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Ob Handy oder Festnetz
Vertragswechsel kann Geld sparen

Mit einem Klick im Online-Kundenbereich ist es selten getan – Vertragskündigungen müssen meist schriftlich erfolgen.
Mit einem Klick im Online-Kundenbereich ist es selten getan – Vertragskündigungen müssen meist schriftlich erfolgen. FOTO: dpa-tmn / Andrea Warnecke
Düsseldorf. Alte Smartphone- und Festnetztarife sind oft teurer als nötig. Worauf Nutzer bei der Kündigung achten müssen. Von Eva Boller (dpa)

Wer die Kündigungsfrist für seinen Smartphone- oder Festnetzvertrag verpasst, muss oft ein weiteres Jahr teure Tarife bezahlen. Julia Rehberg von der Verbraucherzentrale Hamburg empfiehlt daher grundsätzlich, gleich nach Abschluss einen Telekommunikationsvertrag wieder zu kündigen. Denn interessante Angebote gebe es oft nur für Neukunden oder für kündigungswillige Kunden, die gehalten werden sollen. Zurücknehmen lasse sich eine Kündigung im Zweifel immer noch.


In der Vergangenheit war es mitunter recht mühsam, das genaue Ende der Mindestvertragslaufzeit und die damit verbundene Kündigungsfrist herauszufinden. Seit Mitte 2017 müssen die Anbieter aber auf den Rechnungen oder auch im Online-Kundenbereich den genauen Tag angeben, an dem die Kündigung spätestens beim Anbieter eingegangen sein muss.



Die Kündigungsfrist bei Mobilfunk- oder Festnetzverträgen mit längerfristiger Laufzeit betrage in der Regel drei Monate zum Vertragsende, erklärt Thomas Grund von der Stiftung Warentest. Kunden sollten nicht vergessen, auch weitere Verträge oder Abonnements zu kündigen, die sie vielleicht zeitgleich über den Mobilfunkprovider abgeschlossen haben, so Grund, etwa Abonnements für Musikstreaming-Dienste oder Hörbücher. „Auf jeden Fall müssen solche Verträge separat gekündigt werden, da die Verträge sonst weiterlaufen, obwohl der Handyvertrag bereits gekündigt ist.“

Seit Ende 2016 ist es bei den meisten Verträgen möglich, per E-Mail zu kündigen. Auf Briefen mit Unterschrift dürfen die Anbieter laut Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) nicht mehr bestehen. Ausnahmen sind etwa Miet-, Arbeits- oder notariell beurkundete Verträge. Nutzer müssen jedoch darauf achten, dass der Anbieter sie eindeutig identifizieren kann, so der vzbv. Deshalb müssen sie in der Mail nicht nur ihren Namen, sondern auch Anschrift, Kunden- und Vertragsnummern aufführen. Wer kurzfristig kündigen möchte oder muss, sollte dies allerdings weiter per Post mit Einschreiben tun – für den Fall, dass Kunden im Zweifelsfall beweisen müssen, dass eine Kündigung fristgerecht eingegangen ist, was via Mail schwierig bis unmöglich ist, so die Verbraucherzentrale. Wenn es knapp sei, reiche ein einfacher Brief als Nachweis oft nicht aus.

„Wenn man etwa bis zum 30. April kündigen muss, und dann schickt man den Brief erst am 29. April los, dann ist das sehr risikoreich“, erklärt Julia Rehberg. „Man kann es mit der normalen Post nicht nachweisen, dass es rechtzeitig eingegangen ist – deswegen: Einschreiben!“ Sonst könne der Anbieter im Zweifel behaupten, dass die Kündigung zwei Tage zu spät da war – und der Nutzer hänge ein Jahr länger im Vertrag fest.

Warentester Thomas Grund rät, bei der Kündigung immer alle wichtigen Vertragsdaten anzugeben. Bei Festnetztarifen müssten etwa auch alle Rufnummern aufgeführt sein. Eine weitere Besonderheit beim Festnetz: Wechselt der Kunde den Anbieter, sollte die Kündigung durch den neuen Anbieter erfolgen – anders als bei Smartphone-Verträgen. „Wichtig beim Kündigungsschreiben ist, dass man immer eine Bestätigung der Kündigung einfordert“, sagt Thomas Grund. „Dann ist man auf der sicheren Seite.“

Inzwischen gibt es auch viele Smartphone-Tarife, die sich monatlich kündigen lassen. Julia Rehberg zeigt die Vorteile auf: „Eine kurze Kündigungsfrist ist natürlich vorteilhaft, wenn es Probleme gibt und man zum Beispiel mit der Leistung nicht einverstanden ist, da man schlechten Empfang hat oder Ähnliches.“ Außerdem können Verbraucher so schneller reagieren, wenn sie günstigere Tarife finden und wechseln möchten.

Onlinedienste, die Verträge sammeln, an fällige Kündigungen erinnern und bei der Abwicklung unterstützen können, sind eine Möglichkeit, die eigenen Online-Konten und Verträge im Blick zu behalten. Rehberg erklärt jedoch, dass dies eine Dienstleistung sei, die auch in irgendeiner Form bezahlt werden müsse, im Zweifel mit Daten. Darum lohne es sich immer, sparsam mit den eigenen Daten umzugehen und sich Kündigungsfristen selbst im Kalender zu vermerken.

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