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Gamescom
Über 1000 Aussteller locken zur größten Computerspiele-Messe

Ab heute können Besucher wieder zusammen spielen.
Ab heute können Besucher wieder zusammen spielen. FOTO: dpa / Oliver Berg
Köln. Zum zehnten Gamescom-Jubiläum in Köln rechnen die Veranstalter mit hunderttausenden Besuchern. Auch Hip-Hop-Fans wird einiges geboten. Von dpa

„Vielfalt gewinnt“ ist das Motto der Gamescom in diesem Jahr. Gemeint ist damit zwar vor allem, dass Computer- und Videospiele nicht mehr nur ein Thema für ein paar spezialisierte Computer-Freaks sind, sondern eher Alltag für viele Menschen. Das Motto kann aber auch in eine andere Richtung gelesen werden. Die Messe ist zu einem bunten Sammelsurium geworden, in dem Besucher leicht den Überblick verlieren können.


Der erste Messetag am heutigen Dienstag ist vor allem Fachbesuchern und Medien vorbehalten. Von Mittwoch an dürfen dann alle rein. Abschlusstag ist der Samstag, 25. August. Im vergangenen Jahr kamen mehr als 350 000 Besucher zur Gamescom. Da nicht jedes Spiel auf der Messe für jedes Alter geeignet ist, werden am Eingang Bändchen verteilt. An den Ständen ist für die Betreiber dann gut erkennbar, wer einen Titel anspielen darf und wer nicht. Grün steht für eine Altersfreigabe ab zwölf Jahren, rot für 18 Jahre aufwärts.

Die Gamescom knackt in diesem Jahr nach eigenen Angaben die Marke von 1000 Ausstellern – neuer Rekord. Darunter sind natürlich bekannte Branchen-Größen wie Nintendo, Sony, Activision Blizzard, Ubisoft und Microsoft, aber auch Amazon und Facebook. Partnerland ist Spanien, das sich nicht nur den Fachbesuchern, sondern auch allen Hobby-Spielern mit seinen Gaming-Unternehmen präsentieren will. Das Land ist der viertgrößte Computer- und Videospielmarkt in Europa.



Ein großer Teil des Publikums besteht immer noch aus überzeugten Videospielfans, die auch bereit sind, stundenlang vor einem Stand zu warten. Die Warteschlangen auf der Gamescom sind legendär, ebenso wie die Menschenmassen, die sich durch die Hallen drücken. Die Messe ist auch ein Treffpunkt für Cosplayer – kostümierte Video- und Computerspielefans, die sich als ihre Lieblingsfiguren verkleiden. Für sie wurden extra „Kostümgestaltungsregeln“ veröffentlicht. Scharfkantige Kostümteile sind beispielsweise verboten.

2009 öffnete die Gamescom erstmals in Köln, sie löste damals die Gamesconvention in Leipzig ab. Wer durchzählt, stellt fest: 2018 feiert die Gamescom ihr zehnjähriges Jubiläum. Land und Stadt haben anlässlich des Geburtstages eine aufwendige Illumination am Rheinufer auf die Beine gestellt. Rund 7000 Leuchtstoffröhren sollen allabendlich markante Kölner Bauwerke in Szene setzen, darunter auch die Rhein-Brücken.

Wer Computerspiele trotz allem doof findet, kann dennoch von der Gamescom profitieren. In der Kölner Innenstadt findet erneut das kostenlose „Gamescom City Festival“ mit Musik satt. Vor allem Fans des deutschen Hip-Hop vor der Zeit des Gangsta-Raps dürften sich freuen, da die Band „Fünf Sterne Deluxe“ auftreten wird. Mit dabei sind auch Kettcar und eher lokale Gruppen wie „Querbeat“.

Zudem wird im Rahmen der Gamescom wieder fleißig debattiert und konferiert. Am Mittwoch, 22. August, etwa gibt es den „Gamescom Congress“ zum Thema „Mehr als Spiele“. Eröffnet wird er von einer politischen Runde, in der Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU), Lars Klingbeil (SPD), Nicola Beer (FDP), Jörg Schindler (Die Linke) und Michael Kellner (Grüne) aufeinandertreffen.

Egal ob Gamescon-Besucher, oder Städte-Urlauber: Köln mit dem Auto zu besuchen, ist in dieser Woche nicht die beste Idee. Da zu dem Spiele-Event hunderttausende Menschen aus ganz Europa erwartet werden. Deshalb setzen die Bahn-Unternehmen in der Region 32 Sonderzüge ein. Während der Woche wird in den Morgenstunden zum Beispiel die Verbindung aus Richtung Dortmund und Düsseldorf nach Köln aufgestockt.