Tolino, PocketBook und Amazon stellen neue E-Reader vor

Digitale Lesegeräte : Digitale Neuheiten für Bücherwürmer

Die E-Reader der nächsten Generation wollen unter anderem mit Nachtbeleuchtung und Wasserdichte punkten.

Apple, Samsung Huawei – wenn die Großen der Smartphone-Welt ein neues Gerät vorstellen, ist ihnen die Aufmerksamkeit sicher. Die kleinen Telefonier-Computer, die mittlerweile das Doppelte eines konventionellen PC kosten, versprechen Milliardenumsätze. Viele Benutzer dieser Technik betrachten die Apparate als Statussymbol. Wenn dagegen Firmen wie Tolino oder Pocketbook ein neues Gerät herausbringen, ist erst einmal eine Erklärung nötig. Die beiden Unternehmen und dazu der Internet-Riese Amazon verkaufen Apparate, die wie ein Smartphone aussehen, nur ein Zehntel kosten, lediglich eine Funktion bieten – in dieser Disziplin dafür aber richtig gut sind. Die sogenannten E-Reader sind Lesegeräte für digitale Bücher. Gerade sind neue Modelle herausgekommen. Die Internet-Redaktion hat sie sich angesehen.

Tolino hat bei der Frankfurter Buchmesse das Einsteigergerät „page 2“ sowie den Reader „vision 5“ und den teuren „epos 2“ vorgestellt. Die Geräte des Herstellers unterstützen gängige Dateiformate wie epub, pdf, txt und Bücher der Online-Bibliothek Onleihe. Außerdem können alle E-Reader von tolino mit WLAN-Netzen verbunden werden, sodass der Besitzer eBooks direkt auf den Reader laden kann, ohne diesen an einen Computer anzuschließen. Alle vorgestellten Lesegeräte haben Platz für etwa 6000 eBooks, verspricht der Hersteller. 

Mit 89 Euro ist der tolino „page 2“ das Einsteigermodell der Marke. Mit dem Sechs-Zoll-Display lassen sich eBooks durch die sogenannte E-Ink-Carte-Technologie wie auf echtem Papier lesen. Das Gerät hat einem gedruckten Buch eines voraus: Der Leser kann auch im Dunkeln mithilfe eines integrierten Leselichts schmökern. Der tastenlose Reader wird über den Touchscreen gesteuert.

Der zweite neue tolino E-Reader auf dem Markt ist der „vision 5“ für 179 Euro. Auch er hat ein E-Ink-Carte-Display, das im Vergleich zum „page 2“ mit sieben Zoll etwas größer ist. Der „vision 5“ hat im Gegensatz zum Vorgängermodell „vision 4“ Blättertasten, mit denen der Besitzer das Gerät bedienen kann. Doch wie auch beim Einsteigermodell ist das Display ein Touchscreen. Durch die automatische Anpassung kann mit diesem E-Reader nicht nur im Hochformat, sondern auch quer gelesen werden. Die sogenannte Smart-Light-Technologie passe die Beleuchtung an die Helligkeit der Umgebung an. Der Reader ist laut tolino in die IP Schutzklasse 8 eingestuft und somit 60 Minuten in zwei Metern Tiefe wasserdicht.

299 Euro sollen Kunden für den „epos 2“ ausgeben. Dafür wird ihnen ein acht Zoll großes Display versprochen, dass nach Angaben des Herstellers bruchsicher ist. Mit 195 Gramm ist das Gerät leichter als ein Taschenbuch. Wie auch der „vision 4“ kann man den Reader sowohl im Hoch- als auch im Querformat verwenden. Ebenso sind am „epos 2“ zwei Blättertasten, er lässt sich aber auch per Touchscreen bedienen.

PocketBook: Der Schweizer E-Reader Hersteller PocketBook hatte bei der Frankfurter Buchmesse gleich zwei neue Reader im Gepäck. Bereits Mitte des Jahres wurde das neue Modell InkPad 3 Pro vorgestellt. Da sämtliche E-Reader auf dem Markt die gleiche Displaytechnologie verwenden, hat auch dieser Reader ein E-Ink-Display, das 7,8 Zoll misst. Das Gerät basiert auf dem Betriebssystem Linux. Im Gegensatz zu anderen Lesegeräten kann er auch Audiodateien in gängigen Formaten wie MP3 abspielen und somit etwa auch für Hörbücher genutzt werden.

Eine weitere Besonderheit sind die zahlreichen Anwendungen, die auf dem Gerät installiert sind, wie Spiele oder auch ein Taschenrechner. Trotz diverser Funktionen verspricht PocketBook, dass der Akku des Gerätes bis zu einen Monat lang durchhält und 16 GB Speicher zur Verfügung hat. Laut Angaben des Herstellers ist das Gerät wasserdicht (IPX 8), wie auch der Tolino vision 5 und der epos 2.

Noch ist das InkPad 3 Pro das größte Modell von PocketBook. Noch im November wird es vom neuesten Modell der InkPad Reihe, dem InkPad X, beerbt. Das Gerät hat ein 10,3 Zoll großes Display und soll eines der größten Lesegeräte auf dem Markt sein. Im Gegensatz zu allen anderen Readern hat das InkPad X einen USB-C Anschluss statt eines Micro-USB-Anschlusses. Der Speicher ist mit 32 GB doppelt so groß wie der des InkPad 3 Pro. Beide Geräte haben Tasten, lassen sich aber auch mit dem Touchscreen bedienen.

Amazon: Der neu vorgestellte Kindle Kids Edition basiert auf der Technik des Kindles der zehnten Generation. Kunden, die den Reader kaufen, erhalten automatisch für ein Jahr die Mitgliedschaft zum Flatratemodell Amazon Free-Time-Unlimited inklusive. Dadurch haben die Kleinsten nur Zugriff auf kindgerechte Bücher. Nach Angaben des Herstellers umfasst Free-Time-Unlimited Tausende Titel, wie Harry Potter und Percy Jackson. Nach einem Jahr kostet die Mitgliedschaft ab 2,99 Euro pro Monat.

Das neue Inkpad X vom Hersteller PocketBook. Foto: Jessica Becker
Der neue Kindle in der Kids Edition von Amazon. Foto: Amazon

Eltern können über ihr Amazon Konto sehen, was das Kind liest. Der Reader hat ein sechs Zoll großes Display mit integriertem Licht. Laut Amazon hält der Akku mehrere Wochen. Mit dem Kindle können nur Bücher im Kindle Format, mobi, txt und PDF Format geöffnet werden. Das gängige epub Dateiformat unterstützt der Reader nicht.

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