Versteckte Funktionen im Internet

Versteckte Funktionen im Internet : Schatzsuche im World Wide Web

Auf Internetseiten und in Programmen verbergen sich viele überraschende Funktionen.

Im World Wide Web finden sich auf vielen Seiten zahlreiche verborgene Botschaften und versteckte Funktionen. Manche sollen Spaß machen, wie die sogenannten Easter Eggs (wörtlich übersetzt „Ostereier“), die Programmierer in Browsern, auf Internetseiten und in Betriebssystemen versteckt eingebaut haben. Andere verborgene Funktionen sollen hilfreich sein und das Surfen im Netz erleichtern. Sie können in Form von Texten, Bildern oder Videos, aber auch als Sonderfunktionen in einer Anwendung vorkommen. Oft möchten sich die Urheber mit den Easter Eggs in ihren Programmen verewigen und den Nutzer zum Schmunzeln bringen.

Verstecktes bei Google Die bekannte Suchmaschine hat eine Vielzahl an Überraschungen und kleinen, kurzweiligen Spielen eingebaut. Wer nach dem Begriff „askew“ sucht, stößt sofort auf ein Easter Egg gestoßen. Askew heißt wörtlich übersetzt schief. Auf dieses Kommando zeigt Google alle Suchergebnisse schräg an. Sobald eine andere Suchanfrage eingegeben wird, wird die Anzeige auf dem Bildschirm wieder geradegerückt. Gibt ein Nutzer die englische Aufforderung „Do a barrel roll“ (auf Deutsch: „Mache eine Rolle“) in das Suchfeld ein, dreht sich das Browserfenster einmal um 360 Grad. Eine weitere virtuelle Spielerei der Entwickler: Gibt man den Suchbegriff „blink html“ ein, werden die beiden Begriffe „blink“ und „html“ aufblinken.

Verborgene Spieleklassiker Für nostalgische Videospielfans hat Google vielerlei Spieleklassiker versteckt. Der Suchbegriff „Pacman“ führt direkt zu dem Spielhallenklassiker, in dem man die namensgebende Figur durch ein Labyrinth manövrieren muss, während man von kleinen Geisterfiguren gejagt wird. So manche Spiele lassen sich direkt in der Google-Suche spielen etwa das Kartenspiel Solitaire und Tic Tac Toe, auf Deutsch „Drei gewinnt“, bei dem sich zwei Spieler gegenseitig ausstechen müssen.

Für den Google-Browser Chrome gibt es sogar eine Funktion, die nur genutzt werden kann, wenn der Browser keine Verbindung zum Internet herstellen kann. Dann wird ein Dinosaurier angezeigt, der nach einem Druck auf die Leertaste losläuft. Ziel ist es, mit dem Dino über möglichst viele Kakteen zu springen und so Punkte zu sammeln.

Einige versteckte Spiele gab es einmal in der Google-Suche, sie wurden jedoch inzwischen entfernt. Wer nach den Begriffen sucht, kommt jedoch auf die Internetseite elgoog.im, die einige der Spiele archiviert hat. So etwa das Spiel „Zerg Rush“, bei dem in den Suchergebnissen herumfliegende Buchstaben erscheinen, die schnell mit der Maus angeklickt werden müssen, bevor sie die Ergebnisse auffressen. Gleiches gilt für ein Spiel, dass an einen alten Spielhallenklassiker erinnert. Gab man in der Google Bildersuche die Worte „Atari Breakout“ ein, wurden die Fotos zu Spielsteinen in einer virtuellen Punktejagd.

Auch im Internetbrowser Firefox verbergen sich Überraschungen. Die Programmierer haben ein Spiel eingebaut, das an den Videospieleklassiker Pong aus den 1970er Jahren erinnert. Das Minispiel findet, wer im Browser das Menü rechts oben anklickt. Unter dem Menüpunkt „Anpassen“ erscheinen Werkzeugsymbole (Chronik, Einstellungen, Add-Ons etc.), die mit einem Mausklick nach oben, neben die Suchleiste des Browsers verschoben werden müssen. Das Symbol „Flexibler Leerraum“ muss bleiben, damit das Spiel beginnen kann. Im unteren Bildrand erscheint ein kleines Einhorn, das durch einen Klick aktiviert wird. Das Spielprinzip ähnelt dem des Tischtennis. Das Einhorn bewegt sich auf dem Bildschirm hin und her und kann mit einem Schläger im Spiel gehalten werden.

Neben diesem Zeitvertreib hat die Mozilla-Stiftung auch kleine Scherze in ihrem Firefox-Browser versteckt. Wer „about:robots“ eingibt, stößt auf eine englischsprachige Nachricht der Roboter an die Menschheit. Mit der Eingabe von „about:mozilla“ erscheint ein fiktives Buch der Bibel, das „Buch Mozilla“. Je nach Version des Browsers finden sich unterschiedliche Zitate, die biblisch anmuten sollen.

Neben diesen Spielereien gibt es zahlreiche Funktionen auch in bekannten Streamingdiensten. Der Videodienst Netflix hat mehrere Zusatzfunktionen, die nur schwer zu finden sind. Mit dem Online-Dienst „Netflix Party“ lässt sich der Stream mit Freunden oder Bekannten verbinden. Das Programm schaltet die Nutzer in einem gemeinsamen Chat zusammen und blendet den gewünschten Film ein.

Eine weitere Funktion ist hilfreich für Nutzer, die auf Filmbewertungen Wert legen. Um Nutzerbewertungen der Filmdatenbank Imbd einblenden zu können, kann die Chrome-Erweiterung „Netflix Enhancer“ genutzt werden, der die Bewertungen bei Netflix einblendet. Außerdem kann in den Einstellungen das Erscheinungsbild der Untertitel geändert werden. Schriftart, -größe, -hintergrund- und farbe können angepasst werden.

Solitaire fand sich jahrelang auf Windows-Rechnern. Foto: Foto
Wer sucht, kann zahlreiche versteckte Funktionen und auf Internetseiten finden. Foto: contrastwerkstatt - Fotolia

Auch der Streamingdienst Amazon Prime Video hat einige Funktionen, die nicht sofort offensichtlich sind. Um Datenvolumen zu sparen, kann in den Menüeinstellungen unter „Streaming und Herunterladen“ eine bevorzugte Videoqualität eingestellt werden. Mit der Option „Nur WLAN“ können Filme nur bei einer aktiven WLAN-Verbindung geschaut und heruntergeladen werden.

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