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TV weniger beliebt
Streaming verdrängt das klassische Fernsehen

Streaming funktioniert auch auf dem Handy.
Streaming funktioniert auch auf dem Handy. FOTO: dpa-tmn / Robert Günther
Berlin. Wie eine Umfrage der Landesmedienanstalten zeigt, werden Dienste wie Netflix und Amazon Prime immer beliebter. Von dpa

Stundenlang Serien und Videos gucken: Streamingdienste wie Netflix, Maxdome und Amazon Prime gewinnen in Deutschland immer mehr Zuschauer. Das klassische Fernsehen halte sich in der Gunst des Publikums – trotz Verlusten – stabil. Das geht aus dem Digitalisierungsbericht Video der Landesmedienanstalten hervor. Fast zwei Drittel ihrer Fernsehzeit widmeten die Menschen in Deutschland dem klassischen Fernsehen. Aber sogennante Video on Demand-Angebote (VoD), zu denen auch Youtube und die Mediatheken von ARD, ZDF und der Privaten gehören, hätten bereits einen Anteil von knapp 30 Prozent.


Der Fernsehmarkt sei im rapiden Umbruch, sagt die Vorsitzende der Bremischen Medienanstalt Cornelia Holsten. Sendungen, die die ganze Familie vor dem Bildschirm zusammenführten, gehörten der Vergangenheit an. Stattdessen gebe es heute Gutscheinkarten für VoD in jedem Supermarkt. Solche Angebote hätten um fast 30 Prozent zugelegt. Eine neue Medienregulierung müsse sich unbürokratisch diesen neuen Realitäten stellen, sagte Holsten.

On-Demand-Plattformen dringen zunehmend in den klassischen TV-Markt vor, erklärt Alexander von
Woikowsky von der Streamingplattform 7TV. So sollen ab der Spielzeit 2019/20 Spiele der englischen Premier-League auf Amazon laufen, Facebook habe sich Fußballrechte in Lateinamerika und Asien gesichert.



Meistgenutztes Videoportal in Deutschland ist laut der Studie das zu Google gehörende Youtube, das von 34 Prozent der Bevölkerung regelmäßig angeklickt werde. Die Mediatheken der TV-Sender erreichten 31 Prozent der Bevölkerung. Fast jeder Dritte nutze die Angebote von Amazon Prime, Netflix oder anderen Streaminganbietern.

Ob auf Fernseher, Handy oder Laptop – das On-Demand-Angebot werde vor allen von jungen Menschen genutzt. Bei den 14- bis 29-Jährigen nehme der VoD-Anteil bereits mehr als die Hälfte der Zeit ein, in der sie Filme und andere Sendungen schauten. Gut 29 Millionen Menschen ab 14 Jahren – das seien 42 Prozent der Bevölkerung – nutzten mindestens einmal im Monat VoD-Angebote. Für die Studie seien 7500 Interviews mit Zuschauern geführt worden.