Verbraucherschützer fordern freiwillige und sichere digitale Patientenakten

Strikter Datenschutz gefordert : Verbraucherschützer fordern sichere digitale Patientenakten

Die digitale Technik erleichtert es Patienten, mit ihren Ärzten Kontakt aufzunehmen. Doch besonders sensible Gesundheitsinformationen erfordern auch besonderen Schutz.

Die Verbraucherzentralen pochen auf hohen Datenschutz und absolute Freiwilligkeit bei neuen Angeboten. Die Kassenärzte verlangen eine Sicherung gegen Manipulationen bei medizinischen Daten.

Die Pläne der Bundesregierung sehen vor, bis 2021 elektronische Patientenakten einzuführen, die Versicherte freiwillig nutzen können. Einige Kassen haben schon erste Angebote gestartet. Auf eine grobe Struktur der digitalen Patientenakte haben sich Ärzte und Kassen inzwischen verständigt. Vorgesehen sind drei Bereiche: einer mit medizinischen Daten der Ärzte, einer mit Versicherten-Informationen der Kassen und einer, in den Patienten selbst Daten einspeisen können.

Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, fordert in diesem Zusammenhang einen strikten Datenschutz sowie hohe Datensicherheit. Zwingend sei etwa eine sichere Übertragung medizinischer Informationen. Zudem müsse jeder Patient für sich entscheiden können, welche seiner medizinischen Daten er elektronisch verfügbar haben wolle und welche nicht.

Der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv), Klaus Müller, mahnt, dass Patienten nicht gezwungen werden dürften, digitale Angebote zu nutzen.  Fehlende technische und finanzielle Mittel oder generelles Misstrauen gegenüber solchen digitalen Angeboten dürften nicht zu Nachteilen führen.

Zentral sei der Schutz der Privatsphäre, macht der vzbv-Chef klar. Wichtig sei es, für einheitliche, verbraucherfreundliche Standards zu sorgen. Als Vorteile der Telemedizin nennt er ärztliche Informationen via Chats oder Video-Anrufe, ohne persönlich vorsprechen zu müssen. Möglich sei auch, unnötige Mehrfachuntersuchungen zu vermeiden und leichter einen Überblick über alle vom Patienten eingenommenen Medikamente zu bekommen.

(dpa)
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