Viele Infarkt-Patienten leiden an einer Gedächtnisschwäche

Potsdam · Ein Drittel aller Patienten , die nach einem Herzinfarkt ein Rehabilitationsprogramm absolvieren, leidet an einer leichten kognitiven Beeinträchtigung, berichtet die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie, Herz- und Kreislaufforschung. Mit dieser Bezeichnung umschreiben Mediziner allgemeine Gedächtnisschwächen und eine Beeinträchtigung von Aufmerksamkeit und Denkvermögen. Daraus kann sich bei einem Teil der Betroffenen binnen eines Jahres eine Demenz, wie zum Beispiel Alzheimer, entwickeln.

Die Untersuchung der Reha-Patienten, die im Arbeitsleben standen, stammt von mehreren Einrichtungen aus dem Bundesland Brandenburg. Der Prozentsatz sei überraschend hoch gewesen, erklärt Professor Heinz Völler von der Universität Potsdam . Die Studienergebnisse seien allein schon deshalb von Bedeutung, weil eine Reha mit ihrem umfassenden Informations- und Aufklärungsprogramm bei den Teilnehmern der Gesundheitsschulungen ausreichende kognitive Fähigkeiten voraussetze.

Die Mediziner hatten in ihrer Studie Daten von insgesamt 511 Patienten in einem Durchschnittsalter von etwas mehr als 54 Jahren in zwei Reha-Einrichtungen in Rüdersdorf und Bernau bei Berlin ausgewertet. Nach den ersten Untersuchungen scheine Rauchen, eine schwere körperliche Tätigkeit und eine längere Krankheit vor dem Infarkt das Risiko für den geistigen Abbau zu erhöhen. Auch Patienten , die erstmals einen Infarkt erlitten, schienen stärker gefährdet gewesen zu sein, schreibt die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie, Herz- und Kreislaufforschung.

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