasst, geht sicherer im Netz

Für den Datenschutz : Wie Nutzer Facebooks wachsamem Auge entgehen

Das Bundeskartellamt hat Facebook das Sammeln von Daten auf fremden Seiten kürzlich untersagt. Doch Nutzer können den Schutz ihrer Daten auch selbst in die Hand nehmen.

Das soziale Netzwerk sammelt mithilfe verschiedener Methoden Nutzerdaten auf fremden Internetseiten. Dazu gehört etwa der allseits bekannte „Gefällt-mir“-Knopf, mit dem Nutzer markieren können, wenn ihnen etwas gut gefällt. Der Auswertungsdienst Facebook ­Analytics sammelt und analysiert all diese Daten für den Online-Konzern. Über den Dienst können Werbekunden genaue Einblicke in das Verhalten der Nutzer erhalten.

Wer verhindern möchte, dass er auf seinem Weg durchs Netz auf Schritt und Tritt verfolgt wird, kann zum Beispiel die Browser-Erweiterung Privacy Badger nutzen. Das Programm ist für die Browser ­Chrome, Opera und Firefox verfügbar, bei letzterem auch für ­Android-Smartphones und -Tablets.

Kern der Entscheidung des Kartellamts ist das Verbot, auf fremden Seiten gesammelte Daten mit Informationen zusammenzuführen, die von Nutzern auf der Facebook-Plattform erhoben werden. Um das zu verhindern, können Nutzer auch die Firefox-Erweiterung Container nutzen. Sie verspricht, die Daten seiner Nutzer zu isolieren, so dass unterschiedliche Internetseiten diese nicht zusammenführen können. Allerdings könne die Anwendung nicht beeinflussen, welche Daten Facebook auf seiner eigenen Plattform erhebt.

Das Bundeskartellamt kritisierte auch, dass Facebook mit dem Kurznachrichtendienst Whatsapp und der Fotoplattform Instagram, die ebenfalls zum Konzern gehören, zusätzlich Daten sammelt. ­Whatsapp und die Nachrichtenfunktion von Instagram will das Netzwerk laut eigener Aussage demnächst mit dem Facebook Messenger zusammenlegen.

Aber bei Kurznachrichtendiensten gibt es Alternativen. So mancher Dienst verspricht, mit den Daten seiner Nutzer pfleglicher umzugehen als die Konkurrenz. Das Verbraucherportal Mobilsicher.de empfiehlt etwa die Kurznachrichtendienste ­Signal, Threema oder Wire, die alle sowohl für Android- und iOS-Geräte als App als auch für den Heimrechner verfügbar sind.

(dpa)
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