Verbraucherzentrale warnt: Probenheld lockt Nutzer in Abofalle

Verbraucherzentrale warnt : Verbraucherschützer warnen vor neuer Abofalle im Netz

Das Online-Portal Probenheld.de verspricht kostenlose oder vergünstigte Produkte. Stattdessen flattern Rechnungen und Mahnschreiben ins Haus.

(mtn) Bereits vor geraumer Zeit hat die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen Nutzer vor der Internetseite probenheld.de gewarnt. Der Anbieter verspricht Nutzern, ihnen wöchentlich ein Paket mit besonders günstigen oder kostenlosen Produktproben zuzusenden. Allerdings seien nach der Registrierung bei vielen Verbrauchern Rechnungen und Inkassoschreiben eingegangen, wegen angeblich abgeschlossener Mitgliedschaften und Bestellungen. Die Betroffenen hätten jedoch keine Abonnements abgeschlossen und keine der Waren bestellt, die ihnen zugeschickt und angerechnet wurden. Inzwischen sei die Seite unter neuer Adresse im Netz wieder aufgetaucht. Sie heiße nun myprodukttester.com. Wer die Plattform betreibt, ist laut Verbraucherzentrale nach wie vor unklar. Die Angaben im Impressum hätten sich in den vergangenen Monaten immer wieder geändert.

Nutzer haben nach Auskunft der Verbraucherzentrale vereits 2018 über Schwierigkeiten mit der Plattform geklagt. Viele hätten erklärt, dass lange nichts passiert sei, nachdem sie sich bei Probenheld.de registriert hatten. Nach einiger Zeit seien dann Rechnungen und Mahnschreiben anderer Unternehmen ins Haus geflattert. Besonders häufig seien Forderungen vom Dating-Portal Seitensprung.tv gestellt worden. Die Betroffenen hätten dort angeblich ein Abo abgeschlossen, für das sie nach einer 30-tägigen kostenlosen Testphase 79 Euro monatlich bezahlen sollen, so die Verbraucherzentrale. Auch Rechnungen für die Bestellung einer Mastercard seien nach Anmeldung bei probenheld.de versandt worden. In den Schreiben sei verlangt worden, dass erst einmal rund 100 Euro Gebühr bezahlt werden müssten, bevor die Mastercard zugeschickt werde. Wer nicht zahlte, habe Post von einem Inkassounternehmen Euro Collect GmbH aus Monheim am Rhein bekommen, erklären die Verbraucherschützer. Zu den Rechnungskosten kamen dann noch enorme Mahngebühren.

Ein kostenpflichtiger Vertrag kommt laut Verbraucherzentrale nur dann zustande, wenn im Internet ein eindeutig beschrifteter Button angeklickt werde, sodass der Nutzer sich seiner Bestellung bewusst sei. Dieser Button müsse am Ende des Bestellvorgangs stehen und sein Text müsse stets lesbar sein. Firmen müssten im Streitfall nachweisen, dass sie sich an diese gesetzliche Lösung gehalten hätten. Rechnungen, die ohne diese Voraussetzungen zustande gekommen seien, sollten nicht bezahlt werden, raten die Verbraucherschützer.

Die Verbraucherzentrale stellt Betroffenen unter der Web-Adresse verbraucherzentrale.de/musterbriefe ein Schreiben zur Verfügung, mit dem solchen Forderungen widersprochen werden kann.

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