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Schutz vor Hackern und Schadsoftware
Sicher durchs Netz mit Windows 10

Mit den richtigen Windows-Einstellungen kann das Risiko im Internet minimiert werden.
Mit den richtigen Windows-Einstellungen kann das Risiko im Internet minimiert werden. FOTO: dpa-tmn / Andrea Warnecke
Berlin. Microsofts Betriebssystem ist besonders oft Ziel von Hackern und Schadsoftware. Doch Nutzer können sich schützen. Von Peter Münch (dpa)

Viren, Trojaner, Passwortdiebstahl – es gibt viele Bedrohungen für Windows-10-Rechner. Mit ein paar Einstellungen, Zusatzprogrammen und Verhaltensregeln lässt sich die Sicherheit des heimischen PCs aber deutlich erhöhen.


Eingeschränkte Rechte mit der Benutzerkontensteuerung:



Schadsoftware kann der Zugang zu wichtigen Einstellungen verwehrt werden. Dazu hilft es, beim angemeldeten Nutzer nur eingeschränkte Rechte zuzulassen. „Seien Sie nicht immer als Administrator angemeldet, für die normale PC-Nutzung reicht ein eingeschränktes Benutzerkonto aus“, sagt Viktor Schröder, Leiter IT-Services der Gesellschaft für Informatik. Windows-10-Nutzer können unter „Einstellungen/Konten“ einen lokalen, eingeschränkten Benutzer erstellen, dieser sollte dann verwendet werden, um sich bei Windows anzumelden. „So verringert man das Risiko, dass unerwünschte Software installiert oder gestartet werden kann“, sagt Schröder.

Schädlinge mit Windows-Defender oder Viren-Scanner fernhalten:

Eine gute Antiviren-Software sollte generell Pflicht sein. Der in Windows 10 enthaltene Defender bietet einen guten Grundschutz. Sicherer seien allerdings vollwertige Antiviren-Programme, sagt Schröder. Nutzer müssten aber darauf achten, dass nicht mehrere dieser Programme gleichzeitig installiert seien. Sie könnten sich andernfalls gegenseitig blockieren.

Unerwünschte Anfragen blocken mit der Windows-Firewall:

Viele Hacker-Attacken passieren unbemerkt im Hintergrund, ohne dass Nutzer gerade im Internet surfen. Solche Systemzugriffe kann eine Firewall blockieren. Sie erlaubt nur bestimmte ausgehende und ankommende Verbindungen und schützt so den Rechner. Windows 10 liefert eine solche Firewall mit. Ihre Einstellungen können unter „Defender Security Center/Firewall & Netzwerkschutz“ kontrolliert werden.

Windows auf dem neuesten Stand halten:

Ein großer Schwachpunkt bei der PC-Sicherheit sind Sicherheitslücken in Windows oder installierten Programmen. Schädlinge und Hacker nutzen die Eintrittspunkte gezielt für Angriffe. Nutzer müssten daher immer darauf achten, Windows und andere Software auf dem neuesten Stand zu halten, sagt Matthias Gärtner vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Zu den wichtigsten Updates gehörten neben Windows auch Browser-Erweiterungen, Programme zum Öffnen von PDF-Dateien und die Antiviren-Software.

Sichere Passwörter zur Anmeldung bei Windows:

Schon nach dem Hochfahren des PC lauert das erste Sicherheitsrisiko: das Passwort. Wer den Rechner mit anderen Nutzern teilt, sollte in den Einstellungen unter „Konten & Anmelde­optionen“ eine sichere PIN oder ein Passwort vergeben. „Je länger das Passwort, desto besser“, sagt Hauke Mormann von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Er empfiehlt Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen zu mischen und mehr als acht Zeichen zu verwenden.

Router gegen Eindringlinge absichern:

Die meisten Router haben ein voreingestelltes WLAN-Passwort (Infokasten). Dieses bietet aber häufig nur unzureichenden Schutz, da viele Hersteller dieselben Passwörter verwenden. Es müsse daher regelmäßig geändert werden, am besten alle drei Monate, empfiehlt Schröder. Auch sollte der Zugriff auf die Router-Einstellungen mit einem sicheren Passwort geschützt werden.

Den Browser schützen

Der Browser zählt zu den größten Schwachstellen eines Rechners. Erweiterungen wie Noscript (Firefox) oder Scriptsafe (Chrome) verhindern das Ausführen von schadhaften Programmen auf einer Webseite. Allerdings erfordern diese Erweiterungen etwas Einarbeitungszeit, da sie mit den Voreinstellungen die normale Funktionalität einer Seite blockieren können.