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Tramper untersucht den Grund der Arktis

Tramper untersucht den Grund der Arktis

(np) Das Alfred-Wegener-Institut (AWI) für Polar- und Meeresforschung testet in der Arktis einen Unterwasserroboter in 2500 Meter Tiefe. Der Tramper genannte Roboter arbeitet vollständig autonom und soll ohne jeden Kontakt zur Außenwelt den Sauerstoffgehalt am Meeresgrund messen. Der 600 Kilogramm schwere Roboter von der Größe eines Küchentisches muss dabei in der arktischen Tiefsee bei einer Wassertemperatur um den Gefrierpunkt ein Jahr lang funktionieren.

Bisher waren solche Untersuchungen auf die eisfreien Sommermonate beschränkt. Damit fehlten der Wissenschaft allerdings viele Daten zum Kohlenstoffkreislauf und zu den Folgen für den Klimawandel, erklärt das AWI.

Die Wissenschaftler wollen mit den Tramper-Messungen die Aktivität von Mikroorganismen am Meeresboden erforschen, die für den Abbau organischen Materials sorgen. Bakterien verarbeiten Reste abgestorbener Algen und toter Tiere und verbrauchen dabei den Sauerstoff im Meeresboden. Ihre Aktivität hängt damit davon ab, wie viel organische Materie am Meeresboden ankommt. Das soll Tramper über die Sauerstoff-Messungen herausfinden. Die Forscher wollen untersuchen, wie sich das Ökosystem am Meeresgrund über ein Jahr entwickelt und wie es auf Umweltveränderungen reagiert, erklärt der Mikrobiologe Frank Wenzhöfer.

Alle elektrischen Systeme von Tramper sind auf maximale Energieersparnis ausgerichtet, damit er in der eisigen Tiefe ein Jahr aushalten kann. Deshalb legt der Roboter auf seinen Raupenketten insgesamt nur 500 Meter am Meeresboden zurück und legt sich nach jeder Messung für eine Woche schlafen, um Energie zu sparen. Am Ende seiner Mission, die bis zur Mitte des Jahres dauert, wirft er eine 90 Kilogramm schwere Stahlplatte ab und steigt so zur Meeresoberfläche auf, erklärt Johannes Lemburg vom AWI.