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Viele Museen bieten virtuelle Touren durch ihre Ausstellungen an.

Kostenpflichtiger Inhalt: Virtuelle Museumstouren : Von der Couch direkt in den Louvre

Immer mehr Museen bieten Besuchern kostenlos die Möglichkeit, ihre Räume virtuell zu erkunden.

Die Corona-Krise hat dazu geführt, dass weltweit viele kulturelle Einrichtungen geschlossen sind. Doch auf Kultur und Streifzüge durch Ausstellungen muss niemand verzichten. Viele große Museen bieten auf ihren Webseiten virtuelle Führungen oder eine große Auswahl an Fotomaterial mit Informationen aus den Sammlungen an. Wir haben drei der Angebote getestet.

Die vatikanischen Museen in Rom bieten ihren Besuchern virtuelle 360 Grad Touren an. Es werden für fünf Bereiche beziehungsweise Museen Führungen angeboten. Das Museo Pio Clementino, das den ursprünglichen Kern der päpstlichen Sammlung an klassischen Skulpturen enthält, können Besucher das Erlebnis einer 360-Grad-Tour mit Hilfe einer sogenannten VR-Brille und einem speziellen Kopfhörer sogar erweitern. Die Virtuelle Realität (VR) bietet den Nutzern das Gefühl, sich wirklich in dem Museum zu bewegen. Auch die Stanzen des Raphael in den Apostolischen Gemächern, die Nikolinische Kapelle mit ihren berühmten Fresken und der Saal der Chiaroscuri in den ehemaligen Borgia-Gemächern können durch die 360 Grad-Tour und mit einer VR-Brille erkundet werden. Das gilt auch für die Sixtinische Kapelle mit ihren berühmten Gemälden, unter anderem von Michelangelo und für das Museo Chiaramonti mit seinen etwa tausend Skulpturen, Kaiserporträts und Sarkophagen. Besucher der vatikanischen Museen können am Computer leicht Bilder der Fresken oder Statuen vergrößern und so Details, etwa in Deckengemälden, erkennen, die bei einem realen Besuch wohl nicht bemerkt würden.

Das flächenmäßig drittgrößte Museum der Welt, der Louvre in Paris, bietet Besuchern drei unterschiedliche virtuelle Touren an. Sie können sich die Ausstellung zur Geschichte des Louvre per Mausklick ansehen. Bei einem Klick auf die Exponate erscheinen nähere Informationen zu den Werken in englischer oder französischer Sprache. Außerdem wird eine Tour durch die ägyptische Abteilung mit ihrer Sphinx-Statue sowie durch die Galerie d’Apollon mit den französischen Kronjuwelen angeboten. Die „Tour“ durch die Galerie d’Apollon ist ein Panoramabild der Decke mit ausführlichen Erklärungen zu den einzelnen Gemälden. Zu den Kronjuwelen erhalten Besucher Informationen und können einen Blick in den Ausstellungsraum werfen. Während sich die Nutzer bei anderen Angeboten frei in den Räumen bewegen können, sind das Sichtfenster und der Bewegungsspielraum bei den Touren des Louvre etwas eingeengt. Es können nur bestimmte Wege virtuell gegangen werden. In der linken Ecke des Bildschirmes befindet sich jedoch eine Karte, mit deren Hilfe Besucher per Klick von einem Exponaten zum anderen gelangen können.

Auch Museen in Deutschland können von zu Hause besichtigt werden. Das Bode-Museum in Berlin, welches das Byzantinische Museum sowie eine große Skulpturensammlung der Staatlichen Museen Berlin beheimatet, bietet ebenfalls einen 360-Grad-Rundgang durch die eigenen Räume an. Zu Beginn der Tour erscheint eine kurze Videoanleitung, wie das Angebot richtig genutzt wird, sowie eine schriftliche Erklärung. Zur Steuerung können sowohl die Maus als auch die Computertastatur benutzt werden. Durch Drücken der Taste „G“ erscheint ein Grundriss des Museums, der Besuchern ihren aktuellen Standort anzeigt. Mit einem Klick auf Bilder in der Ausstellung erhalten Gäste nähere Informationen zu den einzelnen Räumen sowie Exponaten. Für die Tour wurde noch keine 360-Grad-Technik verwendet, jedoch funktioniert der Rundgang tadellos und Besucher können in Ruhe das Museum virtuell erkunden.

www.louvre.fr/en
www.museivaticani.va
www.smb.museum